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Smart Home: Mit der Fritzbox Hausgeräte steuern

12.11.2016 | 09:33 Uhr |

Mit intelligenten Zwischensteckern ist es möglich, elektrische Geräte im Haushalt bequem per App zu steuern und den Energieverbrauch zu senken. Die AVM-Produkte können über die Fritzbox gesteuert werden.

Es sind Pionierzeiten, in denen viele Hersteller die unterschiedlichsten Produkte zur elektronischen Steuerung Ihres Heims auf den Markt bringen. Einige kümmern sich vorrangig um die Steuerung elektronischer Geräte, andere konzentrieren sich auf die Beleuchtung oder die Heizungsanlagen. Bequem mit dem Smartphone das Licht dämmen oder die Alarmanlage scharf schalten, das sind aktuell die populärsten Argumente für Smart-Home-Installationen im Bereich der Elektrotechnik. Einheitliche Standards gibt es leider kaum, die Geräte des einen Herstellers sind nicht kompatibel zu denen eines anderen.

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Mit dem Fritz DECT 200 bietet AVM einen Zwischenstecker an, der über eine DECT-Funkverbindung mit der Fritzbox kommuniziert. Damit niemand dazwischenfunken kann, werden die Daten verschlüsselt.
Vergrößern Mit dem Fritz DECT 200 bietet AVM einen Zwischenstecker an, der über eine DECT-Funkverbindung mit der Fritzbox kommuniziert. Damit niemand dazwischenfunken kann, werden die Daten verschlüsselt.
© AVM

AVM Fritz DECT 200

Für rund 45 Euro ist der Fritz DECT 200 erhältlich. Es handelt sich dabei um einen schalt- und steuerbaren Zwischenstecker, den man einfach zwischen die Wanddose und das elektrische Gerät setzt. Wie der Name schon sagt, arbeitet er mit der DECT-Funktechnik (Digital Enhanced Cordless Telecommunications), die ansonsten vor allem von schnurlosen Telefonen verwendet wird. Um die Fritzbox mit einem neuen Stecker zu verbinden, genügt ein längeres Drücken der DECT-Tasten an der Box. Der Datenaustausch ist verschlüsselt.

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Der DECT 200 besitzt einen Schalter zum manuellen Ein- und Ausschalten der Stromzufuhr. Normalerweise wird man das allerdings über „Heimnetz“ und „Smart Home“ im Menü der Fritzbox erledigen oder mithilfe der App Myfritz (kostenlos) steuern. Sie können dort in 15-Minuten-Schritten angeben, zu welchen Zeiten der Stecker Strom liefern soll. So kann man das Gerät beispielsweise während eines Urlaubs jeden Abend das Licht einschalten lassen, um damit ein bewohntes Haus vorzutäuschen. Natürlich können Sie auf diese Weise auch jeden Morgen die Kaffeemaschine automatisch anwerfen. Der Stecker besitzt aber auch einen automatischen Schaltmodus. Mit der astronomischen Schaltung stellen Sie etwa ein, dass die Steckdose jeden Tag bei Sonnenuntergang aktiv wird und sich bei Sonnenaufgang wieder abschaltet. Dadurch lässt sich etwa ein Außenlicht oder eine Schaufensterbeleuchtung steuern. Außerdem kann der Fritz DECT 200 auf die Einträge „an“ und „aus“ in Google Kalender reagieren.

Der Fritz DECT 200 bietet das automatische Ein- und Ausschalten von elektrischen Geräten an. Die Steuerung erfolgt per Browser und lässt sich unter anderem über eine Kalenderansicht erledigen.
Vergrößern Der Fritz DECT 200 bietet das automatische Ein- und Ausschalten von elektrischen Geräten an. Die Steuerung erfolgt per Browser und lässt sich unter anderem über eine Kalenderansicht erledigen.

Das Gerät schaltet jedoch nicht nur ferngesteuert den Strom ein und aus, es liefert zudem Daten über die angeschlossenen Geräte. Sie bilden die Grundlage für grafische Auswertungen, die in der Fritzbox oder in der App zusammengestellt werden und den Stromverbrauch nach Tagen, Wochen oder Jahren aufschlüsseln, den Durchschnittsverbrauch angeben und auf Wunsch gleich die Kosten und den CO2-Ausstoß mitberechnen. Die Fritzbox verwaltet bis zu zehn Smart-Home-Komponenten, also zum Beispiel zehn Fritz-DECT-200-Modelle. Falls die Reichweite des DECT-Funknetzes dafür nicht ausreicht, können Sie mit dem Fritz DECT Repeater 100 für etwas mehr als 70 Euro nachhelfen. Auf der Cebit 2013 hatte AVM darüber hinaus einen Fritz DECT 210 angekündigt, der dann ebenfalls eine Dimmfunktion enthalten sollte. Das Gerät ist allerdings bis heute nicht auf den Markt gekommen.

Tipp: Wir haben DECT 200 ausführlich getestet.

Ersatz fürs WLAN

Das zweite Smart-Home-Gerät von AVM ist der Fritz Powerline 546E . Dabei handelt es sich um einen Powerline-Adapter, der jedoch um eine schaltbare Zwischensteckdose erweitert wurde. Der Preis liegt bei 90 Euro. Powerline ist auch unter dem Namen Power LAN bekannt. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der Netzwerksignale über das Stromnetz geleitet werden. Das ist eine gute Alternative, wenn das WLAN-Signal in einer Wohnung oder einem Haus aufgrund von Wänden oder anderen Hindernissen nicht bis in den hintersten Winkel reicht. Normalerweise werden Powerline-Adapter paarweise gekauft, da die Geräte der verschiedenen Hersteller oft nicht kompatibel zueinander sind. Der eine Adapter nimmt das Signal des Routers auf, entweder als WLAN-Client oder per Ethernet-Kabel, und moduliert es auf die Stromleitung. Der zweite Adapter in einem anderen Zimmer demoduliert das Signal und gibt es entweder als eigenständiger WLAN Access Point oder per Ethernet-Kabel an die Clients weiter.

Die Powerline-Technik ist mittlerweile ausgereift und arbeitet in den meisten Fällen störungsfrei. Für die Übertragungsraten wurden verschiedene Standards definiert. Derzeit sind 600 Mbps das Maximum, AVM gibt für seinen Powerline 546E eine Geschwindigkeit von 500 Mbps an. Das Gerät von AVM bietet aber nicht nur die Powerline-Funktionalität, sondern lässt sich eben auch als schaltbarer Zwischenstecker nutzen. Im Unterschied zum Fritz DECT 200 nutzt es jedoch nicht den DECT-Standard für die Kommunikation mit der Fritzbox, sondern das Netzwerk. Der Powerline 546E beherrscht den WLAN-Standard 802.11n mit bis zu 300 Mbps und lässt sich einfach per WPS konfigurieren. Neben der Betriebsart als Access Point kann er auch als Repeater, also als Verstärker für das WLAN-Signal, eingesetzt werden. Die Smart-Home-Funktionen entsprechen denen des DECT-Geräts. Allerdings lassen sie sich nicht über die Fritzbox steuern. Stattdessen muss man im Browser die Weboberfläche des Powerline 546E aufrufen.

Lesetipp: USB-Drucker als Netzwerkdrucker einrichten

Per Smart Meter lässt sich der tatsächliche Stromverbrauch abfragen. Auch Auswertungen, etwa zu den Lastspitzen, sind möglich.
Vergrößern Per Smart Meter lässt sich der tatsächliche Stromverbrauch abfragen. Auch Auswertungen, etwa zu den Lastspitzen, sind möglich.

Smart Meter Strom ablesen per Internet

Seit 2010 bieten verschiedene Stromversorger ihren Privatkunden Smart Meter an, Strom- oder Gaszähler, die den tatsächlichen Verbrauch übers Internet einsehbar machen. So kann der Kunde erkennen, zu welchen Zeiten er besonders viel Strom verbraucht und daraus Rückschlüsse darauf ziehen, bei welchen elektrischen Geräten es noch Sparpotenzial gibt. Der Energieversorger kann hingegen durch die Auswertung der Daten Lastspitzen erkennen und seine Ressourcen wirtschaftlicher einsetzen. So weit jedenfalls die Theorie. Geplant war, den Verbrauchern uhrzeitabhängige Tarife anzubieten, sodass sie den Betrieb energiehungriger Geräte in kostengünstigere Nebenzeiten verlegen und dadurch Geld sparen können. Bis heute hat allerdings kein Versorger solche Tarifmodelle vorgelegt. Es ist zudem umstritten, ob eine Verlagerung der Betriebszeiten, etwa von Waschmaschine oder Backofen, tatsächlich praktikabel ist und der Einsatz eines Smart Meter damit zu nennenswerten Einsparungen führt. Dagegen sind die Nachteile offensichtlich. Die Zähler sind teurer. Hinzu kommen Probleme mit dem Datenschutz: Über den Energieverbrauch lässt sich ein Profil des Verbrauchers und seiner Gewohnheiten anfertigen.

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