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So erstellen Sie perfekte Landschaftsfotos

01.03.2011 | 11:25 Uhr |

Bei Landschaftsaufnahmen ist eine gezielte Komposition der Fotos nötig, denn leicht entstehen langweilige Bilder. Lesen Sie, wie Sie Landschaften perfekt in Szene setzen und Ihren Aufnahmen Charakter verleihen.

Naturfotos haben immer etwas Ansprechendes , und mit nur wenig Anstrengung erstellen Sie sehr einfach ein hervorragendes Foto. Gelungene Landschaftsfotos strahlen eine besondere Eleganz und Wirkung aus. Der Vorteil von Landschaften für einen Fotografen besteht darin, dass sie sich nur sehr langsam verändern. Eine passende Landschaft können Sie fast überall finden. Schneebedeckte Berggipfel, ein Maisfeld, Wälder oder einfach die Wiese um die Ecke sind bestens geeignet, um eine gelungene Aufnahme zu machen.

Optimale Bildkomposition
Der beste Ort für eine Landschaftsaufnahme ist ein reizvoller Platz. Es macht außerdem einen großen Unterschied, von welchem Blickwinkel aus Sie die Landschaft fotografieren. Bei einem geglückten Landschaftsfoto sind alle Bildteile gleichermaßen einprägsam. Im Grunde genommen gibt es nur eine einzige Regel für den Bildaufbau: Sobald alles richtig aussieht, können Sie zufrieden sein. Weil es jedoch gar nicht so einfach ist, beim Fotografieren alle Besonderheiten einer Szene zu berücksichtigen, existieren eine Reihe von Richtlinien, die bei der Bildkomposition helfen. Die Wichtigste davon für Landschaftsaufnahmen ist die Drittelregel: Diese auch als „Goldener Schnitt“ bekannte Richtlinie existierte schon lange vor der Erfindung der Fotografie. Teilen Sie dazu in Gedanken den Bildausschnitt in Drittel, und legen Sie dann ein Raster mit neun Feldern über das Motiv. Positionieren Sie nun die Kamera, um das Objekt in einen Schnittpunkt der Drittel zu bekommen.
Komponieren Sie das Bild so, dass sich der Horizont oder einer andere starke Waagerechte im Bild auf einer der beiden horizontalen Rasterlinien befindet. Rasterlinien können Sie bei den meisten Kameras im Display oder Sucher einblenden. Die Linien helfen, den Horizont wirklich waagerecht auszurichten und stürzende Linien zu vermeiden. Schenken Sie dem Horizont beim Auslösen besondere Aufmerksamkeit. Er ist in Landschaftsfotos besonders wichtig und sollte sich außerhalb der Bildmitte befinden. Manche Landschaftsfotografen verwenden sogar eine kleine Wasserwaage, die auf dem Zubehörschuh der Kamera befestigt wird und mit der sich die Kamera waagerecht ins Lot bringen lässt. Berücksichtigen Sie die Drittelanordnung auch später bei der Nachbearbeitung am PC, wenn Sie den Bildausschnitt festlegen.

Führungslinien inszenieren
Profi-Fotografen lenken bei ihren Landschaftsfotos den Blick des Betrachters absichtlich durch das Bild. Dazu verwenden sie Führungslinien wie Straßen, Flüsse, Stromleitungen, Bäume oder ähnliche Objekte. Geschickt eingebundene horizontale und vertikale Elemente betonen interessante Details, etwa wenn Gebäude, Brücken oder Ähnliches im Bild zu sehen sein sollen. Manchmal treten diese Linien auch als grafische Diagonalen hervor, obwohl sie das Auge ebenso direkt auf den bildbestimmenden Teil lenken könnten. Dazu müssen Sie eventuell näher rangehen, was in der freien Landschaftsnatur nicht immer einfach sein kann. Abhilfe: Zoomen Sie, setzen Sie eine längere Brennweite ein, oder beschneiden Sie das Bild bei der Nachbearbeitung am Rechner.
Auch grafische Objekte wie unregelmäßig platzierte Bäume oder Heuhaufen in einer Feldlandschaft betonen die Gesamtstruktur, rahmen Teile des Bildes ein und führen das Auge des Betrachters durchs Motiv. Manche Fotos gefallen, weil der Betrachter unterbewusst vorhandene Formen wie Kreise, Dreiecke und Quadrate erkennt. Oft genügt schon eine Form wie die langgestreckte Biegung eines Tals, um das Auge den Windungen oder anderen Elementen im Bild folgen zu lassen. Ein Bogen kann den Blick nach oben lenken, beispielsweise auf Verzierungen, und einen Rahmen für das bilden, was sich in dem Rahmen oder darunter befindet. Mit diagonalen Linienverläufen bringen Sie Spannung in Ihre Fotos. Diagonalen eignen sich als Führungslinie zum zentralen Motivelement. Ein oft genutzter Trick ist es, mehrere diagonale Verläufe, etwa die Abgrenzungslinien von landwirtschaftlichen Ackerflächen, zur Steigerung der Dramatik ins Bild zu nehmen.

Normalerweise das Querformat
Die richtige Ausrichtung hilft, einen aussagekräftigen Bildausschnitt zu finden. In den allermeisten Fällen ist das Querformat für Landschaftsmotive ideal. Es entspricht der gewohnten menschlichen Betrachtungsweise. Bäume, hohe Gebäude oder ein Wasserfall sind Aufnahmeobjekte, für die sich das Hochformat anbietet. Entscheiden Sie, was für das Foto wichtig ist, und bleiben Sie beim Format flexibel. Falls Sie Ihre Aufnahme später in ein Momochrombild umsetzen möchten, sollten Sie helle Objekte an den Bildrändern vermeiden, es sei denn, Sie möchten die hellen Objekte bewusst als Führungslinie verwenden.

Tipp:
Die Wirkung eines im Querformat geschossenen Landschaftsfotos werten Sie mit einer zusätzlich ins Bild integrierten Person auf. Setzen Sie jemanden gemäß der Drittelregel in den Bildrandbereich – oder entscheiden Sie sich, nur einen Ausschnitt der Person zu zeigen. Wirkungsvoll ist es etwa bei einer Standszene, als Hingucker noch die mit Sand beklebten Beine diagonal ins Bild laufen zu lassen.

Weitwinkelobjektiv nutzen
Ein Weitwinkelobjektiv, ob als eigenständiges Objektiv für eine Spiegelreflexkamera oder in Form der Weitwinkeleinstellung an einer Bridge- oder Kompaktkamera, hilft Ihnen, mehr vom Motiv aufzunehmen. Das Weitwinkelobjektiv kann eine Landschaftsszene mit Tiefe versehen. Oder Sie binden damit bei einer weitläufigen Landschaft Elemente des Vordergrunds mit ins Foto ein, ohne diese überzubewerten. Achten Sie bei Weitwinkelaufnahmen darauf, nicht zu viele nichtssagende Flächen mit einzufangen. Bei einer starken Weitwinkelbrennweite von 11 bis 24 Millimetern sollte ein Motiv im Vordergrund stehen. Andernfalls kann das Bild schnell recht leer wirken.

Die richtigen Kameraeinstellungen
Bei guten Lichtverhältnissen entscheiden Sie sich für den niedrigsten ISO-Wert, den Ihre Kamera erlaubt. Bei Dunkelheit können Sie einer Langzeitbelichtung den Vorzug geben. Die besten Resultate erzielen Sie, wenn Sie nicht mit Vollautomatik, sondern mit Blendenautomatik fotografieren. Sie können die Kamerablende so einstellen, dass die Landschaftsbilder bis zum Horizont knackig scharf erscheinen. Wenn Sie die Blendeneinstellung an der Kamera ändern, setzen Sie sie auf einen höheren Wert, damit größere Bereiche des Bildes scharf abgebildet werden. Ideal ist eine Blende zwischen 8 und 11. Vermeiden Sie die Offenblende wegen Vignettierung. Falls Sie die Blende nicht manuell einstellen wollen, wählen Sie den Aufnahmemodus „Landschaft“.

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