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Fritzbox: Die besten Tools und Apps

13.06.2014 | 09:15 Uhr |

Rund um Deutschlands beliebtesten Router entwickeln talentierte Programmierer weitere Tools und Dienste. Die besten und nützlichsten Programme stellen wir Ihnen hier vor.

Die Fritzbox ist ein offenes System. Das ist ihr großer Pluspunkt. So können andere Entwickler den Router verbessern und erweitern. Das gelingt ihnen zum einen dank der Linux-Firmware, zum anderen aber auch wegen des einfachen Zugriffs auf die Systemdateien. Die Box reagiert beispielsweise auf eine Kontaktaufnahme per Telnet genauso wie auf FTP und lässt über ihre Update-Funktion sogar das Einspielen eines komplett veränderten Betriebssystems zu. Zwar lehnt AVM einen Support für die modifizierten Geräte ab, bietet aber dennoch mit den Recovery-Dateien eine benutzerfreundliche Möglichkeit, um den Originalzustand wiederherzustellen. Zu den coolen neuen Programmen für die Fritzbox zählt etwa eines, das das Adressbuch der Fritzbox mit den Daten von Outlook abgleicht. Ein anderes Tool zeigt Name und Rufnummer von Anrufern in einem Windows-Fenster an oder verwandelt die Boxen in automatisch arbeitende Download-Maschinen.

Mit Fritzvox erhalten Sie die Möglichkeit, den internen Anrufbeantworter der Fritzbox über Windows zu steuern und bequem am PC die neuen Nachrichten abzuhören.
Vergrößern Mit Fritzvox erhalten Sie die Möglichkeit, den internen Anrufbeantworter der Fritzbox über Windows zu steuern und bequem am PC die neuen Nachrichten abzuhören.

Fritzvox

Mit diesem Tool holen Sie sich eine Fernsteuerung für den internen Anrufbeantworter der Fritzbox auf den Rechner. Obwohl die Oberfläche nichts mit den Standards der Fritzbox-Software gemeinsam hat, stammt die Software von AVM. Allerdings liefert die Firma weder eine Dokumentation, noch bietet sie irgendeine Form von Support. Mit Fritzvox lassen sich die Nachrichten, die auf dem Anrufbeantworter aufgelaufen sind, am PC anhören. Außerdem können Sie eine PIN für die Fernabfrage definieren und zwischen den Betriebsarten „Nur Ansage“ und „Mitteilung aufnehmen“ wechseln. Damit das Tool Kontakt zur Fritzbox aufnehmen kann, muss dort die CAPI-Funktion aktiviert sein. Dazu geben Sie an einem an die Box angeschlossenen Telefon „ #96*3 *“ ein (ohne Anführungszeichen). Zum Abschalten wählen Sie dann „ #96*2 *“.

Freetz - das Custom-ROM für die Fritzbox

Fritzrepass liest die auf der Fritzbox gespeicherten Zugangsdaten für Ihre DSL-Verbindung aus und zeigt sie in einem Fenster unter Windows an.
Vergrößern Fritzrepass liest die auf der Fritzbox gespeicherten Zugangsdaten für Ihre DSL-Verbindung aus und zeigt sie in einem Fenster unter Windows an.

Fritzrepass

Dieses kleine Programm macht die in der Fritzbox abgelegten Zugangsdaten für Dienste wie etwa den DSL-Zugang oder VoIP sichtbar. Dazu müssen allerdings einige Voraussetzungen gegeben sein: 1. Sie müssen das Benutzerkennwort für die Anmeldung an der Box selbst kennen. 2. Die Anmeldung muss so eingestellt sein, dass lediglich das Passwort abgefragt wird. 3. Der Telnet-Zugriff auf die Box muss eingeschaltet sein. Das erledigen Sie, indem Sie an einem an die Fritzbox angeschlossenen Telefon „#96*7*“ wählen. Danach entpacken Sie Fritzrepass und klicken im Unterordner „Portable“ die EXE-Datei an. Markieren Sie „Fritz!Box Password“, tippen Sie das Kennwort ein und klicken Sie auf „Login“. Anschließend können Sie die verschiedenen Dienste auswählen sowie mit „OK“ die Daten anfordern.

Contact Conversion Wizard

Der Wizard ermöglicht eine einfache Übernahme der Kontaktdaten von Outlook und Google Contacts ins Adressverzeichnis der Fritzbox. Dazu liest die Software die Daten aus Microsofts Mailprogramm oder dem Webdienst aus und speichert sie in einer XML-Datei, die die Box lesen kann. Für den Zugriff auf Google Contacts müssen Sie zuvor natürlich Ihre Benutzerdaten eingeben, dazu klicken Sie unten auf den Button „Configuration“. Im Menü der Fritzbox wiederum gehen Sie auf „Telefonie ➞ Telefonbuch“, klicken dann auf „Wiederherstellen“ und geben den Pfad zu dem XML-File an.

Infodesk Phone

Wenn Ihnen das ständige, manuelle Aktualisieren des Adressbuchs der Fritzbox zu umständlich ist, können Sie die Fritzbox auch direkt mit Outlook verbinden. Notwendig sind dafür zum einen die TAPI-Dienste für die Box, die AVM auf seinem FTP-Server kostenlos bereitstellt. Außerdem benötigen Sie Infodesk Phone vom deutschen Hersteller Fischer Software. Sobald Sie beides installiert haben, blendet Windows bei jedem eingehenden Anruf ein Fenster mit der Telefonnummer und dem Namen des Anrufers ein.

Schritt 1: Richten Sie zuerst die TAPI-Dienste für die Fritzbox ein. Sie werden von AVM nicht mehr weiterentwickelt, funktionieren aber auch noch in Windows 8.1. Infodesk Phone setzt das .NET Framework 4 von Microsoft voraus. Falls es in Ihrer Windows-Installation fehlt, macht die Software Sie darauf aufmerksam. Laden Sie in diesem Fall das Paket bei Microsoft herunter und installieren Sie es.

Schritt 2: Im Tool Infodesk Phone markieren Sie im Register „Telefon-Optionen“ die Option „TAPI-Unterstützung aktivieren“ und stellen darüber hinaus im Auswahlmenü die „AVM TAPI-Services for FRITZ!Box“ ein.

Schritt 3: Wechseln Sie zum Register „Outlook-Optionen“ und klicken Sie auf „Kontakte jetzt indizieren“. Auf der rechten Seite können Sie auswählen, ob lediglich Name und Rufnummer erscheinen sollen oder ob Infodesk die Outlook-Visitenkarte einblenden soll – diese bietet zwar mehr Informationen, die Anzeige dauert aber auch erheblich länger. Anschließend können Sie neben „Eingehende Rufnummer“ eine Telefonnummer eintragen und über „Anruf simulieren“ die Funktion testen. Sie können Infodesk Phone mit vollem Funktionsumfang 30 Tage lang testen. Danach stellt das Programm nur noch eine Basisfunktionalität zur Verfügung, die allerdings für die meisten Anwender ausreichend ist.

Tipp: Nach der Installation der TAPI-Services ist es auch möglich, über die Wahlhilfe von Outlook Nummern aus dem Adressbuch per Mausklick anzuwählen. Sobald der Angerufene abhebt, klingelt bei Ihnen das Telefon, und Sie sind verbunden. In Outlook 2013 markieren Sie dazu eine Kontaktkarte und klicken unter „Weitere“ auf „Anruf“.

Mit dem kleinen in Java geschriebenen Texteditor bekommen Sie Zugriff auf viele Einstellungen der Fritzbox, die ansonsten nicht zugänglich sind.
Vergrößern Mit dem kleinen in Java geschriebenen Texteditor bekommen Sie Zugriff auf viele Einstellungen der Fritzbox, die ansonsten nicht zugänglich sind.

Fritzbox Export Editor

Das kleine Java-Tool Fritzbox Export Editor gibt Ihnen Zugriff auf Einstellungen der Fritzbox, die über das Menü nicht erreichbar sind. Dazu gehören etwa die Konfiguration des DHCP-Servers oder auch der Firewall des Routers. Sie sind in einer Textdatei festgehalten, die sich mit dem FB Editor laden, bearbeiten und wieder zurückspielen lässt. Doch Vorsicht: Falsche Einstellungen können dazu führen, dass die Box nicht mehr benutzbar ist. Den Editor bekommen nur registrierte Benutzer des IP Phone Forums . Nach der Anmeldung wird Ihnen der Download-Link angezeigt. Das Programm besteht lediglich aus einer einzigen Datei mit der Endung JAR. Um sie zu öffnen, benötigen Sie Java.

Auf den meisten Rechnern dürfte es bereits installiert sein, ansonsten können Sie es sich kostenlos aus dem Internet holen. Nach der Einrichtung genügt ein Doppelklick auf das File, um das Tool zu starten. Führen Sie am besten zunächst über „Datei ➞ Speichern“ eine Sicherung der aktuellen Einstellungen durch und vergewissern Sie sich, dass Sie für den Fall der Fälle die Recovery-Datei für Ihre Fritzbox auf der Festplatte bereithalten, sie lässt sich bei AVM herunterladen. Danach rufen Sie über „Datei ➞ Einlesen“ die Konfiguration Ihrer Box auf, dabei müssen Sie noch das Kennwort eingeben. Das Tool ist ein simpler Texteditor, Sie können ganz einfach in die Datei hineinschreiben. Änderungen kopieren Sie zum Schluss über „Datei ➞ Konfiguration zurückspielen“ auf die Fritzbox.

Das Zuhause mit Fritzbox-Zubehör aufrüsten

Fritzload ist ein Tool zum Organisieren umfangreicher Downloads. Seine Optionen eignen sich insbesondere für den Zugriff auf Kennwort- und Captcha-gesicherte Server.
Vergrößern Fritzload ist ein Tool zum Organisieren umfangreicher Downloads. Seine Optionen eignen sich insbesondere für den Zugriff auf Kennwort- und Captcha-gesicherte Server.

Fritzload
Mit Fritzload machen Sie Ihre Fritzbox zu einem Download-Manager. Anstatt für das Herunterladen oder auch den Upload umfangreicher Datenpakete einen PC über Nacht laufen zu lassen, können Sie diese Aufgabe der Box übertragen – die ist ohnehin eingeschaltet. Sinnvoll ist das natürlich nur, wenn Sie einen USB-Speicher an die Box angeschlossen und die NAS-Funktionalität aktiviert haben. Fritzload ist eine Erweiterung der Firmware der Fritzbox. Denken Sie daran, dass Sie mit der Installation Ihre Garantie- und Support-Ansprüche verlieren. Besorgen Sie sich zudem eine Recovery-Datei für Ihre Fritzbox. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Software einzurichten, diese werden unter dieser Adresse beschrieben. Am einfachsten ist die Installation über ein AVM-Firmware-Upgrade:

Schritt 1: Laden Sie die Installationsdatei von Fritzload herunter und entpacken Sie sie. Dann gehen Sie im Fritzbox-Menü auf „System ➞ Update ➞ FRITZ!OS-Datei“, klicken auf „Einstellungen sichern“ und auf „Datei auswählen“. Steuern Sie im entpackten Fritzload den Ordner „doc“ und darin das File Fritzload_Installer.tar an und klicken Sie auf „Update starten“. Das Programm installiert nun automatisch einen Patch für die Firmware und integriert Fritzload in das Betriebssystem der Box. Nachdem die TAR-Datei geladen wurde, erscheint noch ein Sicherheitshinweis, den Sie mit „Update fortsetzen“ überspringen. Eventuell müssen Sie nach Abschluss der Installation Ihren Rechner neu booten.

Schritt 2: Wenn Sie sich nun wieder bei Ihrer Fritzbox anmelden, erscheint links unten auf der Übersichtsseite ein Link zu Fritzload. Sobald Sie ihn anklicken, lädt das Programm eventuell gleich ein Update von seiner Website und installiert es. Falls nicht, sollten Sie selbst nach Aktualisierungen suchen. Klicken Sie dazu im Menü auf „Hilfe“ und auf „Online-Update“. Dort wird Ihnen die Nummer der aktuellen Entwicklerversion angezeigt, zudem finden Sie an dieser Stelle mehrere Möglichkeiten zum Durchführen eines Updates. Am besten entscheiden Sie sich für ein „Vollständiges Update“. Danach muss die Box über den Button „Neustart Fritz!Box“ neu gestartet werden.

Schritt 3: Ihre Download-Links tragen Sie in das Feld im Register „Download“ ein, dort finden Sie unten auch einen Link zu den aktuell unterstützten Hostern. Die umfangreichen Optionen zur Konfiguration stehen unter „Einstellungen“, im Abschnitt „Autorun“ finden Sie beispielsweise eine Zeitsteuerung. Vergessen Sie nicht, nach Änderungen an den Einstellungen den Button „Speichern“ zu drücken.

Tipp: Bei einigen Boxen und ihren aktuellen Firmware-Versionen wird die grafische Bedienoberfläche von Fritzload nicht angezeigt. Stattdessen erscheint eine textorientierte Version, die zudem nicht vollständig übersetzt ist. Abhilfe schaffen hier die neuesten Entwicklerversionen von Fritzload, die allerdings eventuell noch nicht stabil laufen. Laden Sie die neueste Version mit „Download Snapshot“ herunter und entpacken Sie die Dateien auf den USB-Speicher, den Sie an Ihrer Fritzbox als NAS-Server verwenden – das können Sie am PC erledigen. Schließen Sie den Speicher an die Fritzbox an und greifen Sie mit einem Telnet-Client wie Putty darauf zu.

Damit das funktioniert, muss der Telnet-Dienst der Box eingeschaltet sein. Geben Sie dazu an einem an die Box angeschlossenen Telefon die Kombination „ #96*7 *“ ein. Zurück in Putty geben Sie als Zieladresse die IP der Fritzbox ein. Achten Sie darauf, dass Sie in dem Tool als „Connection Type“ die Option „Telnet“ markiert haben. Für die Anmeldung geben Sie nun das Kennwort für die Box und eventuell Ihren Benutzernamen ein. Wechseln Sie mit dem Befehl cd in das Verzeichnis /var/media/ftp/Bezeichnung des USB-Speichers/FritzLoad/bin und rufen Sie dort den Befehl install.sh -i auf. Nach der Installation tippen Sie reboot ein, um die Fritzbox neu zu starten.

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