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Kameras mit Geotagging & GPS im Überblick

22.02.2012 | 11:25 Uhr |

Knipsen mit der Digitalkamera kostet ja nichts. Also können Sie munter draufhalten, bis die Speicherkarte voll ist. Doch bei so vielen Fotos geht schnell der Überblick verloren. Spätestens nach ein paar Jahren rätseln die meisten bei vielen Aufnahmen, was darauf zu sehen ist. Geotagging heißt die Lösung gegen Orientierungslosigkeit.

Nur irgendein weiterer Berggipfel und eine weitere Hausfassade? Nein, das erste Foto zeigt das Breithorn in den Walliser Alpen, das andere wurde in der Altstadt von Palma aufgenommen. Selbst Straße und Hausnummer in der mallorquinischen Hauptstadt lassen sich dank der hinterlegten Geokoordinaten genau zuordnen. Google Streetview bringt dann die Gewissheit: Ja, das ist es! Noch ein Klick weiter zu Wikipedia, schon haben Sie alles Wissenswerte zum Gebäude auf Ihrem Urlaubsbild.

Datenlogger Wintec WPL-2000
Vergrößern Datenlogger Wintec WPL-2000
© Wintec

Lange was dieses Szenario Wunschdenken, doch seit gut einem Jahr rüsten immer mehr Kamerahersteller ihre Modelle mit integriertem GPS-Chip aus. Zu jedem Motiv werden so nicht nur die üblichen Angaben wie Datum, Uhrzeit, Belichtung, Verschlusszeit, Brennweite und so weiter im Exif-Header aufgezeichnet, sondern eben auch die genauen Koordinaten. Selbst in einer riesigen Bildersammlung finden Sie sich schnell wieder zurecht, wenn Sie wissen, wo dieses oder jenes Bild geschossen wurde. Bei den Bilderdiensten wie Flickr, Locr oder Panoramio genügt es, ein Foto auf die Karte zu ziehen, schon platziert sich die Aufnahme automatisch an die richtige Stelle.

Fuji F600EXR mit Reiseführerfunktion
Vergrößern Fuji F600EXR mit Reiseführerfunktion
© Fuji

Fast 30 Digitalkameras mit GPS zu Auswahl

Alles was Sie zum automatischen Geotagging, also der Zuordnung der Geokoordinaten zu den Fotos benötigen, ist eine Digitalkamera mit GPS-Modul. Noch ist die Modellvielfalt verglichen mit gewöhnlichen Fotoapparaten klein, doch immerhin hat praktisch jeder Hersteller mindestens eine solche Kompaktkamera im Programm. Die Preise beginnen bei 120 Euro für die Fuji Finepix XP 30 und die Casio Exilim EX H20G und reichen bis zu 580 Euro für die Leica V-Lux 30. Einen beträchtlichen Schritt weiter bei der Motivbestimmung gehen die Kameras mit integriertem Kompass, wie sie unter anderem Sony anbietet. Damit sehen Sie auf einer Online-Karte nicht nur, wo die Aufnahme entstanden ist, sondern zugleich, in welche Richtung fotografiert wurde. Selbst der Aufnahmewinkel wird über die automatische Koppelung mit dem Zoom richtig dargestellt.

WLAN integriert: Samsung WB850F
Vergrößern WLAN integriert: Samsung WB850F
© Samsung

Standard bei den neueren Modellen ist Full-HD bei der Videoaufzeichnung, einige Kameras bieten zudem Extras wie eine Kartenansicht auf dem Display, Points of Interest und Reiseführerfunktionen, Routenaufzeichnung, WLAN und die automatische Verschlagwortung mit Ortsnamen. Manche Modelle sind sogar wasserdicht und eignen sich daher besonders für den Einsatz im Gelände. Eine Liste aktueller GPS-Kompaktkameras finden Sie unten auf der Seite.

Bei Spiegelreflexkameras ist der Satellitenempfänger meist nicht im Gehäuse integriert, vielmehr lassen sie sich als Zusatzmodule auf den Blitzschuh aufstecken oder seitlich montieren. Insbesondere Nikon unterstützt Geotagging für viele seiner Spiegelreflexmodelle.

Wasserdicht: Nikon AW100
Vergrößern Wasserdicht: Nikon AW100
© Nikon

Geotagging mit jeder Digitalkamera möglich

Das automatische Abspeichern der Geotags über das integrierte GPS ist zwar bequem, aber keineswegs Voraussetzung: Gerade im Urlaub ist Geotagging auch mit Ihrer vorhandenen Digitalkamera möglich. Dazu bedient man sich eines simplen Tricks: Sie zeichnen beim Sightseeing oder bei einer Wanderung einfach den zurückgelegten Weg auf. Das erledigt jedes Outdoor-GPS wie die Garmin-Modelle sowie jedes Smartphone.

Allerdings leidet beim Handy die Akkulaufzeit stark unter dem permanenten GPS-Empfang. Längere Standzeiten bieten da die kleinen Datenlogger ab ca. 30 Euro. Diese Tracker dienen nur dazu, den zurückgelegten Weg aufzuzeichnen: also morgens ein- und abends wieder ausschalten. Weil die Geräte jeden Trackpunkt mit einem genauen Zeitstempel versehen, lässt sich jedes zwischenzeitlich geschossene Foto anhand der Kamerazeit durch den Zeitvergleich einem Standort zuordnen. Das übernimmt die kostenlose Software Geosetter vollautomatisch für einen ganzen Bilderordner. Bei Einzelaufnahmen eignet sich dieses Verfahren nicht. Ist man aber wie im Urlaub längere Zeit unterwegs, lassen sich die eigenen Fotos so per Logger preiswert und einfach geokodieren.

Hersteller

Modell

Preis (ca., in Euro)

Optischer Zoom

Auflösung (Megapixel)

Canon

Powershot S100

380

5-fach

12

Canon

Powershot SX230 HS

190

14-fach

12

Casio

Exilim EX H20G Hybrid GPS

120

10-fach

14

Fujifilm

FinePix F550EXR

205

15-fach

16

Fujifilm

Finepix F600EXR

230

15-fach

16

Fujifilm

Finepix F770EXR

330

20-fach

16

Fujifilm

FinePix XP150

250

5-fach

14

Fujifilm

FinePix XP20

115

5-fach

14

Fujifilm

FinePix XP30

120

5-fach

14

Leica

V-Lux 30

580

16-fach

16

Nikon

Coolpix AW100

250

5-fach

16

Nikon

Coolpix S9300

285

16-fach

18

Olympus

TG-810

210

5-fach

14

Panasonic

Lumix DMC FT3

290

5-fach

12

Panasonic

Lumix DMC FT4

350

5-fach

12

Panasonic

Lumix DMC-TZ10

320

12-fach

12

Panasonic

Lumix DMC-TZ20/TZ22

220

16-fach

14

Panasonic

Lumix DMC-TZ31

370

20-fach

14

Panasonic

Lumix ZS10

ab März 2012

16-fach

14

Pentax

Optio WG-1

225

5-fach

14

Polaroid

SC 1630

230

3-fach

16

Samsung

WB650

190

15-fach

12

Samsung

WB850F

350

16-fach

21

Sony

DSC-HX5V

210

10-fach

10

Sony

DSC-HX7V

225

10-fach

16

Sony

DSC-HX9V

290

16-fach

16

Sony

DSC-TX100V

290

4-fach

16

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