Fundraising, also die Beschaffung von Spendengeldern, ist für den extrem kostspieligen Wahlkampf in den USA unerlässlich. Traditionell sammeln die Präsidentschaftskandidaten große Summen von Interessengemeinschaften (die sich damit politischen Einfluss erkaufen) und von betuchten Großspendern. Dazu dienten in der Vergangenheit vor allem Spendengalas, über die sich die Präsidentschaftsbewerber kräftig mit neuen Mitteln ausstatten lassen. Dass das gerade für weniger betuchte und bekannte Bewerber jedoch nicht mehr reicht, konnte man schon an Howard Dean bei dem letzten US-Präsidentschaftswahlkampf bestaunen: Das Internet bietet die neue Möglichkeiten, bei unzähligen Kleinspendern eine insgesamt riesige Summe zu sammeln.
Das Internet ermöglicht neue Strategien beim Spendensammeln
Auch Obama nutze die Gunst des Internets und konnte schon von Beginn des Wahlkampfs an seinen Spendentopf durch die kleinen Beträge spendierfreudiger Internetnutzer kräftig füllen. Etwa McCain war er durch die bessere finanzielle Ausstattung weit überlegen, weil hierdurch mitbestimmt wird, was das eigene Wahlkampfteam leisten kann oder nicht. Obama hat als einziger Präsidentschaftskandidat sogar gänzlich auf Spenden über die herkömmlichen Wege verzichtet.
Direkt auf der Internetseite von Barack Obama kann man per Kreditkarte spenden. Wenn es 30 Dollar oder mehr sind, dann erhält man momentan als Präsent sogar ein "2008 Victory T-Shirt". Auf diesem Weg ist der Internetnutzer immer nur ein paar Klicks entfernt von einer Spende und gerade spontane Spender werden wesentlich effektiver angesprochen, als dies in der Zeit vor dem Internet möglich war.
Die unglaublichen 770 Millionen Dollar (McCain sammelte insgesamt noch nicht einmal ein Drittel dieser Summe), die Obama insgesamt zur Verfügung standen, wären ohne das Internet unvorstellbar gewesen. Denn nur hierüber war das effektive Sammeln von Einzelspenden so unkompliziert und interaktiv möglich.
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