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Fiese Flatrate-Fallen

05.06.2013 | 10:55 Uhr |

Manch eine Flatrate entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mogelpackung. Einige besonders bemerkenswerte Fälle haben wir hier zusammengestellt, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.

Wann ist eine Flatrate eigentlich eine Flatrate? Das fragt man sich zwangsläufig, wenn man die zahlreichen angeblichen Pauschalangebote für Smartphones, UMTS- und LTE-Sticks und DSL-Anschlüsse vergleicht. Eigentlich sollte ja gelten: Für einen festen monatlichen Betrag kann man einen Tarif bei gleichbleibender Leistung so intensiv nutzen, wie man will. Mit der „gleichbleibenden Leistung“ ist es aber oft nicht weit her: Viele Flatrates haben, mehr oder weniger stark im Kleingedruckten versteckt, Nutzungs-Obergrenzen. Ist die Grenze erreicht, wird die Leistung extrem eingeschränkt oder sie kostet extra. Erst mit Beginn des nächsten Abrechnungsmonats wird der Zähler wieder zurückgesetzt.

Aktuelles Beispiel in der Flatrate-Diskussion ist die Telekom, die seit 2. Mai eine Drosselungs-Klausel in die Leistungsbeschreibung ihrer Call&Surf-DSL-Tarife aufgenommen hat (siehe unten). Hinlänglich bekannt sind solche Mogel-Flatrates bei mobilfunkbasierten Internet-Zugängen, also per GPRS/EDGE, UMTS/HSPA und LTE. Dort lassen sich die Drosselungen aus technischen Gründen aktuell nicht vermeiden (siehe nächster Punkt). Bei der Drosselung von DSL-Anschlüssen spielen jedoch technische Gründe kaum eine Rolle, sondern vielmehr finanzielle.

Flatrate-Drosselung & andere Einschränkungen: Darum gibt es sie

Wer eine Flatrate anbietet, geht ein gewisses Risiko ein. Denn die Leistung, die der Kunde bekommt, muss der Anbieter auch teilweise oder komplett irgendwo einkaufen. In Bezug auf Daten- und Telefonverkehr bedeutet das, dass er mit anderen Netzbetreibern Vereinbarungen darüber treffen muss, was den Austausch der Verbindungen betrifft. Denn schließlich wollen die Kunden ja nicht nur im Netz des eigenen Anbieters surfen und telefonieren, sondern Internet-Seiten und Telefonnummern aus ganz Deutschland und der ganzen Welt auf- beziehungsweise anrufen. Und dafür muss Ihr Anbieter zahlen.

Natürlich gibt es auch zwischen den Netzbetreibern Vereinbarungen über Mengenkontingente - aber Flatrates sind hier eher unüblich. Um dem Endkunden aber einen möglichst günstigen Pauschaltarif anbieten zu können, macht der Anbieter eine Mischkalkulation auf. Dabei geht er davon aus, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kunden trotz Flatrate nur wenig surft und telefoniert, die Masse nur ein moderates Nutzerverhalten aufweist und nur einige wenige Anwender den Pauschaltarif auch wirklich intensiv ausreizen. Nur auf diese Weise lassen sich Tarife realisieren, die für 20 bis 30 Euro im Monat nahezu alle Kommunikationsbedürfnisse abdecken.

Die Mischkalkulation kann allerdings ins Wanken kommen, wenn in manchen oder allen Benutzergruppen der Datenhunger wächst, die Einkaufspreise des Providers aber nicht im gleichen Maße sinken. Aktuelles Beispiel: Videostreaming über Youtube, Fernseh-Mediatheken und Online-Videotheken. Hier kommen ganz erhebliche Datenmengen zustande, insbesondere wenn man auf HD-Qualität schaltet. Haben anfangs nur eine überschaubare Zahl an Benutzern diese Dienste genutzt, so werden sie immer mehr zum Massenphänomen - wenn sie es nicht zum Teil sogar schon sind.

Flatrate-Drosselung: Sonderfall Mobilfunk-Flatrates

Beim Mobilfunk kommt ein Punkt erschwerend hinzu: die Frequenzknappheit. Jeder Netzbetreiber hat nur ein bestimmtes Kontingent an Übertragungsbandbreite zur Verfügung. Und dieses müssen sich alle Benutzer teilen, die gerade beim gleichen Funkturm eingebucht sind. Ohne Volumenbegrenzung würde es also schlichtweg zu Bandbreiten-Engpässen kommen, unter der alle Anwender leiden müssten.

Vorsicht bei diesen Flatrates

Bevor Sie einen neuen DSL- oder Mobilfunkvertrag wählen, sollten Sie einen Blick ins Kleingedruckte werfen. Das ist leichter gesagt als getan: Viele Anbieter verstecken die Klauseln ganz unten auf ihrer Website hinter einem Link wie „Weitere Infos und Fußnoten“. Wir haben uns auf die Suche nach besonders bemerkenswerten Flatrate-Einschränkungen gemacht.Das Ergebnis finden Sie in der folgenden Bildergalerie:

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