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Fernseher mit Quantum Dots: Nanokristalle im TV

12.06.2015 | 11:09 Uhr |

Was sind Fernseher mit Nanokristallen? Und wie funktionieren sie? Das erklären wir in diesem Beitrag und nennen die Vor- und Nachteile.

Die Nanokristall-Technik, auch Quantum Dots genannt, ist noch relativ jung. Sie ermöglicht es, bei wesentlich geringeren Produktionskosten, eine ähnliche Farbintensität und -Brillanz zu erzeugen wie mit OLEDs . Grundsätzlich sind Geräte, die auf Quantum Dots setzen, ähnlich aufgebaut wie andere Flachbildfernseher mit Flüssigkristall-Display.

So funktioniert die Quantum-Dots-Technik

Statt einer weißen Hintergrundbeleuchtung kommt aber eine mit einem sehr reinen Blauton zum Einsatz. Darüber liegt die Quantum-Dots-Folie, die Milliarden von winzigen Kristallen enthält, gleichmäßig aufgeteilt in zwei Sorten. Wenn sie mit blauem Licht bestrahlt werden, leuchtet die eine Sorte in reinstem rot und die andere in reinstem grün. Alle drei Farben zusammen nimmt das Auge wiederum als weiß war.

Die Vor- und Nachteile von Quantum Dots

Im Ergebnis erhält man mit der Nanokristall-Technik also zwar auch eine weiße Hintergrundbeleuchtung. Aber eben aus sehr reinen Grundfarben, die gemischt beziehungsweise gefiltert durch das Flüssigkristall-Display eine intensive Farbdarstellung bewirken. Samsung spricht sogar von einem „bis zu 64-fach größerem Farbspektrum“ im Vergleich zu seinen konventionellen LED-Fernsehern. Dazu kommt eine wesentlich höhere Leuchtdichte.

Damit schwarze Bildinhalte trotz der kräftigen Hintergrundbeleuchtung auch möglichst schwarz aussehen und nicht etwa grau, ist es wichtig, dass sie in möglichst viele einzeln ansteuerbare Zonen unterteilt ist. Denn je kleinteiliger die Segmente sind, desto genauer kann der Bildprozessor sie passend zum Bildinhalt herauf- und herunterregeln („local dimming“).

Ihr ganzes Potential können Quantum-Dots-Fernseher allerdings, wie OLED-Modelle auch, nur unter Beweis stellen, wenn sie mit Bildmaterial gefüttert werden, das einen sehr hohen Kontrastumfang besitzt.

Ergänzend sei noch gesagt, dass es auch Modelle gibt, bei denen die Nanokristalle in Schienen enthalten sind, die rings um die blaue Hintergrundbeleuchtung herum angebracht sind. Welches der beiden Verfahren besser ist, muss sich erst noch zeigen. Die Schienen-basierte Lösung ist zumindest günstiger in der Herstellung.

Auch wenn Quantum-Dots-Fernseher sehr nahe an die Farbqualität von OLED-Geräten herankommen, können sie ihnen in Punkto Kontrast, Schwarzpunkt und weitem Blickwinkel nicht ganz das Wasser reichen.

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