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Fedora 19: So richten Sie sich komfortabel ein

29.11.2013 | 11:22 Uhr |

Auch bei der neuen Fedora-Version wartet auf Anwender nach gelungener Installation noch ein gutes Stück Arbeit, bis das System rund läuft und für den Einsatz auf dem Desktop perfekt eingerichtet ist.

Die wichtigsten Schritte bei der Anpassung eines Fedora-Systems ändern sich von Version zu Version nur minimal. Folgende Tipps liefern Einrichtungshilfen, die Fedora am Desktop in Form bringen. Einige Befehle setzen sudo voraus, um das Kommando mit root-Privilegien auszuführen. Fedora 19 richtet das erste angelegte Benutzerkonto automatisch für die Verwendung von sudo ein, sofern Sie im Installer „Diesen Benutzer zum Administrator machen“ angeklickt haben. Falls nicht, können Sie in Fedora auch mit su in der Kommandozeile zum root-Konto wechseln.

RPM Fusion einbinden

Die Programmsammlung von RPM Fusion ist beinahe so alt wie Fedora und liefert Player, Codecs und proprietäre Grafikkartentreiber komfortabel über ein Repository nach. Programme stehen nach dem Hinzufügen des Repositories wie gewohnt über den Online-Paketmanager yum auf der Kommandozeile und über die grafische Paketverwaltung zur Verfügung, die in der Anwendungsübersicht von Fedora schlicht „Software“ heißt. Der obligatorische erste Schritt nach der Installation ist der Besuch der Webseite http://rpmfusion.org/Configuration , wo Sie zu den einzelnen Repositories „RPM Fusion free for Fedora 19“ und „RPM Fusion nonfree for Fedora 19“ jeweils RPM-Pakete finden, die sich beide komfortabel einrichten lassen: Nach einem Klick auf die angebotenen Links zum RPM können Sie in Firefox zum Öffnen gleich die „Software-Installation“ wählen. Alternativ dazu laden Sie die RPM-Pakete zunächst herunter und installieren sie jeweils in der Kommandozeile mit diesem Befehl:

sudo rpm -ivh [Paketname] 

Fedora-Pakete aus Online-Repositories sind aus Sicherheitsgründen immer digital signiert, um Manipulationen auszuschließen. Bei der ersten Installation eines Pakets von RPM Fusion müssen Sie deshalb dem Import des Schlüssels für das Repository zustimmen.

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Adobe Flash installieren

Fedoras strenge Open-Source-Ausrichtung bringt es immer mit sich, dass in den Browsern kein Flash-Plug-in vorinstalliert ist. Es wird allerdings von Adobe selbst über ein Repository nachgeliefert und bei Updates auf den neuesten Stand gebracht. Auch diese Paketquelle binden Sie mit einem RPM ein, das die Adobe-Paketquellen automatisch hinzufügt. Achtung: Für 32 Bit und 64 Bit gibt es bei Flash unterschiedliche Paketquellen.

32 Bit: Gehen Sie in Firefox zur Adresse http://linuxdownload.adobe.com/adobe-release/adobe-release-i386-1.0-1.noarch.rpm und installieren Sie das dort angebotene Paket.

64 Bit: Das passende RPM liegt unter http://linuxdownload.adobe.com/adobe-release/adobe-releasex86_64-1.0-1.noarch.rpm .
Da der Paketmanager rpm auch HTTP spricht, können Sie das Paket auch ohne Browser direkt in der Kommandozeile mit

sudo rpm -ivh [URL]

laden und mit

sudo yum install flash-plugin 

in der Kommandozeile installieren. „flash-plugin“ ist der Paketname.

Besserer Paketmanager für den Desktop: Die Suche von Yumex arbeitet genauer als jene der Software-Verwaltung. Das Tool nutzt im Hintergrund yum und arbeitet flott.
Vergrößern Besserer Paketmanager für den Desktop: Die Suche von Yumex arbeitet genauer als jene der Software-Verwaltung. Das Tool nutzt im Hintergrund yum und arbeitet flott.

Yumex: Alternativer und besserer Paketmanager

Während fortgeschrittene Anwender mit dem Paketmanager yum in der Kommandozeile sicher gut auskommen werden, ist für eine erste Übersicht ein grafisches Tool zur Paketauswahl besser.

Die dafür vorgesehene Anwendung „Software“ in Fedora ist allerdings nicht besonders gesprächig, verschweigt Details zu Paketen und hat eine lückenhafte Suchfunktion. Als bessere Alternative dazu bietet sich der Yum Extender an, den Sie über das Paket „yumex“ nachrüsten.

Das Tool greift im Hintergrund auf yum zu und ist auf diesem Weg deutlich schneller als die normale „Software“-Verwaltung.

Unter „Ansicht Softwarequellen“ können Sie außerdem Repositories auswählen oder deaktivieren. Die Suchfunktion liefert ebenfalls zuverlässige Ergebnisse, da hier auch die Beschreibung eines Pakets zu Rate gezogen wird.

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Gnome: Den Classic-Modus nachrüsten

Eine Neuerung von Gnome 3.8.2 ist die modifizierte Oberfläche mit traditionellen Desktop-Elementen wie Taskleiste und Anwendungsmenü, die über sechs Shell-Erweiterungen realisiert sind. Gnome fasst diese Modifikationen jetzt unter dem Namen „Classic“ zusammen, um Anwendern die manuelle Suche und Konfiguration nach passenden Erweiterungen zu ersparen.

Diesen Classic-Modus rüsten Sie in Fedora 19 über das Paket „gnomeclassic- session“ nach, also beispielsweise in der Befehlszeile mit diesem Kommando:

sudo yum install gnome-classicsession

Ab sofort können Sie bei der Anmeldung am Login-Bildschirm unter „Sitzungen“ den Eintrag „GNOME Classic“ auswählen und erhalten danach einen Desktop, der sich in Optik und Bedienelementen weitestgehend an Gnome 2 orientiert.

Schönere Taskleiste: Tint 2 bringt mit etwas Feintuning an der Optik eine stilvolle Leiste auf den Gnome-3-Desktop. Ein grafisches Konfigurations-Tool hilft bei der Einrichtung.
Vergrößern Schönere Taskleiste: Tint 2 bringt mit etwas Feintuning an der Optik eine stilvolle Leiste auf den Gnome-3-Desktop. Ein grafisches Konfigurations-Tool hilft bei der Einrichtung.

Gnome 3: Bessere Taskleiste mit Tint 2

Wenn Ihnen der Classic-Modus von Gnome 3.8.2 nicht zusagt, aber eine ansehnliche Taskleiste trotzdem willkommen wäre, hilft das Programm einer anderen Desktop-Umgebung weiter: Das Tool Tint 2 wurde ursprünglich für den schlanken Window- Manager Openbox geschrieben, funktioniert aber auch unter Gnome 3 einwandfrei.

Zur Einrichtung installieren Sie das Paket „tint2“ und „tintwizard“. Mit dem Befehl tintwizard.py starten Sie ein nützliches Konfigurations-Tool und mit tint2 die Ersatz-Taskleiste.

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Andere Desktops nachrüsten

In den Paketquellen liegen für Fedora 19 weitere Desktop-Umgebungen, die Sie auch parallel installieren können, um dann während der Anmeldung einen Desktop auszuwählen. Da jede Umgebung aus mehreren Paketen besteht, fasst die Paketverwaltung die Desktops zu Paketgruppen zusammen, die Sie in der Befehlszeile mit yum installieren.

KDE: Alle Pakete bekommen Sie mit sudo yum groups install "KDE Plasma Workspaces" .

Cinnamon: Version 1.9.1 des alternativen Desktops gibt es über sudo yum groups install CINNAMON .

Mate: Mit s udo yum groups install MATE richten Sie das aktualisierte Mate 1.6 ein.

XFCE: Diese Desktop-Umgebung installiert der Befehl sudo yum groups install XFCE.

LXDE: Der leichtfüßige Desktop wird mit sudo yum groups install LXDE installiert.

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