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Gehalt, Zufriedenheit und Stress in der IT-Branche

08.05.2014 | 10:40 Uhr |

Im Rahmen einer Gehaltsstudie wurden über 3500 IT-Fachkräfte danach befragt, wie es um Gehälter, Karriere, Job-Sicherheit, persönlicher Zufriedenheit und Arbeitsbelastung steht.

Wie denken Angestellte in der Branche über ihr Gehalt, den Stress und die Zukunftsperspektive? Welche Fähigkeiten sind von Managern für IT-Positionen am meisten im Jahr 2014 gewünscht? Unsere Schwesterpublikation Computerworld hat dazu eine Umfrage durchgeführt. 3673 IT-Fachkräfte wurden hierbei in den USA befragt, von denen nahezu alle in Vollzeit angestellt sind. 37 Prozent gaben an im Management zu arbeiten, während 63 Prozent im IT-Bereich tätig sind. 55 Prozent besitzen einen IT-Abschluss, 24 Prozent haben einen Master gemacht und zwei Prozent besitzen einen Doktortitel. Das Durchschnittsalter aller Befragten beträgt 47 Jahre.

Gehälter

Die IT-Gehälter stiegen zuletzt um 2,1 Prozent. Rund 60 Prozent der Befragten berichten von einem Gehaltsanstieg, wogegen nur acht Prozent von Kürzungen berichten. Im Jahr zuvor waren 57 Prozent von Gehaltserhöhungen betroffen und neun Prozent von Kürzungen.

Gefragte Fähigkeiten

Anwendungsentwicklung ist weiterhin die am meisten gefragte Fähigkeit und wurde deshalb von 49 Prozent der Manager, die planen in den nächsten zwölf Monaten IT-Personal einzustellen, als Wachstumsfeld ausgewählt. Andere hoch gefragte Fähigkeiten beinhalten IT-Support, Business Intelligence und Datenbank-Auswertung und -Entwicklung. Rund 63 Prozent der offenen IT-Jobs sind Positionen für hochqualifizierte Spezialisten, wogegen 33 Prozent Angestellten- oder Einstiegspositionen sind.

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Offene Stellen

54 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie ein Headhunter innerhalb des letzten Jahres kontaktiert hat. IT-Verantwortliche haben Probleme damit offene Stellen zu besetzen; die Hälfte der befragten Manager berichtet, dass es mindestens drei Monate dauert, bis eine offene IT-Stelle besetzt sei.

Während Stellen unbesetzt bleiben, häufen sich die Projekte für aktuelle IT-Angestellte. Rund 26 Prozent der Teilnehmer sagen, dass ihre Arbeitsbedingungen im letzten Jahr signifikant durch die unbesetzten Stellen beeinträchtigt wurden. Im Jahr zuvor waren es im Vergleich nur 20 Prozent, die das beklagten. Ein Drittel der Befragten gaben an, an Projekten mitzuarbeiten, die personell unterbesetzt sind.

Zufriedenheit mit Gehalt

Wenn es zur Vergütung und den Boni kommt, gaben etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer (53 Prozent) an, zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrer Bezahlung zu sein, wogegen 23 Prozent unzufrieden oder sehr unzufrieden sind. Trotzdem sagen 52 Prozent auf die Frage, ob sie angemessen bezahlt würden, dass sie bezogen auf ihre Rolle und Verantwortung unterbezahlt wären und nur 23 Prozent finden, dass ihr Gehalt bezüglich des Wirtschaftswachstums und der Nachfrage angemessen sei.

39 Prozent der Umfrageteilnehmer denken, dass die Bedingungen in den letzten zwei Jahren ihrer Karriere gleich geblieben sind. 31 Prozent gaben an Fortschritte gemacht zu haben und 30 Prozent haben das Gefühl Rückschritte gemacht zu haben.

Die Jobzufriedenheit

Eine große Mehrheit (63 Prozent) der Befragten berichtet, dass sie mit ihrem derzeitigen Job sehr zufrieden oder zumindest zufrieden ist. 19 Prozent davon gaben an jetzt zufriedener als vor zwölf Monaten zu sein.

Als die Teilnehmer gefragt wurde, wo sie sich auf der Karriereleiter in fünf Jahren sehen, sahen sich 41 Prozent noch im gleichen Job oder in einem ähnlichen in einem anderen Unternehmen, 37 Prozent dagegen konnten sich vorstellen aufzusteigen, 18 Prozent erwarten dann bereits in Rente oder selbstständig zu sein und immerhin vier Prozent glauben die IT-Branche bis dahin komplett verlassen zu haben.

Der Seelenfrieden

Mit dem Wirtschaftswachstum wächst auch der Anteil der Befragten, welche sich sicher oder sogar sehr sicher in ihren Jobs fühlen, von 57 Prozent 2012 auf 59 Prozent 2013 und auf ganze 61 Prozent in diesem Jahr. Trotzdem fühlten sich 20 Prozent vor zwölf Monaten sicherer in ihren Jobs, als das jetzt der Fall ist.

Insgesamt sehen 48 Prozent die IT-Branche als sicherer als andere Arbeitsbereiche an, 41 Prozent denken sie sei ebenso sicher wie andere und nur elf Prozent glaubt die IT-Branche sei unsicherer.

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Die Überlastung durch Arbeit

Die Zahl derer, die über zu große Belastung klagen, ging von 50 Prozent auf nur noch 46 Prozent zurück. Trotzdem bleibt die Arbeitslast ein großes Problem: 84 Prozent der Befragten fühlten Druck durch steigende Produktivität, die Übernahme von neuen Aufgaben oder auch beides – nur 11 Prozent erhielten einen angemessene Erhöhung der Vergütung für die angestiegene Arbeitslast. 68 Prozent der Teilnehmer sagen, dass Sie einen weiteren Anstieg der Arbeitsbelastung und Verantwortung innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarten.

An die Arbeit gebunden

Viele IT-Mitarbeiter beklagen, dass sie auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar sein müssen und auch im Urlaub arbeiten müssen. Rund 55 Prozent der Befragungsteilnehmer gaben an häufig oder auch sehr häufig an Wochenenden und Abenden erreichbar sein zu müssen.

Die veränderten Prioritäten

Jedes Jahr werden die Teilnehmer nach den fünf wichtigsten Faktoren für ihren Job befragt. Das Gehalt bleibt zwar mit 49 Prozent auf dem ersten Platz, verlor aber im Vergleich zu den Vorjahren 2013 mit 68 Prozent und 2012 mit 73 Prozent erheblich an Wichtigkeit. Andere traditionelle Begünstigungen, wie Bonuszahlungen und Begünstigungen wurden ebenfalls weit seltener genannt.

Im gleichen Zeitintervall sind Arbeitsatmosphäre und Zusammengehörigkeitsgefühl, Wertschätzung der Meinung und des (Fach)-Wissens und andere sogenannte „Soft“-Faktoren, um sieben und mehr Prozentpunkte angestiegen, was annehmen lässt, dass Angestellte mehr Wert auf immaterielle Werte, wie Unternehmenskultur, Herausforderung bei der Arbeit und Anerkennung legen.

Auf lange Sicht glücklich

Mit der fortlaufenden Erholung der Wirtschaft, werden Arbeitskräfte bezüglich einer Karriere in der IT-Branche immer optimistischer: Nur 29 Prozent glaubten 2012 daran, dass eine Karriere in der IT und ein potentieller Vergütungszuwachs genauso vielversprechend wie fünf Jahre zuvor sei, wogegen dieser Prozentsatz 2013 schon 38 Prozent und 2014 bereits 42 Prozent betrug.

Letztendlich sind die meisten IT-Fachkräfte glücklich mit ihrer Karrierewahl: 84 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung den Weg in Richtung IT eingeschlagen zu haben.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Computerworld.

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