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Fotos finden und katalogisieren

10.09.2012 | 09:12 Uhr |

Meta-Daten machen es möglich: Mit geeigneten Werkzeugen finden Sie unter Tausenden von Fotos sofort die gesuchten Motive. Die Werkzeuge sind kostenlos – Sie müssen sie nur richtig einsetzen.

Ohne Ihre Mithilfe bleibt die Fotosammlung eine Pixelhalde. Doch manuelles Markieren von Fotos (Tagging) ist kein purer Spaß. Wenn Sie Ordnung in Tausende von Bilddateien bringen wollen, sind Sie schnell einige Abende beschäftigt. Wir erklären die wichtigsten Foto-Tags und zeigen, wie Sie mit den richtigen Programmen Zeit sparen.

Technische Grundlagen: Exif und IPTC

Der Exif-Block (Exchangeable Image File Format) ist der Standard für Meta-Infos, die Digitalkameras über die aufgenommenen Bilder speichern. Jede Kamera schreibt wichtige Daten wie etwa das Aufnahmedatum in die Fotodatei. Kameras mit GPS speichern auch Ortsinfos (Geotags) in der Datei.
Der IPTC-Block (International Press Telecommunications Council) dient zum inhaltlichen Nachbearbeiten der Bilder. Der IPTC-Datenblock nimmt Stichwörter, Personenmarkierungen, Kommentare oder Urheberhinweise auf. Auch diese IPTC-Infos landen direkt in der Fotodatei.
Leider gibt es aktuell zwei nicht vollständig kompatible IPTC-Versionen: Microsoft folgt dem XMP-Standard, Google verwendet in Picasa noch IPTC-IIM.

Versenden von Bildern ohne Meta-Daten

Zum Entfernen von Meta-Daten genügt der Windows-Explorer.
Vergrößern Zum Entfernen von Meta-Daten genügt der Windows-Explorer.

Wenn Sie Fotos mit Meta-Daten versehen, sollten Sie bei der Weitergabe der Bilder vorsichtig sein. Prüfen Sie vor dem Versand mit Ihrer Fotoverwaltung die enthaltenen Infos und löschen Sie sie gegebenenfalls. Das geht auch fix mit Windows über „Eigenschaften, Details, Eigenschaften...entfernen, Alle auswählen, OK“. Für das Veröffentlichen im Web bietet Microsofts Live Fotogalerie, die in Windows Live Essentials enthalte Bildverwaltung, die Option „Alle Dateidetails entfernen“ unter „Optionen, Veröffentlichen“.

Adobe Lightroom, ACD See und Picasa

Googles Bildverwaltung bietet Personen-Tagging, Geotagging und inhaltlich offene Info-Tags.
Vergrößern Googles Bildverwaltung bietet Personen-Tagging, Geotagging und inhaltlich offene Info-Tags.

Adobe Lightroom (etwa 110 Euro) und ACD See Pro (rund 75 Euro) sind professionelle Tools, die über das Verwalten von Fotos und Meta-Daten weit hinausgehen. Zum Ausprobieren gibt es Testversionen, die Sie 30 Tage lang ausprobieren können.
Für ambitionierte Hobby-Fotografen und Bildersammler eignet sich aber auch das kostenlose Picasa . Die IPTC-Tags von Picasa sind nur teilweise kompatibel mit Microsoft- und Adobe-Software.
Nachdem Sie über „Tools, Ordner-Manager“ Ihre Fotosammlung eingelesen haben, verwenden Sie das Tagging-Fenster rechts, um Ordnung zu schaffen:
Personenmarkierung: Das Kopf-Symbol unter dem Tagging-Fenster bringt Sie zum Personen-Tagging. Wenn Picasa im aktuellen Bild ein Gesicht als solches erkennt, umrahmt es dieses und bietet Ihnen „Namen hinzufügen“ an.
Geotagging: Hier benutzen Sie den roten Marker unter dem Tagging-Fenster. Enthält ein Bild GPS-Daten, zeigt Picasa dabei den Aufnahmeort sofort in einer Landkarte von Google Maps an. Wenn bislang keine GPS-Infos gespeichert sind, geben Sie in das Feld „Adresse suchen“ den Aufnahmeort ein. Danach klicken Sie auf den grünen Marker im oberen Bereich der Karte und anschließend mit der Maus auf die genaue Stelle in der Karte. Dazu können Sie die Karte auf Wunsch größer zoomen.

Live Fotogalerie und Pro Photo Tools

Windows Live Fotogalerie, die in Windows Live Essentials enthalte Bildverwaltung, kann Windows-konforme IPTC-Tags schreiben und ist übersichtlicher als Picasa. Allerdings beherrscht die Software keine Geotags.
Personenmarkierung: Die Tagging-Tools befinden sich im rechten Fensterbereich. Verwenden Sie dort „Personenmarkierung hinzufügen“. Dann erhält ein als Gesicht erkannter Bildbereich automatisch eine Umrahmung, und Sie geben nach einem Klick auf den Rahmen den Namen ein.
Geomarkierung: Die Fotogalerie macht kein echtes Geotagging mit Längen- und Breitengraden. Die hier angebotene „Geomarkierung“ ermöglicht es aber, mit einem Suchfeld Ortschaften abzurufen und dem Bild zuzuordnen.

Hierarchische Tag-Ebenen mit „/“: So finden Sie auch zum Speziellen („Mikesch“), wenn Sie auf allgemeiner Ebene suchen („Katze“ oder gar „Tier“).
Vergrößern Hierarchische Tag-Ebenen mit „/“: So finden Sie auch zum Speziellen („Mikesch“), wenn Sie auf allgemeiner Ebene suchen („Katze“ oder gar „Tier“).

Pro Photo Tools: Microsofts Pro Photo Tools beherrschen Geotagging ebenso wie die übrigen Markierungen. Das Datei-Handling ist ganz einfach: Sie ziehen dazu die gewünschte(n) Datei(en) mit der Maus vom Windows-Explorer in das rechte Tool-Fenster. Daraufhin wechseln Sie oben von der „Thumbnails“-Ansicht zu „Map Browse“ und erhalten eine Weltkarte. Durch Verschieben und Zoomen navigieren Sie zum Ort der Aufnahme(n) und ziehen dann die passenden Bilder an die gewünschte Stelle. Wählen Sie im linken Bereich „Location“ und anschließend „Get location text“. Dann erscheinen der Name der Ortschaft sowie der Ländername. Beachten Sie, dass die Software Änderungen nicht automatisch speichert. Das müssen Sie mit „File, Save All Images with new data“ selbst erledigen.

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