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Sicherheitsrisiko externe Festplatten

03.07.2008 | 11:30 Uhr |

Externe Festplatten als Datenspeicher oder Backup-System: Portable Platten für große Datenmengen bieten einfache Bedienung und sind zudem preiswert - bergen aber auch gefährliche Sicherheitsrisiken.

Die Preisspanne externer Festplattensysteme mit USB-, Firewire- oder Netzwerk-Schnittstelle ist riesig. Die Produkte sind besonders bei den Discountern sehr beliebt und werden entsprechend gut verkauft. Aber auch im professionellen Bereich werden sie als Backup-Lösungen gerne eingesetzt. Doch die Unterschiede hinsichtlich Datensicherheit, Qualität und Design sind enorm. Ein großes Problem externer Plattenlaufwerke ist die Hitzeentwicklung der im Gehäuse integrierten Festplatte. Diese unerwünschte Wärme muss rasch an die Umgebung abgegeben werden, um einen Hitzekollaps der Festplatte zu vermeiden. Wir haben uns einige preiswerte Standardlösungen angesehen und mit teuren Speziallösungen namhafter Hersteller hinsichtlich der Hitzeentwicklung bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen verglichen. Das Ergebnis: Einige externe Festplattenlaufwerke stellen unter bestimmten Bedingungen ein potenzielles Sicherheitsrisiko für Ihre wertvollen Daten dar.

Kühlkonzepte externer Festplatten
Jeder Hersteller von externen Festplattenlösungen versucht einen Kompromiss zwischen hoher Gerätequalität und einem geringen Preis für das Produkt zu finden, um auf dem Markt zu bestehen. Ein wichtiger Kostenfaktor ist dabei ein geeignetes Kühlkonzept des Geräts. Folgende grundlegenden Kühlsysteme werden bei externen Festplatten in der Praxis eingesetzt:

Passive Laufwerkskühlung durch Wärmeabstrahlung
Im Inneren eines geschlossenen Gehäuses aus Aluminium oder Stahlblech wird die Festplatte durch Anpressdruck (Schraubverbindung) mit der Gehäusewand wärmeleitend verbunden. Durch die großflächige metallene Gehäuseoberfläche kann die Wärme der Festplatte an die Umgebung abgestrahlt werden. Vorteile: Es sind preiswerte, kleine und kompakte sowie robuste Bauformen (portabel) möglich. Der Lüfterlärm entfällt komplett. Nachteile: Die Gehäusetemperatur ist sehr hoch. Darüber hinaus ist für eine effektive Kühlung eine geringe Umgebungstemperatur notwendig.

Passive Kühlung durch Konvektion
Das Gehäuse ist mit Luftschlitzen so versehen, dass eine Art Kamineffekt innerhalb des Festplattengehäusesystems entsteht. Die von der Festplatte erzeugte warme Luft steigt auf und entweicht durch die oberen Luftschlitze. Kühle Luft strömt durch die unteren Lüftungsschlitze nach. Es entsteht eine Luftzirkulation. Diesen thermodynamischen Effekt unterstützen häufig zusätzlich an der Festplatte montierte Kühlkörper. Vorteile: Es ist ein durchdachtes Gehäusedesign notwendig. Verzicht auf teure Metallgehäuse möglich. Es entsteht kein Lüfterlärm. Nachteile: Das Konvektionsprinzip erfordert ein aufwendiges und oft teureres Gehäusedesign. Das Kühlkonzept ist abhängig von den Umgebungsbedingungen (Temperatur) und dem Aufstellungsort.

Linkstation Buffalo
Vergrößern Linkstation Buffalo
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Aktive Kühlung durch Lüfter
Ein eingebauter temperaturabhängig regelbarer Lüfter erzeugt einen gerichteten Luftstrom. Dieser überstreicht das Festplattengehäuse und führt die Wärme der Festplatte nach außen ab. Vorteile: Die Festplattentemperatur ist auch unter Extrembedingungen gering. Die Kühlleistung ist relativ unabhängig von den Umgebungsbedingungen. Nachteile: Der Lüfter erzeugt einen hohen Geräuschpegel. Das aufwendige Gehäusedesign ist teuer. Zur weiteren aktiven Kühlung von Festplatten in externen Festplattensystemen setzen die Hersteller auch gerätespezifische Powermanagement-Funktionen ein. Beispielsweise schalten die Modelle Buffalo Linkstation Pro LS-250GL, Plextor PX-EH40L und Seagate 750 GB External HDD Combo / Free Agent Pro sowie WD My Book Pro Edition und Maxtor Onetouch III 750 GB nach einer bestimmten Zeit der Inaktivität die internen Festplatten aus. Die Elektronik des Laufwerksgehäuses bleibt aber ansprechbar. Die Festplatten schalten sich bei der Aufforderung zum Datenaustausch wieder selbständig ein.

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