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Hände weg von dieser Software

18.06.2009 | 09:55 Uhr |

Nicht alles, was Sie kostenlos auf den Rechner bekommen, ist gut. Manchmal ist die Software zwar weit verbreitet, doch eine Alternative leistet mehr. Nachfolgend nennen wir weit verbreitete Programme, die selbst geschenkt zu wenig bringen oder unterm Strich zu teuer sind. Wir stellen dazu Alternativen vor und geben Tipps, wie Sie das Maximum aus der Software und Ihrem PC herausholen.

Fast jeder Anwender trifft irgendwann auf Audio- und Videodateien, die den Real Player oder den Quicktime Player erfordern. Doch nach dem Herunterladen entwickeln die beiden Player eine Eigendynamik mit hohem Störfaktor. Regelmäßig öffnen sich zusätzliche Fenster, die unverlangte Zusatzinformationen oder Werbung einblenden. Downloads werden über einen zur Software gehörenden Manager umgeleitet, und ständig fordert der Player aus dem Systray heraus Updates an. Im schlimmsten Fall stellt er sogar ungebeten eine Internet-Verbindung her oder stört einen anderen Download. Für beide Formate gibt es kostenlose Ersatzprogramme, die in nahezu allen Fällen kompatibel sind. Die Tools Real Alternative und Quicktime Alternative kommen beide mit einem einfachen Player und einem kostenlosen passenden Codec, der nahezu sämtliche von Quicktime bzw. Real angebotenen Datei(unter-)formate abspielen kann. Lediglich die seltenen Real-Versionen .smi und .smil werden nicht unterstützt. Neben dem mitgelieferten Media Player Classic gehören bei beiden Programmpaketen auch Plug-ins für Firefox und Internet Explorer dazu, die das Abspielen der Mediendateien auch innerhalb des Browsers ermöglichen. Andere Browser lassen sich von Hand konfigurieren. Noch etliche Formate mehr unterstützt K-Lite Codec Pack Full . Hier werden mehrere Dutzend freie Codecs, Filter, Abspielprogramme und Tools installiert – damit lassen sich nahezu sämtliche Audio- und Videodateien wiedergeben, die sich im Internet oder auf Datenträgern finden.

Nicht mehr von iTunes gängeln lassen
Viele Anwender verwalten ihre Musikdateien über die Gratis-Software iTunes von Apple. Die liegt nicht nur allen MP3-Playern aus dem Hause Apple bei, sondern gilt auch unter Besitzern anderer Player als leistungsfähige Software zum Verwalten von Musikdateien. Doch iTunes ist in den letzten Jahren zum Speicherfresser geworden – insbesondere im Zusammenhang mit der zugegebenermaßen schicken Coverflow-Funktion. Stolze 70 MB groß ist allein die Installationsdatei, und sie installiert, wenn man nicht aufpasst, gleich noch den ebenfalls von Apple stammenden Quicktime Player mit (siehe oben). Hinzu kommt, dass iTunes nicht nur sehr tief ins System eingreift, sondern auch den Anwender mit allerlei Gängeleien nervt. Beispielsweise lassen sich zwar mit iTunes Dateien vom PC auf den iPod laden, nicht aber von einem iPod herunter der eigenen Musiksammlung hinzufügen.

Songbird bietet Plug-ins für Musikdienste wie Last FM
Vergrößern Songbird bietet Plug-ins für Musikdienste wie Last FM
© 2014

Es gibt inzwischen einige leistungsfähige Konkurrenten, die iTunes in den Schatten stellen. Besonders gut gefällt uns Songbird , weil das Tool über einen großen Funktionsumfang verfügt und sich gleichzeitig sehr individuell an die Bedürfnisse des Anwenders anpassen lässt (unter "Extras, Einstellungen, Add-ons"). Die Musikverwaltung bietet beispielsweise eine Funktion zur Anbindung von Last FM, Youtube oder Shoutcast. Nett gemacht ist auch der Metadaten-Editor, der Änderungen für größere Gruppen von Musikdateien ermöglicht. Alles in allem ist Songbird einfacher in der Bedienung und belegt weniger Systemressourcen. Falls Sie bereits über eine iTunes-Datenbank verfügen, sollten Sie aber beim Wechsel zu einer anderen Software unbedingt eine Kopie der Datenbank erstellen. Sollte Ihnen Songbird nicht zusagen, finden Sie unter www.ifun.de/content/view/2949 eine Seite mit rund einem Dutzend iTunes-Alternativen für Windows und Linux.

Was ist drin in den Nero Essentials?
Nahezu jedem DVD-Brenner liegt die Brenn-Software Nero Essentials bei, eine abgespeckte Version von Nero. Nero Essentials kann zwar CDs und DVDs problemlos brennen, den umfangreichen Funktionsumfang von Nero 9 bietet es aber nicht. Dennoch belegt es mehrere hundert MB Speicher. Das Tückischste ist dabei, dass der Anwender beim Auspacken von Nero Essentials noch gar nicht sagen kann, welchen Funktionsumfang es haben wird – Nero stellt hier individuelle Pakete für verschiedene Hersteller zusammen. Solche Pakete gibt´s auch ohne DVD-Brenner zu kaufen – zu Preisen ab 2,99 Euro (aktueller Preis bei Amazon).

CD Burner XP konzentriert sich aufs Brennen von CDs, DVDs und Blu-Rays
Vergrößern CD Burner XP konzentriert sich aufs Brennen von CDs, DVDs und Blu-Rays
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Nur rund 7 MB Speicherplatz belegt CD Burner XP , das für Medien aller Art bis hin zu Blu-Ray und HD-DVD genutzt werden kann. Die Freeware läuft unter Windows XP und Vista. Sie kann Audio- und Daten-CDs sowie -DVDs zusammenstellen, kopieren und mit ISO-Images umgehen. Auch das Erstellen von bootfähigen Datenträgern ist möglich. Lediglich beim Abspielen von DVDs sowie beim Erstellen von Backups muss CD Burner XP passen. Hier sollten Sie auf Spezialprogramme setzen. Übrigens: Wer bei CD Burner XP Funktionen vermisst und bereit ist, für eine Brenn-Software Geld auszugeben, sollte gleich auf die Vollversion Nero 9 setzen. Achten Sie aber darauf, dass Sie eine möglichst aktuelle Version einsetzen und gegebenenfalls vor dem ersten Brennen ein Update machen. Die ersten Builds von Nero 9 waren noch mit etlichen Fehlern behaftet.

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