Ausblick in die Gaming-Zukunft

Ganz unten, ganz oben

Donnerstag den 17.01.2008 um 12:24 Uhr

von Damina Robota

Crysis
© 2014

Alle großen Hardware-Hersteller bemühen sich zudem mittlerweile darum, Spiele-Entwicklern direkt bei der Anpassung an ihre Produkte unter die Arme zu greifen. Nvidia unterhält zum Beispiel ein hauseigenes Testlabor in Moskau, in dem 50 Mitarbeiter Spiele im Rahmen des "The Way It’s Meant to be Played"-Programms auf 250 Konfigurationen testen.

Zudem schickt der Hardware-Riese auch schon mal Techniker zu den Studios, die bei der Anpassung helfen. Dahinter steckt Eigennutz: PC-Kunden sollen sich sicher fühlen, dass Spiele auf Nvidia- Grafikkarten ohne Probleme laufen, und deshalb lieber zur Geforce greifen statt zur Konkurrenz.

"Nvidia hat DirectX-10-Unterstützung in viele neue Spiele wie zum Beispiel Crysis, Hellgate: London oder World in Conflict gebracht", beschreibt Jens Neuschäfer die Erfolge des Programms. Nur: Der großen Mehrheit der Nutzer von DirectX9-Grafikkarten bringt das gar nichts.

Stattdessen ist das Signal deutlich: Kauft euch neue Hardware! Nicht umsonst haben immer mehr genervte Anwender das Gefühl, ein dubioses Kartell aus Hardware-, Betriebssystemund Spieleherstellern wolle ihnen regelmäßige Aufrüstung aufzwingen.

Der Weg aus dem Hamsterrad führt deshalb nicht über teure Hightech-Komponenten, glaubt der Branchenmann Olaf Wolters, sondern über Massentauglichkeit und Komfort: "Die Industrie sollte über günstige Komplettsysteme nachdenken und bei der Bedienbarkeit auf die Entwicklung im Konsolenbereich schauen. Einfachere Handhabung ist der Schlüssel zu neuen Zielgruppen."

So befindet sich der PC momentan in einem seltsamen Spagat: Auf simplen Gebrauchs-PCs boomen anspruchslose Gelegenheitsspielchen, auf High-End-Maschinen durchstößt die Avantgarde der Spieletechnologie eine Grafikschwelle nach der anderen.

Im breiten Mittelraum dazwischen herrscht Ödnis - für Minispiele zu schade, für aktuelle Hits in voller Pracht nicht geeignet.

Es ist dieses vernachlässigte Segment, aus dem die Konsolen massiv Kundschaft abziehen. Wer ernsthaft spielen will, ohne sich mit Technik auseinanderzusetzen, dem bleibt kaum noch eine andere Wahl als Konsolen.

Selbst klassische deutsche Hits wie die Anno- oder die Siedler-Serie, die traditionell diese Mittelschicht der interessierten Laien ansprechen, setzen in ihren neuesten Versionen so leistungsstarke Systeme voraus, dass viele alte Fans von vornherein ausgeschlossen bleiben.

Donnerstag den 17.01.2008 um 12:24 Uhr

von Damina Robota

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