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Windows XP, Vista: Und was dann?

06.10.2008 | 11:54 Uhr |

Kein Witz: XP wird 2014 Freeware. Vista ist gut, hat aber keinen guten Ruf. Windows 7 soll besser werden, ist aber nur ein optimiertes Vista. Wie geht’s weiter mit Windows? Wir liefern 7 Fakten, die Sie kennen sollten.

Microsoft-Quellen zufolge lebt Windows XP noch länger als bislang bekannt. Vista schicken die Medien bei jedem Kratzer auf die Intensivstation – das zeigte sich erneut bei der letzten Black-Hat-Sicherheitskonferenz. Ein Rätsel bleibt Windows 7: Das System soll nun so eindeutig auf Vista aufbauen, dass wesentliche Änderungen kaum mehr möglich erscheinen. Hier will Microsoft aber erst im November die Geheimniskrämerei beenden. Und – ja: Midori kommt wirklich. Da stellt sich die Frage, auf welches der Microsoft-Systeme es sich zu setzen lohnt. Wir stellen die Fakten zusammen und bieten einen Überblick über die derzeitige Situation.
Übrigens: Eine Linkliste, die alle in diesem Beitrag ausgewerteten Quellen zu XP, Vista, Windows 7 und Midori zusammenfasst, finden Sie hier.

1. XP-Verkaufsende mit Win7-Klausel
Stand der Dinge: Seit 30. Juni 2008 verkauft Microsoft keine neuen XP-Lizenzen mehr an OEM-Partner, Gleiches gilt für den Verkauf der Retail-Software. Die preisgünstigen System-Builder-Versionen (SB) gibt es noch bis 31. Januar 2009. SB-Versionen sind eigentlich nur für die Auslieferung an PC-Einzelhändler vorgesehen. Deutsches Recht gestattet es allerdings dem Endanwender, SB-Versionen auch ohne Hardware zu erwerben. Noch bis 30. Juni 2010 dürfen Hersteller von Netbooks und schwach ausgerüsteten Billig-PCs (Ultra Low Cost PCs, ULC-PCs) ein XP Home vorinstallieren. Wer sich privat MS Windows XP Home oder MS Windows XP Pro kaufen möchte, der kann dies immer noch bei Conrad.

Die XP-Win7-Klausel: Diesen bisherigen Stand hat Microsoft Ende Juli klammheimlich durch eine spektakuläre Zusatzklausel für die Netbooks und ULC-PCs erweitert: „Falls die kommende Betriebssystem-Generation mit dem Code-Namen ‚Windows 7‘ später als geplant erscheint, steht Windows XP Home Edition noch ein Jahr nach Verfügbarkeit von Windows 7 bereit“. Damit koppelt Microsoft das endgültige Ende von XP direkt an die Erstveröffentlichung von Windows 7.

Diese Änderung hat Folgen: Wenn Windows 7 – wie inzwischen offiziell angekündigt – Anfang 2010 erscheint (siehe Punkt 6), gibt es XP-Home-Lizenzen mindestens bis Anfang 2011. Jede Verspätung von Windows 7 wird den Lebenszyklus von XP weiter verlängern. Da der Markt der kostengünstigen Netbooks (Eee PC & Co.) rasch wächst und Microsoft den „Ultra Low Cost PC“ nicht genau definiert hat, wird XP auch weiterhin mehr als eine kleine Nische besetzen. Nebenbei bemerkt: Vista ist tatsächlich kein System für schwache PCs. Aber diese XP-Win7-Klausel bedeutet auch eine Degradierung für Vista. Sie erklärt Windows 7 zum eigentlichen Nachfolger von Windows XP.

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