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Funk statt PIN - Was taugt die NFC-Technik?

10.01.2014 | 10:14 Uhr |

Endlich tut sich was in Sachen Funk-Bezahlung: Mittlerweile kann man in einer ganzen Reihe von Geschäften mit NFC-Karte bezahlen. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

Es ist nicht Einmal Ein Jahr her, da war das kontaktlose Bezahlen über Near Field Communication (NFC) nur in Werbung und Theorie bequem, die Praxis sah völlig anders aus. Inzwischen aber bieten immer mehr Geschäfte das Bezahlen per Funk mit der Bankund Kreditkarte an. Mit dem NFC-Smartphone funktioniert das hierzulande allerdings noch nicht, das mobile Bezahlen per Google Wallet außerhalb des firmeneigenen Playstores beschränkt sich nach wie vor auf die USA.

Auch My Wallet, das Handy-Bezahlsystem der Deutschen Telekom, existiert in Deutschland noch nicht, obwohl dies der Konzern ursprünglich für 2013 geplant hatte – schließlich ist My Wallet in Polen längst in Betrieb.

Einfacher haben es Verbraucher, die bereits eine Bank- oder Kreditkarte mit integriertem NFC-Chip besitzen. Visa-Kunden können in Deutschland an fast 30.000 Kassen kontaktlos bezahlen, darunter an allen Aral-Tankstellen und in den Galeria-Kaufhof-Warenhäusern.

Auch der Lebensmitteleinzelhandel hat das kontaktlose Bezahlen für sich entdeckt. Den Anfang machte im Mai die Edeka-Tochter Netto. Der Discounter setzt aber nicht auf NFC, sondern auf eine eigene App, die auf jedem Smartphone mit Android, iOS und Windows Phone läuft. Während die erstmalige Anmeldung langwierig ist, läuft das Bezahlen in der Praxis schnell. Die Hit-Supermärkte folgten einige Monate später, jedoch mit klassischem NFC. Auch hier funktioniert der Bezahlvorgang bis 25 Euro ohne PIN-Eingabe allein durch Auflegen der Karte – um ein Vielfaches schneller als mit der EC-Karte.

Geniale NFC-Tags selber machen

Wirrwarr bei Shops und Banken

So praktisch das kontaktlose Bezahlen ist, so zeigt ein genauer Blick doch das Durcheinander. Nicht alle Shops unterstützen die Kreditkartensysteme Paywave von Visa und Paypass von Mastercard sowie Girogo von den Sparkassen. Daneben mischt noch Mpass mit, eine Kooperation von Mastercard mit den Mobilfunk- Providern O2, Vodafone und Deutsche Telekom. Damit lässt sich dank eines speziellen Aufklebers am Mobiltelefon mit allen Androidund iOS-Smartphones bezahlen. Noch keine Rolle spielt derzeit das neue System iBeacon von Apple, über das sich via Bluetooth 4.0 ebenfalls mobil bezahlen ließe.

Wo genau lässt sich nun mit welcher Art kontaktlos bezahlen? Während Mastercard einen funktionierenden Shop-Locator hat, muss das Visa-Pendant hierzulande passen. Girogo wiederum bietet einen „Shop-Finder“ ebenso wie Mpass .

Allerdings offerieren längst nicht alle Geldinstitute ihren Kunden eine Bank- beziehungsweise Kreditkarte mit NFC-Chip. Nicht jeder, der kontaktlos bezahlen möchte, ist dazu de facto auch in der Lage. Zu erkennen ist die Funkfunktion, falls nicht gleich Paywave oder Paypass auf der Kreditkarte steht, an einem Strahlungssymbol ähnlich dem für WLAN.

Zahlung per NFC - bequem aber sicher

Ist das Bezahlen per NFC sicher?

Schließlich stellt sich die Frage nach der Sicherheit: Können Kriminelle gar Geld von der NFC-Karte abbuchen? Das Szenario ist angesichts der NFC-Reichweite von mehreren Zentimetern bei einer Geldbörse in der Tasche nicht ganz aus der Luft gegriffen – schließlich bezahlt man ja auf genau diese Weise im Geschäft.

PC-WELT hat diesen Aspekt und weitere mögliche Angriffsszenarien bereits ausführlich erörtert. Die Quintessenz: Möglich ja, es gibt jedoch bislang weltweit noch kein betrugsrelevantes Szenario, wie die deutsche Mastercard- Zentrale versichert. Ausführlich erläutert finden Sie die Sicherheitsaspekte in unserem Online-Ratgeber .

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