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Gäste-WLAN: So surfen andere im eigenen Netzwerk

19.10.2014 | 17:05 Uhr |

Ein öffentliches WLAN zu Hause: Das ist eine nette Geste gegenüber Gästen und Besuchern. Wir erklären, wie Sie den eigenen Hot Spot sicher einrichten.

Im WLAN ist noch Platz. Sie können das eigene Funknetzwerk auch für andere Nutzer freigeben. Entweder für Freunde, die während eines Besuchs kurz ins WLAN wollen, um Mails abzurufen oder den Facebook-Status zu aktualisieren. Oder Sie bieten über Ihren Router unbekannten Nutzern einen WLAN-Hotspot – und werden dafür belohnt. Wichtig ist, dass dieses WLAN streng von Ihrem Heimnetz getrennt ist und Sie dafür nicht Ihr WLAN-Passwort preisgeben müssen.

Besuch am Router: Wie viele aktuelle Router lässt sich auch an der Fritzbox 7490 ein Gast-WLAN einrichten, das vom eigenen Funknetzwerk getrennt ist
Vergrößern Besuch am Router: Wie viele aktuelle Router lässt sich auch an der Fritzbox 7490 ein Gast-WLAN einrichten, das vom eigenen Funknetzwerk getrennt ist

WLAN für Gäste einrichten

Bei vielen Router können Sie einen Gastzugang ins WLAN einrichten. Das Gast-WLAN spannt ein eigenes Funknetzwerk mit eigener Verschlüsselung auf, getrennt vom Heimnetz. Die Gäste kommen darüber nur ins Internet. Die Fritzbox bietet ab Fritz-OS 5.59 zusätzliche Möglichkeiten für Gäste-WLAN. Sie aktivieren die Funktion in der Konfigurationsoberfläche des Routers über „WLAN -> Gastzugang -> Gastzugang aktiv“. Anschließend legen Sie in diesem Menü eine SSID, eine Verschlüsselungsart und ein Passwort mit mindestens acht Stellen dafür fest. Diese Informationen können Sie über „Info-Blatt drucken“ ausdrucken.

Vorsicht: Auf diesem Blatt sind auch die Daten für das Haupt-WLAN verzeichnet – die sollten Sie abschneiden, bevor Sie es an Besucher weiterreichen. Tablet- und Smartphone-Surfer können einfach den abgedruckten QR-Code abfotografieren, um ohne weitere Eingaben ins WLAN zu kommen. Das klappt mit der kostenlosen Android-App Fritz!App WLAN unter „Mehr -> QR-Scan“, aber auch mit anderen QR-Scannern. Bei denen müssen Sie aber eventuell erst ein Add-On installieren, damit das Smartphone die WLAN-Einstellungen übernimmt. Um das Gast-WLAN zu aktivieren, benötigt die Fritzbox übrigens keinen Neustart.

Da Vertrauen gut, Kontrolle aber besser ist, können Sie sich das Router-Protokoll der Fritzbox zusenden lassen, um zu sehen, wer wann wie lange im Gast-WLAN unterwegs war. Außerdem lässt sich das WLAN nach einer bestimmten Dauer abschalten oder erst, wenn es der letzte Gast verlassen hat. Standardmäßig erlaubt die Fritzbox im Gast-WLAN nur Surfen oder Mailen, alle anderen Protokolle sind gesperrt, solange Sie den Haken bei dieser Option nicht entfernen. Die Gast-Geräte kommen übers WLAN nur ins Internet, können aber keinen Kontakt zueinander aufnehmen – das können Sie aber in der Fritzbox-Oberfläche erlauben.

Homespot aktiv: Bei WLAN-Routern von Kabel Deutschland ist ein Gast-WLAN automatisch eingerichtet – neben dem eigenen (hier: Hitron-7320)
Vergrößern Homespot aktiv: Bei WLAN-Routern von Kabel Deutschland ist ein Gast-WLAN automatisch eingerichtet – neben dem eigenen (hier: Hitron-7320)

WLAN-Communities: Surfen und Surfen lassen

Kunden der Telekom und von Kabel Deutschland haben eine weitere Möglichkeit, kostenlos in öffentliche WLANs zu kommen: Sie müssen Ihr eigenes WLAN freigeben und dürfen dann in den WLANs anderer Telekom- und KDG-Kunden surfen.

Telekom WLAN-to-Go: Die Telekom arbeitet beim Hot-Spot-Angebot für die eigenen Kunden mit Fon zusammen. In dieser weltweiten WLAN-Community bekommen wie bei WLAN-to-Go Mitglieder, die ihr WLAN für andere freigeben, Zugang zu anderen Fon-WLANs. Um WLAN-to-Go nutzen zu können, benötigen Sie einen IP-basierten Anschluss bei der Telekom. Außerdem funktioniert das Angebot nur mit dem Telekom-Router Speedport W724V (4,94 Euro monatlich, 130 Euro bei Kauf). Sind diese Voraussetzungen bei Ihnen erfüllt, können Sie WLAN-to-Go über das Telekom-Kundencenter buchen.

Technisch baut der Router für WLAN-to-Go ein zweites WLAN mit der SSID „Telekom_FON“ auf, das vom Heim-WLAN logisch getrennt ist – Geräte im To-Go-WLAN bekommen eine IP-Adresse aus einem getrennten IP-Subnetz. Ins Internet kommen die Surf-Gäste dann über eine eigene öffentliche IP-Adresse. Da sich die Nutzer von WLAN-to-Go wie an anderen Hotspots mit den Telekom-Kundendaten anmelden müssen, lässt sich ein Nutzer identifizieren und bei Rechtsverstößen belangen – sie lässt sich aufgrund der anderen IP-Adresse nicht zum Router-Besitzer zurückverfolgen.

Um Verschlüsselung müssen und können Sie sich beim zweiten WLAN nicht kümmern: Das Gäste-WLAN ist, wie bei Telekom-Hot-Spots üblich, nicht verschlüsselt. Sie sehen als Anschlussinhaber nicht, wer wann wie lange am Hot-Spot surft. Maximal können sich sechs Gäste gleichzeitig anmelden. Ihr eigener Datenverkehr wird ab jederzeit mit Priorität behandelt, für die Gast-Surfer steht also nur die restliche Bandbreite des Internetanschlusses zur Verfügung. Schalten Sie Ihren Router oder das WLAN für über 30 Tage ab, wird Ihr WLAN-to-Go-Zugang de-aktiviert – Sie können sich also auch nicht mehr bei anderen Hot-Spots anmelden.

Kabel Deutschland Homespot: Die WLAN-Community des Kabelanbieters funktioniert technisch ähnlich wie das der Telekom. Über ein getrenntes WLAN und getrennte IP-Adressen wird eine Haftung ausgeschlossen. Auch die eigene Datenrate des Internetzugangs leidet nicht durch die Mitsurfer – es können bis zu fünf Geräte mit jeweils maximal 10 Mbit/s Download-Rate sein. Auch bei KDG erkennt der Router-Inhaber nicht, wer im freigegebenen WLAN surft. Die WLAN-SSID heißt „KD WLAN Hotspot+“. Wollen Sie als Gast surfen, müssen Sie sich mit den KDG-Kundendaten anmelden.

Bei jedem Kunden, der einen WLAN-Kabel-Router von KDG bekommt (CBN CH6640E, Technicolor-TC7200K oder Hitron CVE-30360) schaltet der Provider die Homespot-Funktion automatisch frei. Wer die Fritzbox 6360 nutzen, kann bis Ende Oktober noch kostenlos den Homespot über das Kundenportal aktivieren. Dort können Sie die Funktion auch de-aktivieren.

 

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