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Geheime Browser-Tricks für Firefox & Chrome

05.08.2014 | 09:09 Uhr |

Der Browser ist eines der wichtigsten PC-Programme und kann weit mehr als nur HTML-Seiten interpretieren. Wir zeigen Ihnen kaum bekannte Fähigkeiten von Firefox, Chrome und Internet Explorer.

Stand der Browser heute? Mozilla Firefox ist nach wie vor der am besten erweiterbare Browser, zugleich mit der exaktesten Seitendarstellung. Letzteres ist bei normalen Webseiten kein Thema, wohl aber bei komplexen Tabellen und Datenbanken. Chrome wiederum gelingt es am besten, seine umfangreichen Fähigkeiten auch für Webentwickler hinter eine absolut aufgeräumte Oberfläche zu packen.

Der Internet Explorer ist sicher ein guter Browser, verdankt aber seine Vormacht dem Betriebssystem, das ihn mitbringt. Während Firefox und Chrome ihre Konfigurierbarkeit jedermann offenlegen, verlagert der Internet Explorer viele Optionen in den Profi-Bereich: Die Gruppenrichtlinien (Gpedit.msc) auf Windows Pro eröffnen diverse Anpassungen des Microsoft-Browsers. Dies aber ist ein Extra-Fass der Browser-Geheimnisse, das wir auf folgenden Seiten nicht aufmachen können.

Chrome und Firefox: Interne URLs für Einstellungen nutzen

Mozilla Firefox und Google Chrome sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich, wenn es um technische Einstellungen und um das Verwalten der Erweiterungen geht. Wissenswert in Sachen Syntax ist, dass Sie bei Firefox viele verborgene Schätze mit

about:[name]

finden.

„chrome://about“ zeigt alle internen URLs: Es kann nicht schaden, die wichtigsten in einem eigenen „Chrome“- Lesezeichenordner immer zugriffsbereit zu halten.
Vergrößern „chrome://about“ zeigt alle internen URLs: Es kann nicht schaden, die wichtigsten in einem eigenen „Chrome“- Lesezeichenordner immer zugriffsbereit zu halten.

Diese interne Firefox-URL geben Sie statt einer Webadresse in die Adresszeile ein. Am prominentesten ist hier zweifellos die Konfigurationszentrale „about:config“. Die entsprechende Eingabe bei Chrome lautet:

chrome://[name]

Die Firefox-Syntax mit „about:“ funktioniert aus Kompatibilitätsgründen auch bei Chrome. Der Google-Browser wandelt die „About“-Adresse dann eigenständig in seine Syntax um. So wird dann aus „about:extensions“ automatisch „chrome://extensions“, also die Übersicht der installierten Erweiterungen.

Tipp 1: Eine Übersicht aller internen URLs erhalten Sie bei beiden Browsern mit der URL „about:about“.

Tipp 2: Alle internen Browser-URLs „about: [name]“ oder „chrome://[name]“ lassen sich als Lesezeichen abspeichern. Sollten Sie also bestimmte Einstellungen öfter brauchen, legen Sie sich einfach einen entsprechenden Lesezeichen-Ordner an und hinterlegen dort die gewünschten URLs.

PC-WELT-Browsercheck: Sind Sie sicher im Web unterwegs?

Firefox: Einige interessante Konfigurationsschalter

Die interne Firefox-URL „about:config“ ist eine Spielwiese für Konfigurationsänderungen. Allerdings erreichen Sie die meisten Optionen auch über die grafische Zentrale „Extras ➞ Einstellungen“. Hier folgen einige Beispiele, die zwingend den Weg über „about:config“ erfordern:

Tab-Vorschau in Windows: Wenn Sie unter Windows 7 oder 8 den Mauszeiger auf das Firefox-Symbol in der Windows-Taskleiste bewegen, erscheint eine Miniaturansicht des aktuellen Firefox-Fensters. Die einzelnen Tab-Inhalte werden dort jedoch nicht dargestellt. Das wäre aber praktisch, um von hier gezielt die gewünschte Seite anzuzeigen. Unter „about:config“ und der Option „browser.taskbar.previews.enable“ (Doppelklick auf „true“) schalten Sie diese Funktion ein.

Tab-Wechsler in Firefox: Ähnlich dem Task-Switcher unter Windows kann Firefox die geöffneten Webseiten in Vorschaufenstern anzeigen und bequem zum richtigen Tab wechseln. Die Tastenkombination lautet hier Strg-Tab. Die Funktion können Sie in „about:config“ mit der Option „browser.ctrlTab.previews“ aktivieren.

Neuer Tab bei der Suche: Wer die Suchleiste von Firefox nutzt (Eingabefeld rechts neben der Adresszeile), sollte die Option „browser.search.openintab“ auf „true“ setzen. Dann nämlich listet Firefox die Suchergebnisse in einem neuen Tab auf und nicht im aktuell geöffneten.

Angebot unter „Neuer Tab“ anpassen: Die Seite „Neuer Tab“ präsentiert standardmäßig neun zuletzt benutzte Webseiten und eignet sich durch Anpinnen besonders wichtiger Seiten als zusätzliche Seite für Lesezeichen. Wie viele Elemente Firefox hier anzeigt, lässt sich unter „about:config“ mit den Optionen „browser.newtabpage.rows“ und „browser.newtabpage.columns“ einstellen.

Profildialog nach Aufruf mit „firefox –profilemanager“: Ein neues Profil sorgt für einen unberührten Browser.
Vergrößern Profildialog nach Aufruf mit „firefox –profilemanager“: Ein neues Profil sorgt für einen unberührten Browser.

Chrome und Firefox: Debug-Startoptionen

Ein durch zahlreiche Erweiterungen misskonfgurierter Firefox ist relativ einfach wieder zu kurieren. Der Browser lässt sich mit folgendem Aufruf (etwa nach Win-R über den „Ausführen“-Dialog):

firefox -safe-mode 

im abgesicherten Modus ohne Add-ons laden. Für die analytische Fehlersuche bietet es sich an, dann alle Erweiterungen zu deaktivieren, den Browser normal zu starten und dann die Add-ons einzeln wieder aktivieren. So finden Sie heraus, bei welcher Erweiterung das Problem liegt.Wenn Sie einen funktionierenden Firefox brauchen, ohne sich im Moment mit Reparaturen aufhalten zu wollen, starten Sie das Programm mit

firefox –ProfileManager 

und wählen dann „Profil erstellen“. Mit einem neuen Profil werfen Sie den kompletten Ballast ab und starten einen unverstellten Firefox.

Google Chrome bietet unter „chrome://chrome-urls“ besonders viele Stellschrauben und Tuning-Optionen. Insbesondere unter „chrome://flags“ lässt sich Chrome beschleunigen, indem Sie GPU-Einstellungen aktivieren und Sicherheitsfunktionen abschalten. Es handelt sich dabei aber um risikobehaftete Experimente, die auch den gegenteiligen Effekt haben – sprich: Sie können zu Instabilität und Abstürzen führen. Aber egal, ob eigenhändig oder durch Erweiterungen verursacht: Chrome bringen Sie auch bei schwerwiegenden Problemen wieder zum Laufen. Der Browser hört auf Hunderte von Startparametern, die für jedes Problem eine Antwort haben. Mit einigen „disable“-Schaltern deaktivieren Sie mögliche Problemfelder. Ein Beispiel:

chrome.exe --disable-extensions --disable-gpu –-disable-sync-apps --disable-plugins   

Nach diesem Debug-Aufruf wird Chrome jedenfalls wieder starten, und Sie können das Problem im Browser beheben, indem Sie etwa unter „chrome://flags“ ein experimentelles Flag zurücksetzen. Hat allerdings eine Erweiterung Probleme verursacht, ist die Lage komplizierter: Denn nach dem Debug-Start mit „–disable-extensions“ existieren für Chrome keine Erweiterungen mehr. Anders als bei Firefox können Sie die Add-ons in Google Chrome jetzt nicht gezielt deaktivieren. Die weitere Vorgehensweise ist daher etwas gewaltsam: Sie finden die Chrome-Erweiterungen im Verzeichnis %LocalAppData%\Google\Chrome\User Data\Default\Extensions: Verschieben Sie einfach alle Erweiterungen von dort in ein anderes Verzeichnis. Dann starten Sie Chrome und öffnen die interne URL „chrome://extensions“. Chrome konnte die Erweiterungen zwar nicht laden, aber Sie können diese nun gezielt deaktivieren. Nun schließen Sie Chrome, verschieben die Add-ons an den angestammten Ort zurück und können diese einzeln wieder aktivieren.

Die besten Plug-ins und Add-ons für Ihren Browser

Chrome: Sichere App-Verknüpfungen anlegen

Für einen gewissen Schutz vor unkontrollierter Internetnutzung durch Kinder oder gelegentliche Mitbenutzer bietet Chrome eine besonders einfache Option. Mit diesem Browser lassen sich nämlich über das Menü „Tools ➞ Erstellen von App-Verknüpfungen“ Web-Seiten als Links wahlweise am Desktop, im Startmenü oder auf der Taskleiste ablegen, die Chrome dann ohne Bedienelemente und ohne Adresszeile darstellt. Solche Verknüpfungen etwa zu Suchmaschinen für Kinder mit den Adressen http://blindekuh.de oder www.fragfinn.de bieten jede Menge kindgerechtes Internet – und führen erst mal nicht darüber hinaus. Besonders wirksam sind App-Verknüpfungen natürlich dann, wenn die Webseiten nur interne Links verwenden.Noch besser ist allerdings der Chrome-Aufruf mit beispielsweise den folgenden Parametern (eine Zeile):

[Pfad]\chrome.exe --user-data-dir=c:\temp -d --kiosk http://www.wdrmaus.de/spielen/ 

Dann erscheint nämlich die angegebene Seite im Vollbild (Kiosk-Modus) und bietet keine Umschaltoption zur Normalansicht mit Taste F11. Das angegebene Verzeichnis zur Ablage der temporären Surfdaten sollte vorher angelegt werden.

Add-on-Verwaltung im Microsoft-Browser: Mit Hilfe der zusätzlichen Spalten „Verwendet“ und „Letzter Zugriff“ finden Sie schnell heraus, welche Erweiterungen entbehrlich sind.
Vergrößern Add-on-Verwaltung im Microsoft-Browser: Mit Hilfe der zusätzlichen Spalten „Verwendet“ und „Letzter Zugriff“ finden Sie schnell heraus, welche Erweiterungen entbehrlich sind.

Internet Explorer 11: Erweiterungen verwalten

Beim Surfen mit dem Microsoft-Browser werden Sie immer wieder mal aufgefordert, ein ActiveX zu installieren. Je mehr Zusatzkomponenten Sie einbauen, desto langsamer wird der Browser. Gleiches gilt für manuelle Installationen von www.iegallery.com (Add-Ons). Daher sollten Sie von Zeit zu Zeit ausmisten. Die aktuellen Erweiterungen finden Sie nach Drücken der Tasten Alt-X und „Add-Ons verwalten“. Gehen Sie dann auf „Symbolleisten und Erweiterungen“, und klappen Sie unter „Anzeigen“ die ungefilterte Liste „Alle Add-ons“ aus. Hier zu beurteilen, ob etwa ein „Lync Browser Helper“ relevant ist oder nicht, dürfte durchschnittlichen Nutzern schwer fallen. Aber hier hilft das Einblenden optionaler Spalten: Klicken Sie im Listenkopf mit der rechten Maustaste auf „Name“, und aktivieren Sie „Spalten ➞ Verwendet“ und „Spalten ➞ Letzter Zugriff“. Sortieren Sie die Liste nach dem Feld „Verwendet“. Add-ons mit einstelligen Zugriffszahlen können Sie ohne Sorge „Deaktivieren“. Auch Komponenten, deren „Letzter Zugriff“ etliche Monate zurückliegt, haben offensichtlich geringe Relevanz.

Internet Explorer 11: Spezielle Startoptionen verwenden

Auch der Microsoft-Browser kennt einige Start-Parameter, die ihn in Notfällen wieder zum Laufen bringen. Eine der wichtigsten Optionen ist der abgesicherte Modus ohne Add-ons. Dafür verwenden Sie im „Ausführen“-Dialog (Win-R) den Befehl

iexplore.exe -extoff 

Im Notfallmodus erscheint der Hinweis “Internet Explorer wird momentan ohne Add-Ons ausgeführt.” Danach können Sie die Add-Ons verwalten und deaktivieren wie im vorangehenden Tipp beschrieben.
Weitere wichtige Startschalter lauten:

iexplore –k [URL] iexplore -private [URL]

Der erste Aufruf startet den Browser im Kiosk-Modus, also im nicht deaktivierbaren Vollbildmodus ohne alle Bedienelemente.
Das „InPrivate-Browsen“ ist auch im laufendem Betrieb über „Extras“ oder auch über die Tastenkombination Strg-Umschalt-P verfügbar. Wenn Sie jedoch häufig oder standardmäßig ohne Benutzerspuren auf dem lokalen Rechner sowie ohne Cookies und Suchprotokoll surfen wollen, ist eine Verknüpfung etwa mit der Kommandozeile

iexplore.exe -private www.google.de 

der schnellste Start.

Automatische Säuberung: Mit einem Batch-Zweizeiler räumen Sie nach der IE-Nutzung automatisch auf.
Vergrößern Automatische Säuberung: Mit einem Batch-Zweizeiler räumen Sie nach der IE-Nutzung automatisch auf.

Internet Explorer 11: Daten automatisch löschen

Der Internet Explorer bietet seit einigen Versionen eine Option, die Surfdaten über das Betriebssystem automatisch zu beseitigen. Der Aufruf lautet:

rundll32.exe inetcpl.cpl,ClearMyTracksByProcess [n]

Dabei definiert Ziffer [n], was gelöscht werden soll: 1=Verlauf, 2=Cookies, 8=temporäre Daten, 16=Formulareingaben, 32=Passwörter und 255=alle Daten. Die Optionen „1“ und „8“ sind unkritisch, alle übrigen Ziffern können den Surfkomfort deutlich einschränken. Bei größeren Mengen zu tilgender Dateien erscheint ein Dialog mit Fortschrittsbalken. Um nun standardmäßig nach einer IE-Sitzung aufzuräumen, genügt der Start über eine Batchdatei:

„%programfiles%\internet explorer\iexplore.exe“ www.google.de rundll32.exe inetcpl.cpl,ClearMyTracksByProcess 255 

Wenn Sie diesen Zweizeiler etwa als IE.cmd mit Notepad speichern und per Doppelklick auslösen, startet die Batchdatei den Browser, wartet auf dessen Abschluss und löscht dann alle Surfdaten.

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