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Überblick: LED-Module als Blitzersatz für Kameras

17.01.2015 | 08:33 Uhr |

LED-Flächen-Leuchten bzw. Video-Leuchten sind seit Kurzem eine Alternative zum Blitz und erhellen Objekte dank neuester Licht-Technologie beim Filmen und Fotografieren. Ob sie tatsächlich den klassischen Blitz ersetzen können, haben wir in der Praxis getestet.

Bei Videoaufnahmen in Innenräumen fast unverzichtbar und in vielen Fotosituationen häufig Mangelware ist das Licht bzw.  zusätzliches Licht. LED-Flächenleuchten bieten sich hier als erhellende Helfer an. Ideal wenn man diese auf den Blitzschuh der DSLR-, System-, oder Kompaktkamera stecken kann um annähernd Tageslichtverhältnisse zu schaffen. Ob die LED-Flächenleuten halten, was sie versprechen, und ob sie als Blitz-Ersatz taugen, erfahren sie im Folgenden.

Hama LED Light Power 42

Mit dem LED Light Power 42 schickt Hama eine Flächenleuchte ins Rennen, die kompakte Maße und ein geringes Gewicht bietet. Sie will, mit nur 42 LEDs bestückt, eine höhere Lichtleistung erzielen, als die Leuchte von Kaiser mit 96 LEDs. Das gelingt dieser Leuchte nicht. Nicht nur wegen der geringeren Anzahl der verbauten LEDs, sondern auch bedingt durch die Stromversorgung mit nur 3 AAA Batterien. Ist die Leistung in den ersten paar Minuten noch ordentlich, so nimmt sie rasch ab und den eingesetzten Batterien bzw. Akkus geht schnell die Puste aus.

Dauerlicht vs. Kamerablitz - die Beleuchtung ist beim LED-Panel vom Fotografen viel besser dosierbar, wie das linke der Bilder zeigt.
Vergrößern Dauerlicht vs. Kamerablitz - die Beleuchtung ist beim LED-Panel vom Fotografen viel besser dosierbar, wie das linke der Bilder zeigt.

Positiv ist, dass sich insgesamt sieben drehbare Elemente so ausrichten lassen, dass eine Ausleuchtung auch für weitwinkelige Objektive gelingt. Dies allerdings auch nur auf kurze Entfernung. Bereits kleine Räume vermag Hamas LED Light Power 42 nicht ausreichend auszuleuchten. Im Vergleich zu den anderen Geräten ist die Verarbeitungsqualität befriedigend, die Leistung aber insbesondere auf den Preis bezogen nur knapp ausreichend. Deutlich besser aufgestellt ist hier Hamas Schwanenhals-Lösung, gerade für den Makrobereich.

Dieser Artikel stammt aus der FotoWelt 1/2014

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Kaiser Star Cluster

Kaisers Star Cluster ist in vielerlei Hinsicht eine flexible und kompakte Lösung. Zum einen bei der Stromversorgung, die entweder über fünf AA Batterien/Akkus, einen Canon-Akku LP-E6 (oder baugleich) so wie optional über ein Steckernetzgerät erfolgen kann. Zudem lässt dich die Leuchte mit baugleichen Leuchten via Stecksystem zu einem größeren Cluster erweitern und sich mittels Schwenk- Neigegelenk entweder direkt auf der Kamera oder via Montage auf einem Stativ flexibel ausrichten. Beim Kombinieren mehrerer Geräte ist dies nebeneinander und übereinander möglich. Praktisch ist auch die Montage der Difusor- bzw. Filterscheiben über Magnete an allen vier Ecken der Leuchte. Die Verarbeitungsqualität und Leistung im praktischen Einsatz hinterlässt einen allgemein guten Eindruck.

Dörr Ultra LED Video Light 126

Genau wie Kaisers Star-Cluster kann auch das Ultra LED Video Light 126 von Dörr mittels beiliegendem Adapter mit einem Akku, zum Beispiel aus der Sony SD, F, FM oder FH-Serie, oder mit 6x AA Batterien bzw. Akkus betrieben werden. Als sehr kompakt kann man die Flächenleuchte von Dörr im Vergleich zu den vorherigen Modellen nicht betrachten, dafür ist sie aber eben auch mit mehr Energiepower und mit 126 LEDs bestückt, die eine wirklich erhellendes Ergebnis liefern. Die Verarbeitungsqualität und die Handhabung sind gut.

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Dörr LED 170 Xtra 1200 Lux

Dörrs LED 170 Xtra 1200 Lux präsentiert sich mit identischen Abmessungen wie das Ultra LED Video Light 126, ist dafür aber mit mehreren (170) kleineren LEDs bestückt. Sie bringen in Kombination dann auch eine höhere Lichtleistung (1200 Lux). Auch diese Dörr-Leuchte kann mit einem Akku aus den verschiedenen Sony-Kamera-Serien oder mit sechs AA Batterien bzw. Akkus betrieben werden. Zwei weitere Unterschiede zum Dörr Ultra LED Video Light 126 sind ein separater Ein/Aus-Schalter und ein Drehrad zum Dimmen. Vorgenannte Leuchte bietet dies in Kombination.

Beide Dörr-Leuchten haben im Test die Nase vorn. Das Dörr Ultra LED Video Light 126 bietet ein sehr gutes Preis- und Leistungs-Verhältnis und das Dörr LED 170 Xtra 1200 Lux bietet am meisten Lichtleistung bei einem moderaten Preis. Kaisers Star Cluster ist eine sehr flexible und erweiterbare Lösung und Hamas LED Light Power 42 kannsoeben noch befriedigen, ist aber keine wirkliche Empfehlung. 

Hama LED Photo/Video Slim Panal 40 im Praxiseinsatz an einer DSLR mit Makroobjektiv.
Vergrößern Hama LED Photo/Video Slim Panal 40 im Praxiseinsatz an einer DSLR mit Makroobjektiv.
© Hama

Lampen für besondere Aufgaben - LEDs für Makro oder als Blitzergänzung

Neben den vergleichbaren Leuchten im Test haben wir uns auch zwei besondere Lösungen angesehen. Zum einen das LED Photo/Video Slim Panal 40 von Hama und zum anderen das AVL-102 LED von Dörr . Letzteres ist eine „Flächenleuchte“ mit einer quadratischen Aussparung, durch die ein Systemblitzgerät passt. Das LED-Licht kann also zusätzlich mit einem Blitzgerät oder eben beides separat zum Einsatz kommen. Das Gerät ist mittels eines universellen Aufstecksystems laut Dörr fast jedem Systemblitz verwendbar. Es kann aber auch als Videoleuchte auf dem Blitzschuh eingesetzt werden. Immerhin erhellen hier 102 LEDs das Umfeld und Dörr liefert vier Filter mit. Eine durchaus praktikable und flexible Lösung.

Das LED Photo/Videp Slim Panal 40 von Hama verfügt über einen 29 cm langen, flexiblen Schwanenhals, an dem sich am einen Ende die Befestigung für den Blitzschuh nebst Batteriefach und am anderen Ende die LED-Leuchte mit 40 LEDs befindet. Die Leuchte hat in etwa die Größe einer Zigarettenschachtel. Sie ist dimmbar, und wer möchte kann mit dem beiliegenden Diffusor das Licht weicher machen und mit dem Orange-Filter wärmere Farbtöne erzielen. Diese Lösung von Hama ist insbesondere für den Makrobereich interessant.

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