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Firefox-Frühjahrsputz: So räumen Sie den Browser auf

04.06.2015 | 08:44 Uhr |

Browser gehören mit zu den wichtigsten Programmen auf dem PC und Firefox ist aufgrund vieler Add-ons besonders beliebt. So machen Sie Firefox in Notfällen wieder flott.

Firefox hat nach seiner ersten Veröffentlichung vor etwas mehr als zehn Jahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Trotz der starken Konkurrenz durch Google Chrome ist Firefox in Deutschland ein Browser mit einem starken Marktanteil geblieben. Je nach Statistik und Publikum rangiert Firefox hierzulande zwischen 18 und 30 Prozent. Eine Menge Nutzer schätzen Firefox wegen der vielen spezialisierten Add-ons (Erweiterungen). Gerade Add-ons können jedoch Probleme verursachen – und das nicht nur bei neueren Firefox-Versionen, die seit 2011 fast im Monatsrhythmus erscheinen.

Neben Kompatibilitätsproblemen gibt es wie in jeder Software Bugs und Speicherlecks, die sich im Zusammenspiel mit umfangreichen Javascripts in Add-ons oder auf Webseiten und bei neuen HTML5-Funktionen zeigen können. Falls Firefox sehr lange Startzeiten zeigt, Seiten unabhängig nur langsam lädt sowie eine ungewöhnlich hohe CPU- und Speicherauslastung erzeugt, helfen die folgenden Methoden weiter, die Ursachen zu finden.

Erweiterungen: Weniger ist mehr

Ein Großteil der verfügbaren Add-ons stammt von Hobbyprogrammierern. Die Mozilla Foundation liefert neben allgemeiner Entwicklerdokumentation gleichfalls praktische Hinweise, welche Methoden eine Erweiterung nutzen und welche sie vermeiden sollte. Das englischsprachige Dokument hierzu ist zur Referenz einsehbar .

Trotzdem können auch nach allen Regeln der Kunst programmierte Erweiterungen spürbare Auswirkungen auf die Browser-Geschwindigkeit haben. Werbeblocker, die umfangreiche Filterlisten in den Speicher laden und diese bei jedem Seitenaufbau verwenden, bremsen den Browser in jedem Fall. Auch Entwicklererweiterungen zur Analyse von Seitenstruktur, CSS und Javascripts können an die Performance gehen. In den meisten Fällen überwiegt aber schließlich der Nutzen der Erweiterung und man nimmt einen langsameren Firefox in Kauf. Empfehlenswert ist, dem Browser keine riesigen Add-on-Sammlungen mit 20 bis 30 Erweiterungen aufzubürden. Kontrollieren Sie einige Male im Jahr, ob Sie die „Erweiterungen“ unter „Extras > Add-Ons“ tatsächlich benötigen. Spezielle Entwicklererweiterungen wie Firebug , die Sie vielleicht nur selten für Tests und Analysen von Webseiten verwenden, können Sie auch einfach deaktivieren und nur bei Bedarf über die Firefox-Einstellungen wieder aktivieren.

Plug-in ist nicht gleich Erweiterung: Plug-ins zum Abspielen aktiver Inhalte im Browser-Fenster, etwa Adobe Shockwave/Flash und Video-Codecs, laufen nicht in Firefox, sondern als externes Programm.
Vergrößern Plug-in ist nicht gleich Erweiterung: Plug-ins zum Abspielen aktiver Inhalte im Browser-Fenster, etwa Adobe Shockwave/Flash und Video-Codecs, laufen nicht in Firefox, sondern als externes Programm.

Mehrere aktive Blocker gegen Werbung und Tracker zu verwenden, etwa Adblock Plus und dazu noch Ghostery , ist keine gute Idee. Stattdessen sollte man sich die Mühe machen, die Filterregeln anzupassen und nur einen einzigen Blocker einzusetzen. Eine Filterliste im Stil von Ghostery gegen Zählpixel und Tracker für Adblock Plus und Adblock Edge liefert die Liste „ EasyPrivacy “.

Die besten Addons für Firefox :

Firefox 35: Das sind die besten Add-Ons

Safe Mode: Erste Hilfe für Firefox

Wenn beim Start von Firefox nach der Installation oder Aktualisierung einer Erweiterung nichts mehr geht, hilft der Safe-Mode weiter. Dieser abgesicherte Modus startet den Browser ohne jedwede Erweiterung, mit abgeschaltetem Just-in-time-Compiler für Javascripts und ohne Hardware-Beschleunigung, die dem Browser eventuell über den Grafiktreiber zur Verfügung steht. Es gibt mehrere Wege, in den abgesicherten Modus zu gelangen. Etwa über einen Neustart von Firefox über den Menüpunkt „Mit deaktivierten Add-ons neu starten“ im Hilfemenü unter dem Einstellungssymbol. Oder auch einfach bei gedrückter Umschalttaste und dem Aufruf von Firefox über eine Verknüpfung oder eine Kachel unter Windows 8. Der danach gezeigte Dialog erlaubt es, Firefox im abgesicherten Modus zu starten.

In dieser Minimalkonfiguration können Sie die problematische Erweiterung in den Einstellungen unter „Add-Ons“ deaktivieren oder gleich deinstallieren. Ist es nicht eindeutig, welche Erweiterung die Probleme verursacht, sollten Sie im Safe-Mode zunächst alle Erweiterungen deaktivieren. Starten Sie als Nächstes Firefox normal und aktivieren Sie daraufhin die Erweiterungen wieder einzeln, jeweils mit einem Neustart des Browsers zwischendurch. So finden Sie systematisch heraus, welche Erweiterung die Probleme verursacht.

Plug-ins: In eine andere Kategorie als Erweiterungen fallen Plug-ins, die eine Schnittstelle zu externen Programmen wie Adobe Flash und Java sind. Diese Plug-ins werden in Firefox unter „Add-Ons > Plugins“ angezeigt, laufen aber außerhalb des Browsers. Der abgesicherte Modus hat keine Auswirkungen auf Plug-ins. Sie können diese allerdings einfach und ohne Browser-Neustart abschalten, indem Sie die jeweilige Einstellung eines Plug-ins von „Immer aktivieren“ auf „Nachfragen, ob aktiviert werden soll“ ändern.

Wie viel Speicher belegt Firefox gerade? Einen Bericht zur Speichernutzung liefert Firefox auf der Seite „about:memory“ nach einem Klick auf „Measure“. Die erste Zeile repräsentiert das insgesamt belegte RAM.
Vergrößern Wie viel Speicher belegt Firefox gerade? Einen Bericht zur Speichernutzung liefert Firefox auf der Seite „about:memory“ nach einem Klick auf „Measure“. Die erste Zeile repräsentiert das insgesamt belegte RAM.

Speicher: Erweiterungen im Detail

Firefox ist schon lange kein Leichtgewicht mehr und jede geöffnete Webseite und jede aktive Erweiterung verlangt einige Megabytes mehr. Drei geöffnete Tabs mit Sites, die intensiv von Javascripts und HTML5-Methoden Gebrauch machen, kommen da schnell auf 400 MB RAM. Auf halbwegs aktuellen Rechnern sollte dies kein Problem sein, aber auf älteren Maschinen mit bis zu 2 GB RAM wiegt der Speicherbedarf schwerer. Über den aktuellen Speicherbedarf gibt Firefox selbst Auskunft: Geben Sie in der Adresszeile „about:memory“ ein, bestätigen Sie mit der Enter-Taste und klicken Sie danach ganz links auf „Measure“. Der oberste Wert mit der Angabe „100%“ repräsentiert den gesamten Speicherbedarf des Browsers in MB.

Ist der Speicher auf dem Rechner generell knapp oder liegt die RAM-Auslastung durch Firefox bei extrem hohen Werten ab 700 MB, Wie viel Speicher belegt Firefox gerade? Einen Bericht zur Speichernutzung liefert Firefox auf der Seite „about:memory“ nach einem Klick auf „Measure“. Die erste Zeile repräsentiert das insgesamt belegte RAM. dann lohnt sich ein Blick auf die einzelnen, aktiven Erweiterungen, um herauszufinden, ob die Ursache hier liegt. Eine einzelne Auflistung liefert die Erweiterung About-Addons-Memory . Nach der Installation der Erweiterung geben Sie in der Adresszeile des Browsers „about:addonsmemory“ ein und erhalten anschließend eine Übersicht darüber, wie viel Speicher jede Erweiterung zurzeit beansprucht. Einige Dutzend Megabytes für anspruchsvolle Erweiterungen sind völlig normal. Mehrere hundert Megabytes deuten dagegen auf ein Speicherleck in einer Erweiterung hin. Diese sollten Sie deaktivieren, bis die Entwickler das Problem durch ein Update der Erweiterung gelöst haben.

Komplett-Reset: Firefox zurücksetzen

Falls Firefox völlig verkonfiguriert ist, etwa nach Experimenten mit den Parametern auf der Einstellungsseite „about:config“, brauchen Sie den Browser nicht neu zu installieren. Ein Reset tut es auch. Der setzt alle Einstellungen von Firefox auf Standardwerte zurück, verwirft alle Add-ons und legt ein neues Profilverzeichnis an. Die bisherigen Benutzerdaten wie Lesezeichen, Browser-Verlauf, gespeicherte Passwörter, Formulardaten und Cookies bleiben aber als Sicherungskopie erhalten.Firefox importiert diese Benutzerdaten automatisch nach einem Neustart in das neu angelegte Profil.

Um einen Reset auszuführen, gehen Sie in den Firefox-Einstellungen auf das Hilfesymbol und danach auf „Informationen zu Fehlerbehebung > Firefox zurücksetzen“. Die Aktion müssen Sie nun noch einmal bestätigen, woraufhin Firefox nach einer kurzen Verzögerung mit dem frischen Profil neu startet und dann die gesicherten Benutzerdaten einliest. Eine Sicherheitskopie des alten Profilordners steht auf dem Desktop im Verzeichnis „Alte Firefox-Daten“ bereit und Sie können dieses Verzeichnis anschließend löschen.

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