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Internetsperre einfach umgehen

29.03.2010 | 12:53 Uhr |

Die EU plant einen neuen Anlauf, um den Zugriff auf das Internet zu beschränken. Sie will damit Straftaten verhindern. Wir zeigen, warum die Netzsperre problematisch ist und wie Sie sie umgehen.

Die EU plant eine europaweite Regelung zur Sperrung des Internetzugangs für Websites , die kinderpornografische Inhalte anbieten. Zudem ist in Deutschland nach wie vor das " Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen " in Kraft.

Fünf große deutsche Internet-Provider verpflichteten sich am 17. April 2009 freiwillig dazu, gemäß einer täglich aktualisierten Liste des Bundeskriminalamtes (BKA) eine Internetsperre für strafbare Inhalte einzurichten. Das Problem: Was darunter fällt, bestimmt das BKA allein. Es sind keine richterlichen oder parlamentarischen Kontrollen vorgesehen. In einem zweiten Schritt soll die Internetsperre für alle Provider per Gesetz bindend werden. Dabei sollen die Provider auch speichern, wer versucht hat, auf die verbotenen Adressen zuzugreifen. Wer unbeabsichtigt über eine maskierte Adresse, zum Beispiel per TinyURL, auf eine gesperrte Adresse weitergeleitet wird, könnte so völlig unschuldig ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten.

Zensur, nein danke: Wenn das Gesetz kommt, wird es wahrscheinlich nur für die Provider gelten und diese verpflichten, die Internetsperre einzurichten. Für den einzelnen Nutzer wird es aber keine Verpflichtung geben, sich der Internetsperre zu unterwerfen. Somit ist es nur eine technische, keine juristische Angelegenheit, die Internetsperre zu überwinden.

Die Technik hinter der Internetsperre: Das momentan geplante Verfahren der Internetsperre sieht vor, unerwünschte Sites auf DNS-Ebene auszusperren. DNS steht für "Domain Name System". Das ist die Datenbank, die jedem Rechner-Namen, etwa www.pcwelt.de, eine IP-Adresse zuordnet, unter der dieser Computer im Internet erreichbar ist - in diesem Fall 217.111.81.80.

Für Sites, die auf der BKA-Sperrliste stehen, geben die DNS-Server Ihres Internet-Providers dann statt der korrekten IP-Adresse eine andere zurück, die auf einen Server mit einem Warnhinweis in Form eines Stoppschilds führt.

Um die Internetsperre zu umgehen, verwenden Sie selbst gewählte DNS-Server statt denen Ihres Internet-Providers. Wie das funktioniert, lesen Sie auf den folgenden Seiten. Wichtig: Sie müssen den DNS-Server nur an einer Stelle ändern - entweder zentral in Ihrem Router oder an jedem angeschlossenen PC.

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