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Film- und TV-Streaming: Netflix, Maxdome, Amazon Video & Co. im Vergleich

13.10.2016 | 10:05 Uhr |

Dank Netflix, Maxdome, Amazon Prime Video, Watchever und anderen Video-Streaming-Anbietern kann man Filme, Serien wie Game of Thrones, aber auch die Bundesliga jederzeit und überall genießen. Welche Inhalte lassen sich übertragen, wie funktioniert das Streamen von Filmen und was kostet es? Wir beantworten die häufigsten Fragen.

Die Abhängigkeit vom starren Fernsehprogramm war gestern; Video- und Musikliebhaber wählen selbst aus, wann sie welche Inhalte konsumieren. Möglich macht das Ganze die Streaming-Technologie – und zwar ganz legal. Denn wo man früher vermehrt illegal via Streaming-TV-Seiten wie kino.to in den spontanen Videogenuss kam, stellen heute Dienste wie Netflix die Videos legal on demand (VoD) bereit.

Filme online gibt es heute wie Sand am Meer. Doch ist die Qualität der Anbieter überzeugend, welche Streaming-Seiten gibt es und schaut man Game of Thrones lieber im Free TV oder via Serienstream? Welche technischen Voraussetzungen braucht der User und wie tief muss man hierfür in die Tasche greifen?

PC-Welt nimmt die bekanntesten Video-on-Demand-Anbieter unter die Lupe und bringt Sie auf den aktuellen Stand.

Info: Benötigte Bandbreite fürs Video-Streaming und für Uploads

1. Was ist Streaming?

Streaming – jeder weiß grob um was es geht; Wir erklären es nochmal im Detail: Technisch ausgedrückt versteht man unter dem Begriff das Abspielen von Multimedia-Inhalten über das Netzwerk. Die Inhalte – in der Regel Musik und Videos – liegen hierbei auf einem fremden Server (zuhause oder im Internet) und wandern als kontinuierlicher Datenstrom auf Abspielgeräte wie Tablets oder Fernseher. Soweit die Theorie.

In der Praxis greift der Anwender beim Streaming meist über das Internet auf spezielle, oft kostenpflichtige Drittanbieter-Dienste wie Netflix, Maxdome oder Amazon Video zurück.

Sonderform: Livestreaming

Wenn Sie beispielweise die Fußball-Bundesliga über SkyGo auf dem Tablet ansehen, betreiben Sie eine Sonderform des Streamings, das sogenannte Livestreaming. Wie der Name schon suggeriert, bestimmen hier nicht wie üblich Sie den Zeitpunkt, wann der Stream startet, sondern der Stream findet wie beim klassischen Fernsehen simultan zu einem Event statt.

Musik, Serien und Filme streamen wird unter den Deutschen immer beliebter. Laut einer Prognose des Marktforschungsinstituts IHS soll der Umsatz der Dienste im Jahr 2016 um bis zu 24 Prozent auf 717 Millionen Euro steigen. 2015 betrugen die Umsätze 579 Millionen Euro.

Über das Portal www.werstreamt.es können Sie gezielt recherchieren, welche Inhalte derzeit wo zum Streaming angeboten werden.
Vergrößern Über das Portal www.werstreamt.es können Sie gezielt recherchieren, welche Inhalte derzeit wo zum Streaming angeboten werden.

2. Streamen via Maxdome und Co., TV oder die gute alte DVD?

Eines vorab: Streaming ist nicht die eierlegende Wollmilchsau. Aussagen wie „Seitdem ich Netflix habe, liegt mein Kabelfernsehn brach“ sind mit Vorsicht zu genießen und treffen nicht auf jedermann zu.

Ein Beispiel: Wie die Einschaltquoten während Spitzenevents wie der Fußball Europameisterschaft zeigen, ist das klassische Fernsehen noch lange nicht tot. Zwar bieten ARD, ZDF und Co. ihre Spitzenevents auch häufig via Streaming an, doch läuft der Stream –gerade bei hoher Internetauslastung gefühlt noch häufig nicht so flüssig und schnell ab wie das Äquivalent via Satellit oder Kabel.

Auch bei Filmen oder Serien ist zu beachten, dass – wenn die Internetverbindung nicht mitspielt, weil beispielsweise der Mitbewohner gerade online zockt – es zu Pufferungs-Problemen kommen kann. Amazon Prime passt hier beispielsweise seine Videos automatisch fast in Echtzeit der Netzqualität an. Dann ruckelt das Video zwar nicht, doch schlimmstenfalls endet mancher Serienstream als Pixelparadies.

Wir wollen aber mit dem Streaming nicht zu hart ins Gericht gehen. Die Technologie schafft neue Flexibilität. Und: Solange die infrastrukturellen Voraussetzungen stimmen, lassen sich heute sehr gute Video- und Tonerlebnisse erzielen – mit einem Plus an Selbstbestimmtheit.

Dazu kommt: Im Gegensatz zu Ihrer CD-, DVD-oder Blu-ray-Sammlung können Sie beim Streaming auf weitaus mehr als nur auf den vorhandenen Bestand zurückgreifen. Mit dem Film- und Serienstream-Angeboten von Diensten wie Amazon Video , Netflix und Maxdome steht Ihnen eine große Vielzahl an Inhalten jederzeit online zur Auswahl. Ob Sie mit den Helden von „Game of Thrones“ mitfiebern oder das letzte Album von David Bowie hören möchten - bei einem der legalen Streamingdienste werden Sie garantiert fündig. Analog zum Bewegtbild bieten etwa Amazon Music, Groove und Spotify Musik als Stream an.

Tipp: Die besten Musik-Streaming-Dienste

Eine gute Anlaufstelle hinsichtlich der Verfügbarkeit von Filmen und Serien finden Sie übrigens bei www.werstreamt.es .

Die Vorteile des Video-Streamings auf einen Blick:

Vielfalt der Abspielgeräte: Wenn die Infrastruktur steht, sind Streaming-Inhalte nicht mehr an spezielle Audio- oder Videoeingänge gebunden, sondern via LAN oder WALN auf den allermeisten Endgeräten (Smart-TV, Tablet, Notebook, etc.) abrufbar.
Haltbarkeit: Bei physischen Medien, beispielsweise bei Kratzern auf DVDs, hat das Serienvergnügen oft unerwünschte Aussetzer. Digitale Streaminginhalte auf den Festplatten zuhause oder im Rechenzentrum zeigen hingegen – sofern redundant gesichert – keine Abnutzungserscheinungen.

Flexibilität: Nicht mehr ein TV-Sender bestimmt, wann Sie was sehen. Auch das Warten auf die DVD-Lieferung ist Vergangenheit. Beim Streaming fügen Sie die Inhalte passgenau in ihren Zeitplan ein – und zwar sofort.

Nachteile des Streamings

Qualitätsgarantie: Für flüssiges Streaming brauchen Sie kontinuierlich ausreichend Bandbreite. Meist können Sie bei den Anbietern die Qualität des Streams (SD, HD und zum Teil sogar schon 4K) auswählen. Liefert der Internetzugang jedoch nicht genügend Bandbreite, ist das WLAN schlecht oder der Server des Anbieters überlastet geht das zu Lasten der Qualität.
Nicht immer günstig: Vor allem bei etwas älteren Inhalten ist das Streaming im Vergleich zum Kauf einer DVD oder Blu-ray oder den Film im Fernseher oft teurer. Beispielsweise kostet der James-Bond-Film Feuerball bei Amazon auf Blue Ray 7,99 Euro , als Stream (nur Kauf möglich) zahlen Sie für die HD-Version 10,99 Euro.
Teils begrenzte Verfügbarkeit: Zwar ist das Angebot von Streamingdiensten meist größer als das einer privaten Film-oder Musiksammlung. Wenn Sie aber genau diesen einen Inhalt jetzt sehen wollen, können Sie sich nie sicher sein, ob ein bestimmter Film oder Song nicht aus dem Programm genommen wurde. Zudem variiert die Palette an Inhalten je Anbieter.

So ist beispielsweise der Serienmagnet „Game of Thrones“, der mit den packenden Finals der fünften und sechsten Staffel die Messlatte mit 8 Millionen Zuschauern sehr hoch setzt, zwar auf SkyGo, Maxdome, Amazon Video oder Google Play mit sechs Staffeln vertreten, auf Netlix finden Sie derzeit aber keine einzige.

Beachten sollten Sie darüber hinaus, dass es bei mobilen Abspielgeräten – sofern Sie nicht im WLAN sind oder eine üppige Flatrate haben - Internetkosten anfallen können. Darüber hinaus kann es beim Streaming auch schon mal vorkommen, dass – vor allem bei neuen Inhalten – die deutsche Tonspur noch nicht vorhanden ist. Hintergrund: Amazon Video liefert beispielsweise US-Serien oft zeitnah zur Ersterscheinung in den USA in Deutschland aus, sodass schlichtweg die Zeit für die Übersetzung noch nicht reif ist. 

3. Auf welchen Geräten ist Streaming möglich? SmartTV, TV Stick, Set-Top-Boxen, PCs, Mobile-Geräte

Inhalte aus dem Internet bekommen Sie heute auf so gut wie jedem handelsüblichen Fernseher, den sogenannten Smart-TVs. Aber auch PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones oder weitere Endgeräte wie Autos oder Home-Entertainment-Systeme eigenen sich als Empfänger für den Musik-, Film- und Serienstream. Die Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Dienstleister eine entsprechende Software (App) für das Gerät anbietet oder – beim Streaming auf PC und Notebook – den Zugriff per Browser zulässt.

Lese-Tipp: Die besten SmartTVs im Test

Netflix (Bild) und Amazon Video bieten bereits einige Serien und Filme in UHD-Auflösung (4K) an. Um sie anzeigen zu können, müssen jedoch die Systemvoraussetzungen erfüllt sein.
Vergrößern Netflix (Bild) und Amazon Video bieten bereits einige Serien und Filme in UHD-Auflösung (4K) an. Um sie anzeigen zu können, müssen jedoch die Systemvoraussetzungen erfüllt sein.

Falls Ihr Fernseher noch nicht „smart“ ist, also nicht direkt per App auf Streamingdienste zugreift, lässt sich diese Hürde meist mit entsprechenden Zusatzgeräten ganz einfach meistern. Zum Beispiel mit TV-Sticks und Set-Top-Boxen.

TV-Sticks: Die berühmtesten Vertreter heißen Google Chromecast und Amazon Fire TV. Die beiden Geräte werden direkt am TV-angesteckt und bringen via WLAN Inhalte von Google, Amazon, aber auch Drittanbietern wie Netflix auf Ihren Fernseher. Von Chromecast hat Google mit Chromecast Ultra auch eine 4K-Variante im Angebot.

Googles Streaminglösung Chromecast eignet sich zum Abspielen von Musik und Video auf dem TV. Als Fernbedienung lässt sich Smartphone oder Tablet nutzen.
Vergrößern Googles Streaminglösung Chromecast eignet sich zum Abspielen von Musik und Video auf dem TV. Als Fernbedienung lässt sich Smartphone oder Tablet nutzen.

Set-Top-Boxen wie Apple TV funktionieren im Grunde ähnlich wie die TV-Sticks wie Google Chromecast und Fire TV Stick, unterscheiden sich jedoch in ihrer Bauform und in Sachen Anschlussvielfalt (z.B. LAN).

Vergleichstest: Beste Streamingbox: Apple TV vs. Amazon Fire TV

Möchten Sie Musik streamen, so ist dies ebenfalls auf allen Geräten möglich, für die der entsprechende Dienstleister eine App anbietet. Darüber hinaus gibt es spezielle Streaminglautsprecher für Musik, etwa von Sonos oder Philips. Diese Geräte lassen sich vom Mobilgerät aus steuern und haben die Streamingdienste für Musik in ihrer eigenen App integriert. Da sich die Lautsprecher auch zu Gruppen verknüpfen lassen, können Sie damit auch verschiedene Räume gleichzeitig beschallen.

Spotify hat auf seiner Website alle Geräte aufgelistet, die den Musik-Streamingdienst unterstützen. Darunter sind Lautsprecher, TVs, Konsolen, Receiver und andere Streaminggeräte.
Vergrößern Spotify hat auf seiner Website alle Geräte aufgelistet, die den Musik-Streamingdienst unterstützen. Darunter sind Lautsprecher, TVs, Konsolen, Receiver und andere Streaminggeräte.

Tipp: Wie lange ist ein Film online? So finden Sie die Streaming-Frist auf Amazon Prime.

4. Welche Bild-und Tonqualität haben die Streams?

Bei eigenem Content hängt die Qualität des Streams von der Qualität des gespeicherten Materials ab. Streamingdienste bieten ihre Inhalte dagegen oft in verschiedenen Formaten an, die je nach Qualität unterschiedlich viel kosten.

Bei den Video-Streamingdiensten Amazon Video und Maxdome sowie Netflix sind SD-Filme mit 720 x 576 Pixeln aufgelöst und bieten Stereoton, entsprechend der Qualität einer DVD. HD-Filme gibt es mit 720p-oder 1080p-Auflösung und 5.1-Mehrkanalton. Sie lassen sich in puncto Qualität mit einer BD vergleichen.

Zu guter Letzt bieten Amazon Video und insbesondere Netflix vermehrt Filme auch in UHD mit 4K-Auflösung an, Amazon darüber hinaus auch HDR-Video-Inhalte mit optimierter Farb-und Kontrastdarstellung. Die Anzahl der unterstützten Endgeräte ist jedoch bei beiden Anbietern zum Teil noch sehr begrenzt. Maxdome als derzeit größte deutsch Onlinevideothek streamt jedoch bis dato keine Inhalte in UHD, hat dies aber in Planung.

Beim Musikstreaming bietet beispielsweise Spotify sein Angebot je nach Ausgabegerät wahlweise in 96, 160 oder 320 KBit/s an. Google Play Music und Napster streamen ebenfalls mit maximal 320 KBit/s und lassen sich bei mobiler Nutzung herunterregeln.

5. Welche On Demand-Anbieter gibt es – technische Daten

Im Folgenden haben wir uns die Systemvoraussetzungen der beliebtesten Streamingdienste für Filme und Musik angesehen. Amazon, Maxdome und Netflix dominieren hierzulande den Markt. Dennoch gibt es auch einige Überraschungen, wie Sie weiter unten nachlesen können. Aber zuerst zu den Platzhischen.
Amazon Video

Für den Video-Streamingdienst von Amazon benötigen Sie die Amazon-Video-App, die es für Android-und iOS-Mobilgeräte, die hauseigenen Fire-Tablets, den Fire-TV-Stick sowie die Settopbox FireTV gibt. Außerdem ist die App für die Sony-Spielekonsolen PS3 und PS4, Microsofts Xbox One und Xbox 360 sowie Nintendos Wii und Wii U verfügbar. Und auch Smart-TVs von LG, Panasonic, Samsung und Sony werden unterstützt.

Möchten Sie über den PC oder das Notebook streamen, so können Sie den Browser in Zusammenarbeit mit dem HTML5-Player von Amazon verwenden. Alternativ können Sie das Browser-Plug-in Microsoft Silverlight und/oder Flash verwenden, um Amazon Video zu nutzen. Alle gängigen Betriebssysteme werden unterstützt.

Was die Internetverbindung angeht, so verlangt Amazon Video bei SD-Videos eine Bandbreite von mindestens 900 KBit/s, bei HD-Inhalten mindestens 3,5 MBit/s und bei 4K-Filmen mindestens 15 MBit/s.

Maxdome

Die Online-Videothek Maxdome bietet ihre Streaming-App für Mobilgeräte mit Android, iOS, Windows Phone und Windows 10 an. Außerdem können Sie das Angebot mit den meisten namhaften internetfähigen Fernsehern empfangen. Alternativ haben Sie über Google Chromecast und die Spielekonsolen von Sony und Microsoft Zugriff auf das Angebot. Oder Sie nutzen eine Settop-Box von Herstellern wie Humax, LG oder Panasonic.

Wer vom PC oder Notebook via Browser zugreifen möchte, kann dies mit Windows und macOS tun. Unterstützte Browser sind Safari, Chrome (ab Version 29), Edge, Firefox und der Internet Explorer.

Hinsichtlich der Internetverbindung verlangt Maxdome für SD-Inhalte mindestens 2 MBit/s und für HD-Qualität mindestens 6 MBit/s.

Netflix

Auch Netflix können Sie mit der gleichnamigen App für Android, iOS und Windows Phone auf Ihrem Mobilgerät streamen. Besitzen Sie einen Smart-TV, ist meist auch dafür eine App verfügbar. Gleiches gilt für die Streaminggeräte Apple TV, Chromecast und den Nexus-Player, Telekom-Set Top-Boxen, Blu-ray-Player von LG, oder den Spielekonsolen PS3, PS4, Xbox 360 und Nintendo Wii.

Sie können Netflix auch über Ihren PC oder ein Notebook ausgeben, vorausgesetzt, Sie verwenden als Browser Chrome (ab Version 37), Edge, Firefox (ab Version 42), den Internet Explorer (ab Version 11), Opera ab Version 33 oder Safari.

Für SD-Inhalte empfiehlt Netflix einen Internetzugang mit einer Bandbreite von mindestens 500 KBit/s. HD-Inhalte benötigen mindestens 5 MBit/s, 4K-Streams mindestens 25 MBit/s.

In vielen Fällen ist es günstiger, einen Film auf DVD oder BD zu kaufen als ihn von einem Streamingportal gebührenpflichtig zu streamen. Streams lassen sich im Gegensatz zu den klassischen Medien flexibler abspielen.
Vergrößern In vielen Fällen ist es günstiger, einen Film auf DVD oder BD zu kaufen als ihn von einem Streamingportal gebührenpflichtig zu streamen. Streams lassen sich im Gegensatz zu den klassischen Medien flexibler abspielen.

Napster: Nur Audio

Den Musik-Streamingdienst Napster können Sie mit der entsprechenden Flatrate auch auf Ihrem Android-, iOS-oder Windows-Phone-Mobilgerät nutzen. Ein PC oder Notebook muss macOS oder Windows XP (oder höher) als Betriebssystem haben. Wer auch im Auto nicht auf seine Lieblingsmusik verzichten möchte, kann die Napster-Integration nativ bei Audi und BMW finden: In den Infotainmentsystemen Audi Connect und BMW ConnectedDrive.

Da die Streams mit maximal 320 KBit/s beim Abspielgerät ankommen, reicht jede aktuelle Internetverbindung locker dafür aus.

Spotify: Nur Audio

Die Spotify-App gibt es für so gut wie alle mobilen Endgeräte, Smart TVs und ist sogar diverse Home- und Auto-Entertainment-Systemen (BMW, Mini, Volvo und Parrot) integriert. Weitere unterstützte Geräte finden Sie unter spotifygear.

Auch hier sollte jede Internetverbindung mit den Streams klarkommen, da die Daten – wie bei Napster – mit maximal 320 MBit/s übertragen werden.

6. Was kostet das Streaming? Welche Abo-Modelle gibt es?

Normalerweise haben Sie bei Streamingdiensten die Möglichkeit, ein Abo beziehungsweise eine Flatrate abzuschließen. Das bedeutet, Sie können beliebig viele Inhalte ohne Zusatzkosten streamen. Je nach Abo-Modell unterscheidet sich jedoch bei manchen Anbietern die Geräte, auf denen Sie streamen können, sowie die Qualität der Streams.

Die meisten Streaminganbieter bieten Abo-Modelle für ihre Dienste an. Die unterscheiden sich meist in der Streamqualität und der Anzahl der erlaubten Endgeräte.
Vergrößern Die meisten Streaminganbieter bieten Abo-Modelle für ihre Dienste an. Die unterscheiden sich meist in der Streamqualität und der Anzahl der erlaubten Endgeräte.

Alternativ zu den Abo-und Flatrate-Modellen erlauben die meisten Dienste den Abruf einzelner Filme und Serienfolgen „on Demand“, also ohne ein monatliches Abo abzuschließen.

Die Infos zu den wichtigsten Anbietern auf einen Blick.

Amazon Video: Amazon bietet einzelne Filme ab 4 Euro zum Ausleihen für 24 oder 48 Stunden an, kaufen können Sie sie diese ab 8 Euro. Serienstaffeln gehen meist bei rund 15 Euro los, Einzelfolgen bei 2,50 Euro. Eine Besonderheit sind die Eigenproduktionen, die so genannten „Amazon Original Series“ wie „Wanted“, „Mozart in the Jungle“, „Hand of God“, „Transparent“, „Red Oaks“ und „The Man in the High Castle“.

Ab 49 Euro im Jahr (umgerechnet ca. vier Euro im Monat) bekommen Sie Amazon Prime und somit nicht nur eine Film- und Musikflatrate, sondern auch verbesserte Versandkonditionen der E-Shopping-Plattform.

Maxdome: Bei Maxdome können Sie für 7,99 Euro pro Monat ein Abo abschließen, aber auch Filme einzeln abrufen. Dabei stehen Ihnen verschiedene Alternativen zur Auswahl: Sie können Filme ab 4 Euro für 48 Stunden ausleihen oder ab 8 Euro kaufen. Serienstaffeln gibt es ab 12 Euro. Einzelfolgen kosten ab 2,50 Euro, fürs Ausleihen (ebenfalls 48 Stunden) fallen mindestens 1,50 Euro an.

Maxdome eignet sich besonders, um Inhalte der ProSiebenSat.1 Group Pro 7 (Pro 7, Sat 1, sixx und Kabel eins) abzurufen – beispielswiese Germanys next Topmodel.

Netflix: Hier kostet das Basis-Abo mit SD-Inhalten 7,99 Euro, und 9,99 Euro fallen für das Standard-Abo mit SD-und HD-Inhalten sowie der gleichzeitigen Nutzung auf zwei Geräten an. Die 2 Euro mehr sollten Sie sich daher gut überlegen. Das Premium-Abo für 11,99 Euro bietet SD-, HD-und 4K-Inhalte sowie die gleichzeitige Nutzung von bis zu vier Endgeräten.

Auch Netflix hat Eigenproduktionen im Programm, etwa „Arrested Development“, „Narcos“, „The Get Down, „Hemlock Grove“, „Orange is the New Black“, „House of Cards“, „Marvel’s Daredevil“ und „Longmire“.

Napster: Der Musik-Streamingdienst bietet zwei Abo-Modelle an: Für 7,95 Euro können Sie beliebig viel Musik über Ihren PC ausgeben. Möchten Sie zur Wiedergabe jedoch auch Ihr Mobilgerät, Ihr Auto-Soundsystem oder eine Home-Entertainment-Anlage nutzen, müssen Sie das zweite Abo für 9,95 Euro wählen. Beide Abos enthalten einen Offline-Modus.

Spotify: Möchten Sie diesen Streamingdienst für Musik nutzen, kostet Sie das 9,99 Euro pro Monat. Darin ist wie bei Napster ein Offline-Modus enthalten.

7. Wieso unterscheidet sich das Angebot je nach Anbieter?

Manche Anbieter wie Amazon und Netflix produzieren selbst Serien. Diese sind nicht immer auch bei anderen Streamingdiensten verfügbar. So finden Sie zum Beispiel die Amazon-eigene Serie „Mozart in the Jungle“ bei Amazon, aber nicht bei Netflix. Andererseits bietet Amazon die nicht mehr ganz aktuelle Netflix-Eigenproduktion „House of Cards“ schon an.

Was den Verfügbarkeitstermin der Inhalte angeht, so hängt dieser von der jeweiligen Verwertungskette ab. Bei einem Kinofilm verläuft die Verwertungskette üblicherweise Kino -> Blu-ray/DVD/Video im Verleih -> Blu-ray/DVD/Video im Verkauf -> Pay-TV -> Free-TV.

Amazon und Netflix entwickeln bereits seit einigen Jahren eigene TV-Serien, die dann zum Teil exklusiv gesendet werden und sich herunterladen lassen.
Vergrößern Amazon und Netflix entwickeln bereits seit einigen Jahren eigene TV-Serien, die dann zum Teil exklusiv gesendet werden und sich herunterladen lassen.

Netflix für hochwertige Eigenproduktionen

Wann die Inhalte jedoch zu den Streamingpartnern kommen, hängt von den jeweiligen Verträgen ab. Unsere Recherchen haben jedoch ergeben, dass bei Serien vor allem Amazon und Maxdome ein großes Angebot haben. Maxdome steht noch etwas besser da, da der Anbieter mehr Originalfassungen im Sortiment hat. Netflix kann besonders mit hochwertigen Eigenproduktionen punkten. Hier hinkt Amazon etwas hinterher.

Möchten Sie sich über die Neuerscheinungen der Anbieter auf dem Laufenden halten, sollten Sie deren Blogs genau studieren. Die Verfügbarkeit konkreter Filme und Serien können Sie bei werstreamt.es nachschlagen.

8. Welchen Einfluss hat der Anwender auf die Streams?

Bei den meisten Anbietern können Sie die Qualität der Streams wählen; von ihr kann dann auch der Preis abhängen. Haben Sie sich für einen Film, eine Serie oder Musik entschieden, dürfen Sie die Wiedergabe, Unterbrechungen und Wiederholungen in den meisten Fällen frei bestimmen. Auch ist oft das Abspielen auf mehreren Geräten gleichzeitig erlaubt.

Eine Ausnahme stellt das Ausleihen von Inhalten dar. Anders als bei gekauften Streaminginhalten steht Ihnen hier oft nur ein begrenzter Zeitraum für die Wiedergabe zur Verfügung. Bei Amazon beispielsweise 30 Tage nachdem die Leihgebühr gezahlt wurde, und bis zu 48 Stunden nach Start des Streams.

9. Kann ich die gekauften Streams abspeichern?

Streaming setzt voraus, dass die Verbindung zum Medienserver ständig aktiv ist. Im Fall eines privaten Servers, auf den Sie per WLAN zugreifen, ist das kein Problem. Möchten Sie jedoch das Angebot eines Streamingdienstes wie Amazon, Maxdome, Netflix, Napster oder Spotify nutzen, kann dies Ihr Datenvolumen auffressen – vor allem, wenn Sie aufs Mobilgerät streamen.

Um dies zu vermeiden, gibt es bei manchen Anbietern die Möglichkeit, Inhalte abzuspeichern und offline anzusehen. Beispielsweise können Sie bei Amazon Video und Amazon Music Prime-Inhalte auf Ihr Mobilgerät herunterladen. Bei Amazon Video lassen sich gekaufte Inhalte auch auf andere Geräte verschieben. Amazon Music versteckt die Musikdaten jedoch in einem geschützten Bereich Ihres Mobilgeräts und lässt kein Kopieren oder Verschieben zu.

Bei Maxdome haben Sie ebenfalls die Option, Inhalte herunterzuladen. Hier sind Sie zwar flexibler bei den Abspielgeräten, allerdings bleiben Ihnen maximal 30 Tage fürs Ansehen.

Auch Spotify bietet einen Offline-Modus für gekaufte Musik an. Bei Netflix und Napster können Sie Ihre Inhalte dagegen nicht herunterladen.

10. Gibt es noch andere Streaming-Dienste?

Maxdome, Netflix und Amazone Video sind sicherlich die bekanntesten Namen, wenn man Serien oder Filme online konsumieren will. Aber auch Streaming-Dienste der etablierten Technologieriesen Google oder Apple bringen viele gefragte Filme und Serien wie „Game of Thrones“, „Mr. Robot“ oder „House of Cards“ zu ähnlichen Preisen auf alle App-fähigen Geräte.

Watchever vor dem Aus

Seit drei Jahren zählt Watchever zu den meist gesuchten Stream-Seiten hierzulade. Das Angebot ist mit 8,99 Euro pro Monat (und monatlicher Kündigungsfrist) ähnlich günstig wie das der drei großen Konkurrenten. Auch die Features (z.B. Air Play- und Chromecast-fähig) können es weitgehend mit den der Konkurrenz aufnehmen.

Seit Mitte des Jahres verdichten sich allerdings die Hinweise, dass der französische Mutterkonzern Vivendi seinen Streaming-Flatratedienst Watchever abschalten soll. Grund hierfür sollen die schwergewichtigen Konkurrenten sein.
Mubi für Kinoliebhaber

Um dem französischen Dienst nicht in die roten Zahlen zu folgen, setzt der Filme-Anbieter Mubi auf einen ganz anderen Ansatz. Er versucht seinen Kunden die Qual der Wahl abzunehmen und richtet sich vorzugsweise an Filmliebhaber. Vom Klassiker über Festival- und Kultfilme bis hin zum Kurzfilm oder zur Dokumentation - MUBI wirbt damit, nur die besten Filme des internationalen Kinos bereitzustellen.

Mit Streaming-Apps wie von MUBI greifen Sie von überall aus auf Ihre Online-Filme zu.
Vergrößern Mit Streaming-Apps wie von MUBI greifen Sie von überall aus auf Ihre Online-Filme zu.
© Screenshot Itunes

Die Besonderheit: Jeden Tag gibt es auf MUBI einen neuen Film. Cineasten können sich diesen 30 Tage lang angesehen. Insgesamt präsentiert das Portal so für 5,99 Euro im Jahr 365 Filme nach dem Rotationsprinzip.

MUBI läuft sowohl auf Windows- und Mac-Computer, auf Tablets und Smartphones mit iOS und Android, sowie der Playstation 3oder Smart TVs von Samsung und Sony. Bei der Tonqualität müssen Sie leider gelegentlich Abstriche machen, da HD und Surround Sound nicht immer Verfügbar sind.

Sky Ticket für Sportfans

Als Pay TV für Sport und Filme ist Sky allen ein Name. Doch der Anbieter forciert auch seine Streaming-Aktivitäten im Entertainmentbereich im Netz unter dem Namen Sky On Demand stärker denn je. Exklusive Inhalte auf Tablets und Notebooks, wie die Erstausstrahlung der 6. Staffel von Game of Thrones bewies, zählen zu seinen Stärken.

Besonders interessant gegenüber der Konkurrenz ist das Sportstreaming-Angebot von Sky Ticket, das für knapp 15 Euro bis zu einem Monat Live Sport aus der Welt des Fußballs, Formel 1 oder Tennis auf diverse App-fähige Endgeräte bringt.

Zusätzlich, kann je nach Bedarf ein Entertainment- oder Kinopaket gebucht werden, das regelmäßig wechselt. In Punkto Vielfalt haben jedoch Amazon, Maxdome und Netflix die Nase vorn.

Flexibel auch im klassischen TV: Safe.TV
Einen spannenden Weg sich vom klassischen TV zeitlich unabhängiger zu machen, zeigt SafeTV. Der Online Videorekorder verspricht die Sendung der Wahl von ARD, Pro7 und Co. automatisch und mit programmierter Uhrzeit in der Cloud abzuspeichern.

Mit den passenden Apps für iOS, Android, Windows, KindleFire oder SmartTVs kann der Anwender genau dann, wenn es ihm passt seine Aufnahmen auf das Gerät der Wahl streamen. Was in der Theorie nach einem wahren Novum klingt, hinterlässt in der Praxis nach unserem Test keinen so prickelnden Eindruck. Viele Programme können nicht in HD aufgezeichnet werden, der Support ist verbesserungswürdig und die Verträge relativ bindend.

Zattoo, Magine und Waipu: TV-Live-Streaming

Wer kein Video-in-Demand benötigt und nur das aktuelle TV-Programm auf PC, Notebook, Tablet oder Smartphone empfangen will, kann auch zu Zattoo oder Magine oder neuerdings auch Waipu.tv greifen. Damit empfängt man die Öffentlich-Rechtlichen TV-Sender in der Regel kostenlos auf Smartphone, Tablet und PC. Gegen eine monatliche Gebühr gibt es mehr TV-Sender (also die Privaten wie RTL und Pro7/Sat1), höhere Auflösung und zusätzliche Funktionen wie Timeshift und eventuell auch Aufnahme-/Videorekorder-Funktionen. Wie problemlos das Zusammenspiel von Zattoo und Google Chromecast beispielsweise auf einem Linux-Notebook funktioniert, haben wir hier getestet.

Fazit: Streaming kann klassisches Fernsehen ersetzen

Das Rennen zwischen Amazon Video, Maxdome und Netflix ist ein knappes Kopf-an-Kopfrennen. Während Amazon Video und Maxdome mit einer großen Auswahl an Serien und Filmen punkten, glänzt Netflix mit exklusiven Serien, Streaming-Qualität und der Multi-Device-Unterstützung. Bei allen dreien werden die Angebote allerdings erst im Abopaket lukrativ.

Wer jedoch selten Filme und Serien online schaut und auf Apple setzt, der sollte womöglich einen Blick auf iTunes werfen. Apple punktet hier mit einem verhältnismäßig großen Angebot an Einzelabrufen. MUBI und Sky sind hingegen eher für spezielle Genres wie Sport oder Kinokultur interessant.

Keine Frage: Noch hat das Streaming das klassische Fernsehen oder DVD noch nicht abgelöst. Die Vorteile versprechen der Technologie jedoch eine rosige Zukunft: Flexibilität, Mobilität und Exklusivität sind die wegweisenden Attribute. Wünschenswert wären allerdings attraktivere Preismodelle sowie eine Infrastruktur mit genügend Bandbreite.

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