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Film-Downloads schlecht für Verleiher

04.07.2002 | 11:26 Uhr |

DSL und Peer-to-Peer-Börsen machen es möglich: mit der verbesserten Technik landen Hollywoods Blockbuster auf der heimischen Festplatte, zum Teil noch bevor die Filme in Deutschland starten. Doch die illegalen Downloads schaden nicht nur den Filmstudios, sondern auch den Filmverleihern. Der Verband der Filmverleiher fordert nun schärfere Urheberrechtsrichtlinen.

Ein kurze Suche, ein Klick und wenige Stunden später ist die Filmdatei mit "Spiderman" oder "Star Wars Episode II" auf der heimischen Festplatte. Peer-to-Peer und breitbandige Internetzugänge machen es möglich. Die illegalen Downloads ärgern jedoch nicht nur die Filmindustrie, auch Filmverleiher befürchten Umsatzausfälle.

In einem Interview mit der Programmzeitschrift "TV Movie" zeigt sich Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher (VdF), pessimistisch. Zwar seien es derzeit in der Hauptsache "eher Freaks, die Filme aus dem Web saugen", doch sollten dich breitbandige Internetzugänge noch mehr durchsetzen, könnten die Film-Downloads "zum riesigen Problem" werden, so Klingsporn.

Der Grund sei die gefährdete Wertschöpfungskette, über die sich Kinofilme refinanzieren. So trägt der Kino-Erlös nur zu 30 Prozent zur Finanzierung bei, "die anderen 70 Prozent kommen aus der Video-, Pay-TV und Free-TV-Vermarktung", so Klingsporn. Sollten also immer mehr Nutzer Filme zuhause herunterladen, bräche das ganze System zusammen.

Vor diesem Hintergrund fordert der VdF nun dringend neue Richtlinien für das deutsche Urheberrecht mit der Einschränkung "von privater Vervielfältigung und einem Verbot für Software, die den DVD-Kopierschutz aushebelt".

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