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Ein Weg zu IT-Investitionen trotz Krise

16.12.2008 | 10:01 Uhr |

Auch in wirtschaftlich schweren Zeiten muss die IT-Abteilung funktionieren. Wer klug handelt und sich über günstige Beschaffungswege Gedanken macht, kann Investitionen tätigen und trotzdem sparen. Gebrauchte Hardware bietet hier für mittelständische Unternehmen zunehmend interessante Möglichkeiten.

Conrad Tobiassi (Name geändert), IT-Verantwortlicher in einem Unternehmen mit 75 PC-Arbeitsplätzen, steht vor einer schwierigen Situation. Sein Geschäftsführer hat ihm das Budget um 25 Prozent gekürzt. Dabei müsste dringend ein Großteil der bestehenden Client-Hardware ausgetauscht werden. Außerdem muss der Betrieb der bestehenden Server-Infrastruktur sichergestellt sein. Dazu ist aber eine Testumgebung und am besten noch ein "Cold Server" – also ein Sicherungsserver, der beim Eintritt eines Notfalls für den Produktivbetrieb bereitsteht – nötig.

So oder so ähnlich sieht das Szenario in vielen kleinen und mittleren Unternehmen aus, und Conrad Tobiassi steht hier stellvertretend für tausende IT-Beauftragte in Deutschland. "Auf der einen Seite sollen die Ausgaben für Informationstechnologie möglichst niedrig sein. Andererseits erwartet die Geschäftsführung vom IT-Leiter, dass er die Qualität seiner IT-Dienstleistung merklich verbessert. "Immer mehr Geschäftsprozesse sollen mit immer weniger Mittel durch IT-Unterstützung umgesetzt werden", beschreibt IT-Berater Axel Oppermann das Dilemma, vor dem viele mittelständische IT-Entscheider stehen.

Große Einsparungen möglich

Eine Möglichkeit, diesen Anforderungen gerecht zu werden, bietet der Markt für gebrauchte Hardware. Bereits benutzte Hardware kann aus mehreren Gründen ein interessanter Ansatz innerhalb der IT-Strategie sein. Beispielsweise besteht für ein Unternehmen die Möglichkeit, seine eigene, nicht mehr benötigte Ausrüstung, an spezialisierte Anbieter zu veräußern. "Wenn ein Unternehmen seine gebrauchte Hardware an uns weiterverkauft, können bis zu 30 Prozent des Neupreises erzielt werden", berichtet Ralf Schweitzer, Geschäftsführer der GSD Remarketing GmbH & Co. KG .

Wiederum gilt für Anwender, ihre Bedarfe an Hardware durch das Beschaffen von gebrauchten Geräten zu decken. Der Effekt sind zusätzlich erhebliche Einsparungen, die erzielt werden. Zahlreiche Unternehmen möchten aus Kostengründen Markenware zu einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis beziehen und greifen deswegen auf gebrauchte Hardware zurück, weiß Ralf Schweitzer zu berichten: "Je nach Produkt sind Preisvorteile von ca. 50-60 Prozent, mitunter sogar bis zu 80 Prozent des Neupreises, zum Beispiel bei Servern, möglich." Die Einsparmöglichkeiten richten sich nach Angebot, Nachfrage und Produkttyp und unterscheiden sich daher erheblich. Dazu Maximilian Scheppach von der recycle it GmbH : "Bei PCs liegen die Sparpotenziale bei bis zu 80 Prozent, bei Notebooks zwischen 40 und 60 Prozent und bei TFT-Monitoren zwischen 25 und 35 Prozent".

Starke Nachfrage für PCs, Notebooks, Drucker und Monitore

Laut Scheppach werden Pentium-4-PCs, Notebooks und TFT-Monitore aktuell am stärksten nachgefragt. Die konkrete Nachfrage allerdings richtet sich nach der Unternehmensgröße und Ausrichtung. "Für kleine und mittelständische Unternehmen sind vor allem gebrauchte PCs, Notebooks, Drucker und Monitore interessant. Derzeit beobachten wir eine sehr hohe Nachfrage an Notebooks", berichtet Ralf Schweitzer. Dies liege laut Peter Bundgard, Vorstand der ergoTrade AG , auch daran, dass die Leistung eines 200-Euro-Notebooks für die meisten Anwendungen ausreiche.

Conrad Tobiassi – unser mittelständischer IT-Verantwortliche – hat sich dafür entschieden, die Hälfte seiner Desktop-PCs auszutauschen. Die nicht mehr benötigten Geräte will er zu einem möglichst guten Preis veräußern und sich im Gegenzug mit neuen Notebooks eindecken. Die benötigten Server sollen über bereits benutzte und wieder aufbereitete Hardware abgedeckt werden. Was ihm seine alten Geräte einbringen und was er tatsächlich für die "neuen gebrauchten" Server bezahlen muss, lässt sich durch Bemessungs-Standards ermitteln.

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