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Bildmontage mit Gimp

18.07.2008 | 10:00 Uhr |

Mit einem neuen Gimp-Werkzeug stellen Sie schnell Motive frei, um sie anschließend in eine Bildmontage einzubauen. Das Tool spart viel Zeit und verspricht schnelle Erfolgserlebnisse.

Verschiedene Teile digitaler Fotos in einem neuen Bild zu vereinen ist mit der Bildbearbeitung Gimp nicht schwierig. Damit können Sie beispielsweise eine Person aus einem Foto herausschneiden und mit einem neuen Hintergrund kombinieren. Damit solche Montagen aber professionell aussehen und der Kunstgriff nicht gleich auffällt, muss das montierte Motiv sauber freigestellt, also vom Rest des ursprünglichen Bildes getrennt werden. Gerade daran aber scheitern Einsteiger häufig, und auch für Profis sind solche Freisteller gar nicht selten eine mühselige Angelegenheit. Glücklicherweise wartet Gimp in der aktuellen Version 2.4.6 mit einem neuen Werkzeug auf, das eine Alternative zum oft langwierigen Arbeiten mit der "magnetischen Schere" bietet. Das Werkzeug für die "Vordergrundauswahl" springt dort ein, wo die schnelle Auswahl mit dem "Zauberstab" an ihre Grenzen stößt. Ähnliche Farben in den Bildteilen, die den Freisteller umgeben, sind nun kein Problem mehr. Auch das nach der ersten Auswahl meist übliche zeitraubende Retuschieren mit Pinsel oder Stift ist nicht mehr im bisherigen Umfang nötig. Die maskierte Auswahl lässt sich mit dem neuen Verfahren viel unkomplizierter im Nachhinein optimieren, da Ihnen Gimp mit Hilfe von Berechnungen viel Arbeit abnimmt. Auch Profis werden das Tool zu schätzen wissen, da sich der Zeitaufwand für Montagen erheblich reduzieren kann. Im Folgenden stellen wir Ihnen das neue Auswahl-Werkzeug in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung vor.

Das richtige Material
Im Prinzip ist bei Montagen alles machbar. Je mehr Zeit Sie investieren, um ein Objekt freizustellen, desto sauberer wird das Endprodukt. Das gilt grundsätzlich auch beim Einsatz des neuen Werkzeugs. Sie können sich beim Freistellen viel Arbeit sparen, wenn Sie beim Fotomaterial die richtige Auswahl treffen. Im Gegensatz zum Arbeiten mit dem "Zauberstab" benötigen Sie nicht mehr unbedingt einen nahezu einfarbigen Bildhintergrund, damit das Freistellen problemlos funktioniert. Allerdings erleichtern Sie sich und dem Werkzeug die Arbeit, wenn Sie darauf achten, dass die direkte Umgebung des freizustellenden Objekts möglichst andere Farben oder Helligkeitswerte aufweist. Glatte Ränder sind natürlich ebenfalls leichter vom Hintergrund zu trennen als zum Beispiel Haare.

Zum Ausprobieren des Werkzeugs eignet sich ein ganz normales Urlaubsfoto, das wie im Beispiel einen Menschen in einer Landschaft zeigt. Ebenso brauchbar als Motiv können Tiere sein. Ein regelrechter Klassiker als Modell für Montage-Workshops ist die Schildkröte. Weist ein Bild noch Rauschen oder andere Fehler auf, sollten Sie solche Bildstörungen immer vor dem Freistellen bearbeiten. Dasselbe gilt für eine Erhöhung des Kontrasts, vorausgesetzt, sie soll das gesamte Bild betreffen. Ist Ihr Motiv recht klein, sorgen Sie vor dem Freistellen mit dem Vergrößerungswerkzeug für die optimale Ansicht.

Blaue Maske für die Grobauswahl.
Vergrößern Blaue Maske für die Grobauswahl.
© 2014

Umriss festlegen
Der Vorteil des neuen Werkzeugs besteht darin, dass es mehrere Tools vereint, die Sie für die einzelnen Arbeitsschritte brauchen. Zunächst müssen Sie einen Rahmen um Ihr Motiv erzeugen. Der Rahmen muss nicht sehr genau und auch nicht optisch ansprechend sein. Er stellt nur ein Hilfsmittel für die nötige Berechnung der Farbwerte dar und sollte daher möglichst alle Teile Ihres Vordergrundobjekts umrahmen. Auf diese Weise legen Sie fest, auf welchen Bereich des Bildes sich die folgenden Schritte auswirken sollen. Aktivieren Sie das neue Werkzeug "Vordergrundauswahl" im Gimp-Hauptfenster. Zunächst funktioniert es wie das Freihand-Werkzeug für die freie Auswahl. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt, und ziehen Sie eine Umrisslinie um Ihr Motiv. Lassen Sie die Maustaste erst los, wenn die Linie das Motiv umschließt.

Grobauswahl erstellen
Vergrößern Grobauswahl erstellen
© 2014

In der Standardeinstellung legt sich jetzt eine blaue Maske über den nicht ausgewählten Teil des Bildes. Alternativ können Sie im Werkzeugfenster bei "Vorschaufarbe" auch Grün oder Rot einstellen, damit die Maske sich farblich ausreichend von Ihrem Motiv und Hintergrund abhebt. Falls Sie sich beim Ziehen einmal vertan haben oder versehentlich zu früh die Maus loslassen, werden Sie eine ungewollt erzeugte Maske auch schnell wieder los. Aktivieren Sie dafür einfach ein anderes Auswahlwerkzeug, etwa die "Elliptische Auswahl". Anschließend können Sie mit dem "Vordergrundauswahl"-Werkzeug einen neuen Versuch starten.

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