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Für Profis: Erste Schritte mit Vmware Workstation

18.04.2017 | 09:10 Uhr |

Wenn es um die Desktop-Virtualisierung geht, ist Vmware Workstation Pro 12.5 für anspruchsvolle Anwender und Profis eine gute Wahl. Der Hypervisor punktet bei den Snapshot-, Netzwerk- und Klon-Funktionen.

Schritt 1: Testversion installieren

Die 30-Tage-Testversion von Vmware Workstation Pro ist mit dem Installationsprogramm schnell eingerichtet. Im Begrüßungsfenster klicken Sie auf „Next“. Zum Bestätigen des Lizenzvertrags setzen Sie ein Häkchen vor „I accept the terms in the License Agreement“ und klicken auf „Next“. Prüfen Sie den im nächsten Fenster vorgeschlagenen Zielordner auf Ihrem Rechner und passen Sie ihn bei Bedarf über „Change“ an. Den darunter angebotenen erweiterten Tastaturtreiber benötigen Sie nicht – lassen Sie das Kästen daher leer, und gehen Sie auf „Next“. Nun kommen Sie zum Dialog „User Experience Settings“. Entfernen Sie das Häkchen vor „Help improve VMware Workstation Pro“, wenn Sie keine statistischen Nutzungsdaten an den Hersteller übermitteln möchten, und fahren mit einem Klick auf „Next“ fort. Bestätigen Sie im weiteren Verlauf das vom Setup-Assistenten vorgeschlagenen Anlegen der Verknüpfungen auf dem Windows-Desktop und im Startmenü mit „Next“. Starten Sie den eigentlichen Kopiervorgang mit „Install“. Zum Abschluss müssen Sie noch Ihre Mailadresse eingeben und damit das Programm für den Testzeitraum von 30 Tagen freischalten. Nach Ablauf der Frist werden Sie zum Kauf aufgefordert.

Vmware Workstation Pro 12.5: Wegfall der Mehrfachregistrierung

Die Installation der 30-Tage-Testversion von Vmware Workstation war in der Vergangenheit wegen des komplizierten Registrierungszwangs umständlich. Mit der Version 12.5 fallen diese Hürden weg. Der Hersteller Vmware hatte es interessierten Nutzern bislang schwer gemacht, die Demoversion von Vmware Workstation einzurichten. Zunächst musste man auf der Vmware-Website ein kostenloses Kundenkonto unter Angabe von Name und Mailadresse eröffnen, um die Testversion auf den eigenen PC herunterzuladen. Bei der Installation der Software wurde dann vom Setup-Assistenten ein temporärer Lizenzschlüssel angefragt, für den sich der Nutzer wiederum bei Vmware registrieren musste. Danach wurde die 30 Tage gültige, kostenlose Test-Seriennummer per Mail übermittelt, allerdings nur in Form eines Aktivierungs-Links. Ein Klick auf „Activate My Evaluation“ im Nachrichtentext führte wiederum auf die Vmware-Website, wo man die ersehnte Probe-Seriennummer endlich im Bereich „Licensing Download Information“ zur Freischaltung der Software in den Setup-Dialog übernehmen konnte. Klingt umständlich und war es auch.

Vmware Workstation Pro 12.5 macht es dem Nutzer einfacher, wenngleich man sich noch immer kostenlos registrieren muss. Es genügt aber, eine Mailadresse beim Installieren des Programms anzugeben, an die der Hersteller dann gelegentlich Info- und Werbematerial schickt. Die Mailadresse braucht nicht bestätigt zu werden.

Schritt 2: Virtuellen PC erstellen

Für gängige Betriebssysteme lässt sich die Installation in einer virtuellen Maschine weitgehend automatisiert durchführen.
Vergrößern Für gängige Betriebssysteme lässt sich die Installation in einer virtuellen Maschine weitgehend automatisiert durchführen.

Im Programmfenster von Vmware Workstation Pro klicken Sie im rechten Bereich auf das Symbol „Create a New Virtual Machine“. Es öffnet sich der Assistent. Im folgenden Dialog klicken Sie auf „Typical“ und „Next“. Im nächsten Fenster nutzen Sie die Easy-Install-Funktion. Die notwendigen Einstellungen fragt der Assistent dann beispielsweise für Windows 10 bei Ihnen ab. Im folgenden Dialog tippen Sie dazu den Windows-Produktschlüssel, den gewünschten Benutzernamen und optional auch das neue Windows-Passwort ein.

Vmware Player: Tipps zur Bedienung

Fahren Sie mit einem Klick auf „Next” fort. Übernehmen Sie den Namen der virtuellen Maschine und das Zielverzeichnis auf der Festplatte. Klicken Sie auf „Next“ und übernehmen Sie die Vorgaben für die virtuelle Festplatte. Der Assistent schlägt eine Größe von 60 GB vor. Erhöhen Sie diesen Wert, wenn Sie ausreichend freien Speicherplatz auf Ihrer echten Festplatte haben und die Installation umfangreicher Programme im virtuellen PC planen. Die übrigen Optionen belassen Sie auf ihren Vorgaben. Nach Klicks auf „Next“ und „Finish” ist der virtuelle Rechner mit Windows 10 startklar. Er erscheint im Vmware-Fenster unter „Favorites“. Rechts werden Details zur virtuellen Maschine angezeigt. Starten Sie das Gastsystem über das grüne Play-Icon und richten Sie das Betriebssystem wie gewohnt ein.

Schritt 3: Snapshots sichern

Mit Snapshots sichern Sie aktuelle Systemzustände und kehren jederzeit wieder zu einer solchen Sicherung zurück.
Vergrößern Mit Snapshots sichern Sie aktuelle Systemzustände und kehren jederzeit wieder zu einer solchen Sicherung zurück.

Ein Highlight in Vmware Workstation Pro ist die mächtige Snapshot-Funktion. Sie sichert den aktuellen Status einer virtuellen Maschine, sodass Sie jederzeit zurückkehren können. Dazu wählen Sie „VM -> Snapshot -> Take Snapshot“, vergeben einen Namen und eine Beschreibung. Für automatische Zwischensicherungen einer Maschine schalten Sie im Snapshot Manager die Option „AutoProtect an“. Im nachfolgenden Fenster setzen Sie ein Häkchen vor „Enable AutoProtect“ und stellen das gewünschte Sicherungsintervall ein.

Schritt 4: Maschine klonen

Ein virtueller PC lässt sich klonen. Ein Assistent begleitet Sie dabei.
Vergrößern Ein virtueller PC lässt sich klonen. Ein Assistent begleitet Sie dabei.

Um virtualisierte Rechner zu sichern, müssen Sie nicht in mühsamer Handarbeit die einzelnen Dateien zusammensuchen und auf einen Datenträger kopieren. Viel einfacher funktioniert das über die grafische Klon-Funktion in Workstation Pro, mit der sich komfortabel eine 1:1-Kopie anlegen lässt. Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Vmware-Hauptfenster auf den virtuellen PC, den Sie vervielfältigen möchten. Rufen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag „Manage“ und „Clone“ auf. Es öffnet sich ein Assistent, in dem Sie zunächst angeben, ob der aktuelle Stand oder ein vorhandener Schnappschuss als Ausgangsbasis des Klons dienen soll. Wählen Sie nun den Klon-Typ, wobei ein vollständiger Klon („Create a full clone“) mehr Unabhängigkeit bedeutet. Ein verlinkter Klon („Create a linked clone“) spart Speicherplatz, ist jedoch nur in Verbindung mit der zugrundeliegenden virtuellen Maschine zu gebrauchen. Verlinke Klons sind zum Beispiels zum Einrichten unterschiedlich konfigurierter Test-PCs geeignet. Geben Sie noch einen Namen für die Kopie ein oder übernehmen Sie den Vorschlag des Programms. Unter „Location“ legen Sie fest, in welchem Ordner die vervielfältigte Maschine gespeichert wird. Ein Klick auf „Fertig stellen“ startet den Vorgang, der abhängig von der Größe des virtuellen PCs einige Zeit dauern kann.

Schritt 5: RAM-Nutzung begrenzen

Mit diesem Schieber begrenzen Sie den Speicherhunger von Vmware beim der Ausführung virtueller Maschinen.
Vergrößern Mit diesem Schieber begrenzen Sie den Speicherhunger von Vmware beim der Ausführung virtueller Maschinen.

Laufen auf Ihrem PC häufig mehrere virtuelle Maschinen gleichzeitig, können Sie Vmware Workstation Pro vorgeben, wie viel des echten Arbeitsspeichers das Programm insgesamt belegen darf. Mit dieser Einstellung verhindern Sie, dass die einzelnen virtuellen PCs so viel RAM beanspruchen, dass Ihr Rechner in die Knie geht. Stattdessen sorgt Vmware für eine gleichmäßige Speichernutzung bis zum vorgegebenen Limit. Überschreitet der Speicherbedarf der Gastsysteme den Grenzwert, werden Teile der virtuellen Maschinen auf die Festplatte ausgelagert. Die Speicherbegrenzung aktivieren Sie in den Einstellungen unter „Edit -> Preferences -> Memory“. Sie sehen einen Schieberegler, mit dem Sie die maximal zulässige Gesamtspeichermenge für Vmware Workstation Pro festlegen. Darunter befinden sich drei Optionsfelder, die das Auslagern von Speicher auf die Festplatte regeln. „Allow some virtual machine memory to be swapped“ ist ein guter Kompromiss, der weder den Host noch die Gäste stark verlangsamt.

Crashkurs: So funktioniert Virtualisierung

Schritt 6: Unity-Ansicht aktivieren

In der Unity-Darstellung werden nur die geöffneten Fenster des Gastsystems auf dem Desktop des Host-PCs angezeigt.
Vergrößern In der Unity-Darstellung werden nur die geöffneten Fenster des Gastsystems auf dem Desktop des Host-PCs angezeigt.

Mit der Unity-Ansicht führt Vmware Workstation Pro ein Gastsystem so auf Ihrem Rechner aus, dass der Eindruck entsteht, die betreffende Anwendung würde ohne Virtualisierungsunterbau laufen. Gedacht ist Unity vor allem für Programme, die für das jeweilige Hauptbetriebssystem nicht verfügbar sind, beispielsweise Photoshop für Linux. Durch die Darstellung ohne die ansonsten obligatorischen Vmware-Fenster fügt sich die Software weitgehend nahtlos in das Hauptbetriebssystem ein. Damit sich die Unity-Darstellung für eine Maschine aktivieren lässt, müssen die Vmware-Gasterweiterungen im jeweiligen System installiert sein. Dann wechseln Sie über das Menü „View“ und „Unity“ in den Unity-Modus. Mit einem Rechtsklick auf eine Maschine und Klicks auf „Settings -> Options -> Unity“ können Sie Unity-Fenster durch eine wählbare Farbumrandung auf dem Monitor hervorheben und dadurch die Unterscheidung von herkömmlichen Programmfenstern auf dem Desktop des Host-PCs vereinfachen.

Schritt 7: Maschinen schützen

Das Verschlüsseln virtueller Festplatten verhindert Spähangriffe auf die im Gast-Rechner abgelegten Daten.
Vergrößern Das Verschlüsseln virtueller Festplatten verhindert Spähangriffe auf die im Gast-Rechner abgelegten Daten.

Unter "Access Control" bündelt Vmware Workstation Pro eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen für Gastsysteme. Damit lassen sich virtuelle Maschinen umfassend gegen unbefugte Zugriffen sichern. Gehen Sie nach einem Rechtsklick auf ein System zu „Settings -> Options -> Access Control“. Ganz oben haben Sie die Möglichkeit, die virtuelle Festplatte durch Verschlüsseln zu schützen. Damit wird der Inhalt der VDMK-Datei mit einem wählbaren Passwort chiffriert. Auch Änderungen an der Konfiguration des Gastsystems können Sie verhindern, indem Sie ein Häkchen vor „Enable restrictions“ setzen und dafür ein eigenes Kennwort festlegen. Der Benutzer muss das Passwort später eingeben, sobald er die Einstellungen der virtuellen Maschine ändern möchte. Sogar einen Diebstahlschutz gibt es: Entfernen Sie das Häkchen vor „Allow USB devices to be connected to this virtual machine“, akzeptiert die virtuelle Maschine keine USB-Geräte. Damit verhindern Sie das Kopieren von Daten aus dem virtuellen PC heraus auf USB-Sticks oder USB-Festplatten.

Schritt 8: Netzwerk-Editor nutzen

Im Netzwerk-Editor habe Sie die Möglichkeit, das virtuelle Vmware-Netzwerk detailliert zu konfigurieren.
Vergrößern Im Netzwerk-Editor habe Sie die Möglichkeit, das virtuelle Vmware-Netzwerk detailliert zu konfigurieren.

Zur Feinabstimmung der Netzwerkeinstellungen enthält Vmware Workstation Pro einen Netzwerk-Editor. Nach Klicks auf „Edit“ und „Virtual Network Editor“ können Sie zusätzliche Netzwerkadapter einrichten, die Netzwerkmodi anpassen, IP-Beschränkungen festlegen und den in Workstation Pro enthaltenen DHCP-Server aktivieren.

Schritt 9: Maschine abfotografieren

Der Menübefehl „Capture Screen“ erstellt ohne weitere Nachfrage einen Screenshot der virtuellen Maschine im PNG-Format.
Vergrößern Der Menübefehl „Capture Screen“ erstellt ohne weitere Nachfrage einen Screenshot der virtuellen Maschine im PNG-Format.

Bildschirmfotos sind hilfreich, um Systemzustände in virtuellen Maschinen festzuhalten oder Fehlermeldungen zu dokumentieren. Um den Bildschirm eines gestarteten PCs als Bild im PNG-Format (Portable Network Graphics) festzuhalten, wählen Sie „VM -> Capture Screen“. Vmware Workstation Pro sichert das Bild automatisch auf Ihrem Desktop.

Schritt 10: Laufwerke mappen

Vmware Workstation kann virtuelle Festplatten als Laufwerk in den Explorer des Host-PCs einbinden.
Vergrößern Vmware Workstation kann virtuelle Festplatten als Laufwerk in den Explorer des Host-PCs einbinden.

Für den Datenaustausch zwischen dem Host-PC und virtuellen Maschinen beherrscht Vmware neben gemeinsamen Ordnern und dem einfachen Hin- und Herschieben von Dateien mit der Maus auch das Mappen virtueller Festplatten. Diese werden dabei ins Dateisystem Ihres Hauptrechners eingebunden, ohne dass eine virtuelle Maschine laufen muss. Gehen Sie im Hauptfenster von Vmware auf „File“, weiter zu „Map Virtual Disks“ und klicken auf „Map“. Wählen Sie mit „Browse“ die Containerdatei der virtuellen Festplatte aus, die Sie öffnen möchten. Setzen Sie ein Häkchen vor „Open file in read-only mode“, wenn der Zugriff nur lesend erfolgen soll, um versehentliche Änderungen zu vermeiden. Klicks auf „OK“ und „Close“ machen das neue Laufwerk im Explorer des Host-PCs sichtbar.

Virtuelle Festplatte: Speicherplatz vergrößern

Wird der Speicherplatz in einer virtuellen Maschine knapp, vergrößern Sie einfach die virtuelle Festplatte mit wenigen Klicks. In Vmware Workstation Pro lassen sich einmal eingerichtete virtuelle Festplatten nachträglich vergrößern. Schalten Sie den PC, der die virtuelle Platte verwendet, zunächst aus. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die virtuelle Maschine und auf „Settings“. Markieren Sie in der linken Spalte den Festplatteneintrag und klicken Sie rechts unter „Disk utilities“ auf die Schaltfläche „Expand“. Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in das Sie die neue Größe der Festplatte eintragen und mit „Expand“ bestätigen. Nun haben Sie die Platte vergrößert, die Partition in der virtuellen Maschine aber noch nicht angepasst. Ist als Gastsystem Windows ab Vista installiert, lässt sich dort nach einem Start der virtuellen Maschine die Datenträgerverwaltung mit „diskmgmt.msc“ im Ausführen-Dialog aufrufen und danach die Partition auf das neue Platzangebot ausdehnen. Bei anderen Betriebssystemen verwenden Sie ein Tool wie das kostenlose Minitool Partition Wizard Free , um die Partitionsgröße auf die neue Gesamtgröße zu erweitern.

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