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Fotos, Videos und Musik vom Handy auf den Fernseher

31.05.2014 | 10:09 Uhr |

Viele Menschen haben „alles“ auf Ihrem Smartphone. PC-WELT erklärt, wie Sie Ihre Musik, Fotos und Videos blitzschnell vom Handy auf den Fernseher im Wohnzimmer streamen.

Kaum noch jemand greift auf der Wohnzimmercouch noch zum Notebook, schließlich sind Smartphone und Tablet viel leichter, handlicher, stets betriebsbereit und oft sogar praktischer. Wer beispielsweise seine Handy-Fotos zeigen oder einen Film abspielen möchte, kann das sofort per Fingertip – ohne mühsames Überspielen.
 
Fabelhafter Foto-Fun mit Smartphone-Apps
 
Das Ganze hat nur einen Nachteil: Man sieht die Inhalte zunächst nur auf dem kleinen Display und nicht auf dem viel größeren Fernseher. Insbesondere mit mehreren ist es natürlich angenehmer, Fotos und Videos auf dem TV-Gerät zu zeigen.

Übertragen auch ohne Smart-TV

Für Apple-Verhältnisse ist das „Apple TV“ mit knapp 100 Euro richtig günstig, nötig ist die Box aber nicht. Denn mit den richtigen Apps lassen sich die Inhalte vom Smartphone auf so den Fernseher übertragen.
Vergrößern Für Apple-Verhältnisse ist das „Apple TV“ mit knapp 100 Euro richtig günstig, nötig ist die Box aber nicht. Denn mit den richtigen Apps lassen sich die Inhalte vom Smartphone auf so den Fernseher übertragen.
© Apple

Wer einen aktuellen „smarten“ Fernseher besitzt, kann das TV-Gerät nicht nur über eine Fernbedienungs-App vom Handy steuern, auch der Austausch der Inhalte ist einfach. Das gleiche gilt die Box Apple TV für knapp 100 Euro mit dem iPhone, iPad oder iPod Touch. Auch für die Smart-TV-Box von Videoweb (gut 100 Euro) existiert mit dem Android Viewer eine App zum Streamen über das Zusatzgerät auf den Fernseher. Das alles funktioniert gut, ist aber keineswegs Voraussetzung.

Vielmehr genügt am TV-Gerät ein WLAN- oder einfacher Netzwerkanschluss, über den mittlerweile selbst kleine Schlafzimmermodelle ab 200 Euro und viele, auch mehrere Jahre alte Fernseher verfügen. Ferner benötigt man einen gewöhnlichen WLAN-Router wie die Fritzbox, der heutzutage fast Standardausstattung im Haushalt ist.
Möglich wird die Übertragung durch spezielle Apps, die einen UPnP/DLNA-Player, -Renderer und -Server kombinieren: Eine gute Software ist die Android-App BubbleUPnP , die im PC-WELT-Test überzeugte und zudem besonders einfach zu handhaben ist.
Um die Begriffe UPnP (Universal Plug and Play) und DLNA (Digital Living Network Alliance) brauchen Sie sich nicht weiter zu kümmern: Diese bezeichnen herstellerübergreifende Standards zum Ansteuern elektronischer Geräte. Besitzt Ihr Fernseher einen Netzwerk- oder WLAN-Anschluss, versteht er meist auch UPnP/DLNA.

Bubble UPnP: ganz einfach mit genialer Android-App

Noch sieht man nicht viel in der „Now Playing“-Ansicht von Bubble UPnP, doch die Einrichtung der Android-App ist ausgesprochen einfach und komfortabel.
Vergrößern Noch sieht man nicht viel in der „Now Playing“-Ansicht von Bubble UPnP, doch die Einrichtung der Android-App ist ausgesprochen einfach und komfortabel.

Installieren Sie also die App aus dem Google Playstore und überspringen bei der Einrichtung den Hinweis zum „Internet Streaming“ zunächst mit „Skip“. Als Startbildschirm der App erscheint die „Now Playing“-Ansicht. Tatsächlich abgespielt wird natürlich noch nichts, schließlich haben Sie ja weder die Inhalte, noch die Quelle oder das Ausgabegerät gewählt.
 
Und genau in dieser Auswahl liegt die Besonderheit von BubbleUPnP: Es lässt sich alles so einfach festlegen und bedienen, irgendetwas im Netzwerk konfigurieren müssen Sie nicht. Dass alle Geräte, also Smartphone, Fernseher, Router und weitere Hardware wie Webradios oder Netzwerkfestplatten, per LAN oder WLAN am gleichen Netzwerk angeschlossen sind, sei hier vorausgesetzt.

Android-App Bubble UPnP: Auf dem Smartphone die Quelle wählen (rechts: „Devices“), dann das Ausgabegerät festlegen (links: „Renderer“) und streamt man die Inhalte vom Handy auf den Fernseher.
Vergrößern Android-App Bubble UPnP: Auf dem Smartphone die Quelle wählen (rechts: „Devices“), dann das Ausgabegerät festlegen (links: „Renderer“) und streamt man die Inhalte vom Handy auf den Fernseher.

Wechseln Sie in der App Bubble UPnP in das Register „Devices“ und legen dort unter „Libraries“ die Quelle für die Inhalte fest: Das kann das Smartphone bzw. der Tablet-PC selbst sein („Local Media Server“), die Fritzbox mit angeschlossenem USB-Speicher, die Netzwerkfestplatte oder der PC mit installierter Server-Software. Unter den „Devices“ darüber bzw. daneben versteht man das Ausgabegerät. Hier müsste Ihr (eingeschalteter) Fernseher und wieder das Mobilgerät selbst („Local Renderer“) aber gegebenenfalls das Webradio auftauchen.
 
Nach Auswahl von Quelle und Ziel wechseln Sie ins Register „Library“, tippen ganz rechts oben auf die kleine Schaltfläche mit drei Punkten übereinander und wählen dann „Reload“ um die Ansicht zu aktualisieren. Über die Suche oder eine der anderen Kriterien (z.B. „Folder“) starten Sie den gewünschten Inhalt auf dem eingestellten Ausgabegerät.

Alles vom Handy auf den Fernseher

Über die Steuerung direkt aus der App können Sie auch sämtliche anderen Multimediadateien – also Fotos, Musik und Videos – vom Handy bzw. Tablet-PC auf das TV-Gerät streamen. Dazu starten Sie wie gewohnt die App Ihrer Wahl und lassen die gewünschte Datei anzeigen bzw. abspielen. Je nach Anwendung erscheint direkt ein Dialog, in dem Sie nach der Abspieloption gefragt werden: Hier wählen Sie „Bubble UPnP“. Die App überträgt daraufhin den Inhalt auf das eingestellte „Device“, Ihr Fernsehgerät wechselt dabei sogar automatisch die Quelle.

Über die Abspiel- und Anzeigeoption von Bubble UPnP lassen sich nach der Installation der App auf dem Smartphone die Inhalte vom Handy einfach auf den Fernseher streamen.
Vergrößern Über die Abspiel- und Anzeigeoption von Bubble UPnP lassen sich nach der Installation der App auf dem Smartphone die Inhalte vom Handy einfach auf den Fernseher streamen.

Die Wiedergabe von YouTube-Filmen fordert Sie unter Umständen auf, zunächst die Zusatz-App semperVidLinks zu installieren. Damit steht auch YouTube auf dem Fernseher uneingeschränkt zur Verfügung.
 
Alternativ können Sie Inhalte über die „Teilen“-Funktion an Bubble UPnP weiterreichen – so wie Sie es sonst über Facebook, E-Mail, WhatsApp und Co tun. Auf diese Weise bringen Sie beispielsweise blitzschnell Ihre Handy-Fotos und -Videos auf den Fernseher.

Google Music, Dropbox, YouTube und mehr

Die „Settings“, also die Einstellungen von Bubble UPnP, bieten viele weitere Funktionen: So haben Sie über den „Local Media Server“ die Möglichkeit, Ihre Dropbox-, Google Music- und Drive-Accounts in der App freizuschalten. Diese Daten sind dann direkt in Bubble UPnP verfügbar. Und selbst die Lautstärke am Fernseher lässt sich über die App über das Handy steuern – was bei älteren, nicht smarten TV-Geräten ansonsten allenfalls über eine alternative Geräte-Firmware gelingt.
Nicht unerwähnt soll schließlich eine Funktion abseits von Bubble UPnP bleiben: das Koppeln von Smartphone und (smartem) Fernseher oder (smartem) Bluray-Player. Verfügt eines dieser Geräte über eine YouTube-App, können Sie Ihr Smartphone damit verbinden und dann beim Abspielen eines Videos am Handy gleich auf den Fernseher streamen. Drücken Sie in der YouTube-App am Fernseher bzw. Bluray-Player auf „Einstellungen -> Koppeln“. Auf dem TV-Bildschirm erscheinen ein 9-stelliger Pairing- und ein QR-Code.

Smarte TV-Geräte oder Bluray-Player mit YouTube-Funktion lassen sich über die Pairing-Funktion mit der YouTube-App auf dem Smartphone koppeln.
Vergrößern Smarte TV-Geräte oder Bluray-Player mit YouTube-Funktion lassen sich über die Pairing-Funktion mit der YouTube-App auf dem Smartphone koppeln.

Auf dem Mobilgerät öffnen Sie ebenfalls in der YouTube-App die „Einstellungen -> Verbundene TV-Geräte -> TV-Gerät hinzufügen“. Scannen Sie den QR-Code ab oder tippen Sie den Pairing-Code ein und bestätigen Sie mit „Hinzufügen“. Nach der Kopplung wählen Sie aus der YouTube-App auf dem Handy bzw. Smartphone Ihren Fernseher bzw. Player direkt zum Abspielen an.

Android-Sticks und Raspberry Pi als Alternative

Eine Alternative zum vollwertigen Smart-TV und zur Smartphone-App Bubble UPnP stellen die Android-Mini-PCs dar, ähnlich einem USB-Stick, allerdings mit einem HDMI-Stecker. Über diesen werden die per WLAN mit dem Internet verbundenen Minirechner an den Fernseher angeschlossen. Steuern lassen sie sich bequem vom Smartphone oder Tablet mit den Android-Apps DroidMote Server und DroidMote Client. Nachteil: Längst nicht all Apps aus Googles Playstore können auf den HDMI-Sticks installiert werden.
 
Raspberry Pi: Der Computer im Eigenbau

Der Raspberry Pi sieht ohne Gehäuse (ab 7 Euro) wie eine Bastelplatine aus. Dank vorgefertigter Images aus dem Internet lässt er sich aber ganz einfach als Media-Center-PC am Fernseher daheim verwenden.
Vergrößern Der Raspberry Pi sieht ohne Gehäuse (ab 7 Euro) wie eine Bastelplatine aus. Dank vorgefertigter Images aus dem Internet lässt er sich aber ganz einfach als Media-Center-PC am Fernseher daheim verwenden.
© Raspberry

Alternative zwei ist der „Platinenrechner“ Raspberry Pi, den es für weniger als 40 Euro bei Amazon , Conrad und Co jetzt auch in Deutschland gibt. Zusammen mit der Media Center-Software RaspBMC und der Android-App XBMC Remote hat man einen ausgereiften Media-Center-PC , den man ebenfalls per Handy bzw. Tablet bequem von Sofa aus bedienen.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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