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Geniale Netzwerk-Tools

08.03.2014 | 10:16 Uhr |

Ob Sie das Netzwerk analysieren, die Sicherheit erhöhen oder Probleme lösen wollen: Wir stellen Ihnen nützliche Tools und bootfähige Systeme für Ihr lokales Netzwerk und den Internetzugang vor.

Neben den bootfähigen Systemen Tails und dem PC-WELT-Notfallsystem finden Sie eine Reihe exzellenter Programme und Tools für WLAN-Optimierung, verbesserte Datensicherheit und Fehlersuche. Lesen Sie hier Kurzanleitungen für die interessantesten Kandidaten.

PC-WELT-Notfallsystem mit allen Netzwerk-Tools

Das bootfähige Notfallsystem der PC-WELT Notfall-DVD ist eine Redaktions-Eigenentwicklung. Wenn Sie PC oder Notebook mit der DVD booten, können Sie dieses Live-System auswählen und starten. Nach dem Booten zeigt das PC-WELT-Notfallsystem vier interne Boot-Optionen. Im Normalfall wählen Sie den obersten Punkt „Boot PC-WELT-Notfall-System“. Nach kurzer Zeit erscheint eine Monitorkontrolle, mit deren Hilfe Sie gegebenenfalls die Auflösung manuell korrigieren können. Dann wird es noch einmal dunkel und nach einer kurzen Wartezeit erscheint der Desktop.

Das eigene Netzwerk absichern

Mit dem unabhängigen Zweitsystem stellen Sie sofort fest, ob das Netzwerk oder die PC-Hardware krankt oder lediglich ein Software-Problem vorliegt. Das System bietet alles, was Sie für die Kontrolle und Fehlersuche im Netz benötigen. Die wichtigsten Tools – Browser, Netzwerk-Manager für Kabel- und Funknetze, Netzfreigaben-Suche – sind bereits in der Taskleiste enthalten. Zusätzliche Netzwerkprogramme finden Sie im Hauptmenü: Filezilla verbindet Sie zu FTP-Servern, Zenmap erkundet alle Rechner in Ihrem lokalen Adressbereich und mittels Wireshark können Fortgeschrittene den Netzverkehr protokollieren.

Anonym surfen mit dem Live-System Tails

The Amnesic Incognito Live System, kurz Tails , ist eine weitere Boot-Option. Nach dem Start wählen Sie die Option „Live“ und beim Hochfahren von Tails im Startbildschirm optional die Sprache „Deutsch“. Ferner können Sie mit „More Options“ eventuell die sogenannte „Windows-Tarnung“ aktivieren: Damit sieht Tails einem alten Windows XP zum Verwechseln ähnlich, falls Sie in öffentlichen Netzen unterwegs sind.

Der vorkonfigurierte sichere Browser Iceweasel (eine Firefox-Abspaltung) bringt Sie über jeweils drei anonyme und zufällige Zwischenstationen an die jeweilige Internet-adresse, sodass Ihre echte Internet-IP für die Ziel-Domain nicht erkennbar ist. Dies gilt auch für Mails oder Chat-Clients, wobei Claws Mail und der Multi-Messenger Pidgin vorinstalliert sind. Diese Umleitungstechnik bietet einerseits höchstmögliche, wenn auch nicht absolute Anonymisierung. Surfen mit Tails kostet jedoch andererseits Geschwindigkeit und ist daher nicht für den Dauerbetrieb gedacht, sondern nur als eine Option, die Sie gelegentlich gezielt einsetzen können.

Da Tails nicht nur im Internet die Spuren verwischt, sondern auch auf dem benutzten Rechner absolut spurenfrei arbeitet, kann das System zudem dabei helfen, ein fremdes Gerät zu nutzen und klinisch rein zurückzugeben. Das dient Ihrem Datenschutz genauso wie dem des Gerätebesitzers.

Heatmapper zeigt WLAN-Karte

Der Ekahau-Heatmapper erstellt eine Farbkarte für die WLAN-Ausleuchtung Ihrer Wohnung. Zur Vorbereitung zeichnen Sie einen groben Plan der Wohnung auf ein Blatt Papier und scannen es anschließend ein oder fotografieren es ab. Daraufhin klicken Sie in Heatmapper auf „I have a map image“ und wählen die Bilddatei aus.

Im Hauptfenster von Heatmapper sehen Sie auf der linken Seite eine Liste mit allen WLANs der Umgebung und in der Mitte den Grundriss. Klicken Sie auf dem Grundriss die Stelle an, an der Sie sich aktuell mit Ihrem Notebook befinden, danach gehen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Büro ab. Dabei setzen Sie etwa alle drei Meter einen weiteren Punkt, der Ihre aktuelle Position markiert. Nach dem Rundgang führen Sie einen Rechtsklick durch. Nun färbt Heatmapper den Grundriss in farbige Bereiche ein: Die Skala reicht von Dunkelgrün (sehr gut) und Hellgrün über Gelb bis hin zu Rot (schlecht).

Zugriff auf FTP-Server mit Filezilla

Der FTP-Client Filezilla ist trotz mancher Alternativen meist unentbehrlich. Im Servermanager („Datei > Servermanager“) richten Sie öfter genutzte Server mit allen Zugangsdaten ein und erhalten im Anschluss daran mit einem Klick Zugang. Das Programm unterstützt FTP, FTP via SSL/TLS (FTPS) und SSH File Transfer Protocol (SFTP), außerdem überträgt es große Datenbrocken absolut zuverlässig. Da Filezilla für Windows, Mac OS und Linux erhältlich ist, haben Sie auf jedem System ein komfortables FTP-Programm mit identischer Bedienung.

Fünf Live-Systeme für Sicherheits-Checks (Update)

Netzanalyse mit Nmap und Zenmap

Der Port-Scanner Nmap und sein grafisches Frontend Zenmap liefern einen hervorragenden Überblick über alle Geräte, Dienste und offene Ports im heimischen Netz. Zu diesem Zweck schickt Nmap Datenpakete an sämtliche netzwerkfähige Geräte, die es in dem zu überprüfenden IP-Bereich entdeckt. Nmap versucht, bei jedem Port zu ermitteln, ob dieser geöffnet ist und auf Nachrichten lauscht. Zenmap vereinfacht die Bedienung des komplexen Kommandozeilen-Tools Nmap deutlich. Die Programme sind auch im PC-WELT-Notfallsystem 3.0 enthalten.

Für eine erste Übersicht geben Sie in Zenmap neben „Ziel“ den privaten IP4-Adressraum Ihres Netzwerks an, wobei Sie für die vierte Kolonne den Stellvertreter „*“ einsetzen, also etwa „192.168.1.*“. Neben „Profil“ verwenden Sie einen „Quick scan“. Nach dem Klick auf „Scan“ bekommen Sie alle Netzgeräte angezeigt. Über die Registerkarte „Netzstruktur“ kann Zenmap Ihr Netzwerk schematisch visualisieren. Farbe und Größe symbolisieren die Zahl der offenen Ports und die theoretische Angriffsfläche (rot und groß ist theoretisch unsicherer). Bei Scan-Läufen zu einzelnen Rechnern akzeptiert Zenmap statt der IP-Adresse auch den Rechnernamen als „Ziel“. Um den aktuellen PC zu prüfen, verwenden Sie „localhost“ als Zielname.

Netzmessungen mit Downtester

Das Netzwerk-Tool Downtester ist ein einfacher universeller Geschwindigkeitstester. Es ermittelt die Download-Geschwindigkeit aus dem Internet ebenso wie die Übertragungsraten im lokalen Netzwerk. Allerdings müssen Sie dem Tool die Download-URLs oder die Dateien im Netzwerk manuell vorgeben. Das kann in Form einer Download-URL, einer FTP-Adresse, eines Dateinamens oder eines Ordnernamens geschehen.

Geht es Ihnen nicht in erster Linie um einen Speed-Test, sondern um die (fehlende) Konstanz in Ihrem Netzwerk, bietet das Tool unter „Options > Advanced Options“ auch Wiederholungsintervalle und Protokollmöglichkeiten für Langzeittests.

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