Fazit: Die größte Sicherheit sind Sie selbst

Mittwoch den 22.02.2012 um 10:01 Uhr

von Christoph Supguth

Vom Datenschnipsel zum vollständigen Nutzerprofil - so
geht´s!
Vergrößern Vom Datenschnipsel zum vollständigen Nutzerprofil - so geht´s!
© iStockphoto / Arturo M. Enriquez
Wie ein solches Profil entstehen könnte, zeigen wir im Folgenden. Die eindeutige Geräte-Kennung, auf Englisch International Mobile Station Identity (IMEI) ist an sich eine gute Sache. Wie die Fahrzeug-Identifizierungsnummer eines Autos wird diese Nummer nur für ein UMTS oder GMS-fähiges Handy vergeben. Mit der IMEI lässt sich also ein bestimmtes Touchscreen-Handy eindeutig identifizieren. Dabei besteht die Handy-Identität aus einer 15-stelligen Seriennummer.

Anders als beim Auto lässt sich mit dieser Nummer das Gerät unter Umständen wieder auffinden. Notieren Sie sich deshalb Ihre IMEI und bewahren Sie diese daheim auf. Wird Ihr Geräte etwa gestohlen, kann die Polizei mit der Geräte-Kennung das Handy orten. Vorausgesetzt die Ortung des Handys dient zur Aufklärung einer schweren Straftat, etwa einem Raubüberfall.

Tipp: Wie Sie Ihr Handy bei Verlust dennoch orten, sperren und empfindliche Daten löschen, lesen Sie in unserem Ratgeber „Im Notfall: Bei Smartphone-Verlust“ .

Von der Geräte-Kennung zum vollständigen Nutzerprofil

Auch die Werbeindustrie freut sich über Ihre IMEI. Lässt sich mit ihr doch ein Nutzerprofil anlegen. Zunächst kann mit der Nummer nur das Gerät zugeordnet werden. Legen Sie aber über die App ein Nutzerprofil an, erhält der Datensammler unter Umständen auch Ihre persönlichen Daten. Künftig lässt sich seine Datenbank personifiziert pflegen.

Möglich wird das, wenn Sie sich für einen Dienst registrieren. Möchten Sie mit einer Radio-App etwa eine Liste Ihrer Lieblingssender verwalten, ist ein Nutzerprofil zwangsläufig notwendig. Ob das Login nun verschlüsselt erfolgt und wer Zugriff auf den Datensatz erhält, lässt sich oft nur über einen Sicherheits-Test feststellen.

Login-Daten

Erst kürzlich tauchten auf dem Android Market schädliche Apps auf ( wir berichteten ). Die Apps aktivierten unbemerkt Dienste im Hintergrund. So gelangten Kriminelle an persönliche Daten, wie Kontakte, Telefonnummern und die IMEI-Nummern.

Aber auch der unverschlüsselte Versand von Login-Daten durch Apps könnte Kriminellen Tür und Tor öffnen. Vor allem, wenn Sie über ein öffentliches Netzwerk surfen und Dritte so die Daten abgreifen. Die Radio-App Jango etwa versendet Ihre Login-Daten unverschlüsselt.

Standort (GPS-Koordinaten)

Die Ermittlung der Standort-Daten kann durchaus Sinn machen. Ortsbezogene Dienste, sogenannte Location Based Services, funktionieren natürlich nur, wenn Ihre Standortdaten auch von der App genutzt werden dürfen. Die Wetter-App „Beautiful Widgets“ etwa zeigt die Wettervorhersage Ihres Einzugsgebietes an. Die Datenschutz-Analyse verlief aber zumindest bei dieser App zufriedenstellend. Daten wurden nicht an Dritte weitergegeben.

Stutzig sollten Sie werden, wenn eine App Ihre Standortdaten abruft, obwohl das Tool diese nicht benötigt, um richtig zu funktionieren. In der Test-Galerie finden Sie etwa die App Scannerpro, mit der Sie Barcodes und QR-Codes fotografieren und über das Internet Informationen dazu erhalten. Der GPS-Standort ist für die Funktionalität irrelevant. Verzichten Sie dann lieber auf solche Applikationen. Tipp: Deaktivieren Sie die GPS-Funktion Ihres Smartphones und schalten Sie diese nur ein, wenn Sie einen ortsbezogenen Dienst auch wirklich nutzen.

Fazit: Die größte Sicherheit sind Sie selbst

Wenn es um Sicherheit geht, sind vor allem Sie selbst gefragt. Da eine App immer einen potentiellen Zugriff auf persönliche Daten und Funktionen haben könnte, gibt es nur einen Weg das Risiko so gering wie möglich zu halten. Bevor Sie eine Applikation aus dem Internet herunterladen, informieren Sie sich zuvor über den Herausgeber und beachten Sie die Nutzerkommentare.

Haben Sie sich für eine App entschieden, achten Sie bei der Installation darauf, auf welche Daten die App zugreifen möchte. Fordert die Applikation mehr Rechte ein, als für die Funktionalität benötigt wird, verzichten Sie lieber auf diese Applikation. Zumindest sollten Sie die Rechte des Tools einschränken dürfen.

Das Rundum-Sorglos-Paket für Ihre Privat- und Geschäftsdaten

Auf Ihrem Smartphone oder Tablet sollten Sie entsprechende Sicherheitssoftware installieren, wie Sie das auf Ihrem Desktop-Rechner oder Notebook auch machen. In unserem Ratgeber "So schützen Sie Ihr Smartphone umfassend" erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihre persönlichen Daten Ihres Smartphones oder Tablets auch bei Diebstahl vor unberechtigten Zugriff schützen und welche Sicherheitssoftware auf jedes Android-Gerät gehört.

Standardmäßig sind Ihre Daten auf Android-Geräten nicht verschlüsselt. Mit unserem Ratgeber „So verschlüsseln Sie Android-Smartphones“ erhalten Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie mittels entsprechender Verschlüsselungsapplikationen Ihre Privat-Daten vor fremden Blicken schützen.

Neben Sicherheits-Software für mobile Geräte beinhalten Touchscreen-Geräte auch selbst einige Schutzfunktionen, die vom Nutzer nur aktiviert werden müssen. In wenigen Schritten können Sie Ihr Smartphone effektiv gegen Datenklau und Diebstahl schützen. Wie das geht, lesen Sie in unserem Ratgeber „Smartphone mit simplen Bordmitteln schützen“ .

Video-Tipp: So schützen Sie Android-Smartphones vor Gefahren

Welche Bedrohungen für Smartphones mit Android existieren und welche Sicherheits-Apps davor schützen, klärt Moderatorin Alexandra Polzin zusammen mit PC-WELT-Redakteur Arne Arnold. Viel Spaß beim Anschauen!

So schützen Sie Android-Smartphones vor Gefahren
So schützen Sie Android-Smartphones vor Gefahren

Mittwoch den 22.02.2012 um 10:01 Uhr

von Christoph Supguth

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