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Kauf-Ratgeber: 10 Navis im Test

Einst steckten Navigationssysteme in teuren Cheflimousinen, heute kann sich jeder diesen Luxus leisten. PC WELT prüfte zehn der mobilen Routenplaner und sagt, bei welchem Gerät sich die Fahrt zum Händler lohnt.

Wer lässt sich schon gerne von anderen in seinen Fahrstil reinquatschen? Fast jeder, wenn er durch unbekannte Straßen fährt. Wobei es, wie ein Hersteller versicherte, durchaus Unterschiede beim "Wie" gibt. Während in Nordeuropa zarte Damenstimmen die Fahrer auf die richtige Fährte locken, bestimmen in Südeuropa eher kernige Männerstimmen, wo es langgeht.

Die Stimme macht die Stimmung
Die Augen auf im Straßenverkehr - beim Fahren hat niemand Zeit, dauernd auf einen Bildschirm zu starren. Dementsprechend geben
sich alle Hersteller große Mühe, bei den Ansagen den richtigen Ton zu treffen. Dabei gibt es durchaus Unterschiede: "Die nächste
links" und "Fahren Sie 7 Kilometer" ist genauso informativ wie "Bitte demnächst links abbiegen" oder "Bitte dem Straßenverlauf 7
Kilometer folgen". Die Stimme "Stefan" aus dem Becker Traffic Assist Z116 ist zwar sehr höflich, braucht aber auch entsprechend lange für seine Ansagen. Die Navis von Garmin, Mio oder NavGear fassen sich teilweise deutlich kürzer.

Welche Stimme oder Ansage man bevorzugt, sollte man vor dem Kauf ausprobieren. Auch ein Blick ins Internet hilft: Für manche Modelle gibt es alternative, teilweise prominente Stimmen zum Nachkaufen.

Becker Traffic Assist Z116: Der rote Knopf führt im
Bedienmenü immer einen Schritt zurück.
Vergrößern Becker Traffic Assist Z116: Der rote Knopf führt im Bedienmenü immer einen Schritt zurück.

Große Bildschirme verbessern die Übersicht
Um ein Fahrzeug sicher und effektiv durch den Verkehr zu führen, reichen die kleinen Bildschirme eines Falk M8 oder Garmin nüvi
1245 vollkommen aus. Doch die größeren Geräte zeigen zusätzlich die Entfernung zum nächsten Abbiegepunkt oder die Ankunftszeit
am Ziel, ohne von der Navigation abzulenken. Auch für die 3D-Darstellung sind die größeren Bildschirme besser geeignet. Den größten Bildschirm im Test bot das NavGear StreetMate RS-50-3D - die Diagonale betrug stolze 12,7 cm. Es zeigt zwar auch nicht mehr Infos als das RS-43-3D mit 10,9 cm. Die größere Darstellung half dabei, komplizierte Situationen schneller zu erfassen, und die Schrift war besser erkennbar. Im Gegensatz zu den anderen Geräten waren die beiden NavGear-Modelle aber sehr schlecht entspiegelt. Anbieter Pearl bietet mit passenden Blenden Abhilfe.

In die Karten geschaut
Die Kartendaten der Test-Navis stammten entweder von Tele-Atlas (Mio, TomTom) oder Navteq (Becker, Falk, Garmin, Medion,
NavGear, Navigon). Kartenfehler bei den gewählten Testrouten offenbarten sich nur beim Mio Moov 405 und beim TomTom XL2 IQ Routes. Beide Modelle hatten an den gleichen Stellen Probleme. Das weist auf fehlerhafte Daten von Tele-Atlas hin - ein Problem,
das schon mit dem nächsten Kartenupdate gelöst sein könnte. Für fast jedes Modell lässt sich bestimmen, welchen Umfang der mitgelieferte Kartensatz hat.VomMinimum Deutschland-Österreich-Schweiz (D-A-CH) bis zu einer Übersicht über ganz Europa reicht das Angebot. Wer viel fährt oder gelegentlich weite Reisen unternimmt, sollte gleich ein zweijähriges Abo für aktualisiertes Kartenmaterial dazu kaufen. Das kostet je nach Hersteller und Umfang zwischen 30 und 100 Euro.Vorbildlich: Im Kaufpreis des Medion GoPal E4245 ist ein zweijähriges Karten-Abo enthalten.

Das Falk M8 zeigt Geschwindigkeitsbegrenzung 2 und
Kreuzungsvorschau an.
Vergrößern Das Falk M8 zeigt Geschwindigkeitsbegrenzung 2 und Kreuzungsvorschau an.

Routenplanung – wo geht es lang?
Die meisten Geräte ließen sich an eigene Bedürfnisse anpassen: Vom Fahrzeugtyp (PKW, LKW, Motorrad) über Routentyp (schnell, kurz, geldsparend) bis zu Ausschlüssen (z.B. Fähren nein, Mautstraßen ja) reichen die Optionen. Die meisten Einstellmöglichkeiten bot das Becker Z116, die wenigsten das TomTom: Keine!

Zielführung - je einfacher, desto besser
Moderne Navis sagen nicht nur, wann man wohin abbiegen muss, sondern nennen vorher schon die richtige Fahrspur oder blenden die nächste Kreuzung in der Draufsicht ein. Besonders elegant geht das beim Becker Z116: Es wechselt stufenlos von der 3D- in die Draufsicht, so als fliege man mit einem Hubschrauber die Kreuzung an und bliebe darüber stehen. Das Z116 war auch das einzige Gerät, das ausschließlich per Pfeilanzeige navigieren konnte - sehr effektiv.

Der Medion GoPal E4245 bietet viele Zusatzinfos
(POIs).
Vergrößern Der Medion GoPal E4245 bietet viele Zusatzinfos (POIs).

Sinnvolle Ausstattung
Eine Handy-Freisprech-einrichtung (Bluetooth) brachte nur das Becker Z116 mit. In den beiden NavGears steckten FM-Übertrager, die Ansagen zum Autoradio übertragen und über die besser klingenden Lautsprecher wiedergeben. Abspielfunktionen für Musik, Fotos oder gar Videos sind zumindest beim Fahren nicht nötig, der Klang der Navis reicht auch nur für Sprache. Für Musik und Video sind Handys meist besser geeignet.

Fazit: Die Sieger im PC-WELT-Vergleichstest
Testsieger: Der Becker Traffic Assist Z116 leistete sich in keinem Bereich Schwächen. Er bot viel Ausstattung, rechnete präzise, ließ sich einfach bedienen, und führte jederzeit sicher ans Ziel.
Preis-Leistungs-Sieger: Das Falk M8 bot bis auf den kleineren Bildschirm vergleichbare Leistungen wie der große Bruder F6, kostet aber deutlich weniger.

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • Scour 18:16 | 15.12.2010

    Auf Platz 1 gehört entweder ein Navigon oder Medion. Das sind meiner Erfahrung nach die Besten. Schade, das Medion anscheinend etwas anfälligere Hardware hat, aber sowas kann ich von meinem P4440 nicht sagen, habs seit November letzten jahres

    Falk ist von der Navigation auch gut, das es fast die gleiche SW hat wie Medion, aber beim satfix liegt Medion deutlich vor Falk

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  • chr0n2k3 08:57 | 15.12.2010

    Navigon

    Also wir haben das Navigon und ich muss auch aus Erfahrung sagen, dass es um längen besser ist als das Medion bzw. das DataBecker.

    Was heißt außerdem keine "üppige Ausstattung"? Bluetooth Freisprecheinrichtung, genug Einstellmöglichkeiten, TMC, Kristallklares Display (besser als das Data Becker u. Medion), verschiedenste Routen möglich, Auto- und auch Fußgänger- bzw. Fahrrad-Navigation, riesiges Kartenmaterial für ein Appel und ein Ei und das 24 Monate lang.

    Also ich kann das Navigon nur empfehlen

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  • rainman 18:52 | 14.12.2010

    Ich ärgere mich seit geraumer Zeit mit dem TomTom XL2 IQ Routes. Im Moment ist es mal wieder eingeschickt.
    Zu den im Test erwähnten Fehlern kommt noch dazu, dass das Onlineupdate meist nicht funktioniert. Man sollte vor dem Updateversuch in jedem Falle eine Datensicherung anlegen. Ich musste die auch schon dreimal (!) zurückspielen. Dies ist übrigens auch ein langwieriger Akt, da dieses Modell nur USB 1.1 unterstützt. Eine Datenrücksicherung dauert mal ganz locker 2-3 Stunden. Sowas kannte ich von meinem alten NoName-Navi nicht.
    Übrigens fehlen auch bei uns in der gegend Straßen, die schon seit über 2 Jahren existieren und damit selbst in der ausgelieferten Fassung enthalten sein müssten.

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  • Geochaot 15:00 | 14.12.2010

    Medion Navi weit vorn im aktuellen Dezember-Test?

    Nachdem ich 2 Medion Navis hatte, habe ich nach dem Kauf des zweiten von Medion Abstand genommen. Was nützt eine lange Garantie oder 24 Stunden Hotline, wenn es im Garantiefall fast 1 Monat dauert, bis das Gerät wieder zurück ist und dann immer noch nicht richtig läuft?? Desweiteren konnten bei meinen beiden Medion Navis Pois erst nach Aufspielen einer kostenpflichtigen Software (Poi-Warner) ergänzt werden. Während das erste Medion Navi noch stabil lief, aber auch sehr mager ausgestattet war, hing sich das 2. Navi ständig auf oder verabschiedete sich während der Fahrt von allein, startete neu und weg war die Route !!! Beide Navis waren übrigens mehrfach gut oder sogar sehr gut bewertet worden.

    Mein jetziges und bislang 3. Navi ist von TomTom. Auch da gab es einen Softwarefehler in der Garantiezeit. Allerdings hatte ich nach nur 12 Tagen mein Gerät repariert wieder zurück. Zudem zigtausend kostenlose Pois ohne zusätzlicher Software aufspielbar.

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