Das Freenet-Projekt verfolgt einen viel weiter gehenden Ansatz: Es möchte ein zensurresistentes und anonymes Netzwerk schaffen, in dem sich jeder anonym bewegen und publizieren kann. Das Projekt plant also ein ganz neues Netz innerhalb des Netzes, unabhängig vom World Wide Web und anderen Diensten. Die ambitionierte Idee ist sicher sehr interessant, geht aber leider zu Lasten der Geschwindigkeit. Aus Anwendersicht ist die Software ähnlich wie Tor zu bedienen, ein lokaler Dienst empfängt die Pakete vom Browser und leitet diese in das Freenet-Netzwerk weiter.
Eine Besonderheit: Freenet verhält sich ähnlich wie eine Datei-Tauschbörse. Wer am Freenet teilnimmt, bekommt automatisch Daten „zugeschaufelt“, die lokal abgelegt werden. Andere Benutzer rufen diese zwischen gespeicherten Inhalte beispielsweise von Ihrem Rechner ab. Keine Sorge, diese haben nur Zugriff auf Freenet-Dateien, alle anderen Daten auf Ihrem Rechner bleiben ihnen verborgen.
Das Freenet wächst allmählich, doch im Gegensatz zum WWW sind hier nur etwa einige tausend Seiten zu finden. Die Nutzer sind so verschieden wie die des Internet: von der Charta der Vereinten Nationen über die übliche Schmuddelecke bis hin zum Hackerclub oder verschiedenen Menschenrechtsgruppen.
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