Datensicherheit

Die WikiLeaks Story: Der größte Datendiebstahl der US-Geschichte

Der 22-jährige Bradley Manning hat den wahrscheinlich größten Datendiebstahl in der amerikanischen Geschichte geschafft. Erfahren Sie die Hintergründe zur Wikileaks Story.
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Weshalb ist es möglich, dass ein "Army Intelligence Analyst" mit über 250.000 diplomatischen Datensätzen - gebrannt auf eine ganz normale CD-RW und gelabelt mit Lady Gaga’s Song Telephone - den irakischen Stützpunkt in der Nähe von Bagdad verlassen konnte? Der 22-jährige Bradley Manning hat damit den wahrscheinlich größten Datendiebstahl in der amerikanischen Geschichte geschafft (der mittlerweile inhaftierte Manning gilt als die Quelle der jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen, in denen die vertraulichen oder geheimen Berichte diverser US-Diplomaten an die Öffentlichkeit kamen).
 
Manning hatte Zugang zu einem speziell klassifizierten Netzwerk der Regierung und suchte dort anscheinend nach gewissen Schlüsselwörtern, ähnlich wie wenn unsereins in Google einen Suchbefehl absetzt. Das Ergebnis war eine bunte Sammlung von Daten aus aller Welt, welche mit seinem Aufgabenbereich eigentlich gar nichts zu tun hatten.
 
Doch warum hat ein einfacher U.S. Army Analyst überhaupt Zugang zu Informationen, die eigentlich nie an die Öffentlichkeit dürften? Gerade beim Pentagon, bei dem Geld eine untergeordnete Rolle spielt - sollte man nicht davon ausgehen können, dass Sicherheitslücken dieser Art unter Kontrolle sein sollten? Letztes Jahr wurden innerhalb von 6 Monaten über 100 Millionen Dollar und tausende von "CyberWarriors" eingesetzt, um die Cyber Defense Initiativen zu finanzieren. Zudem wurde ein neues Militärkommando geschaffen, welches sich dediziert nur um Cyber Security Aspekte kümmern und jährlich über 200 Cyber Security Officer ausbilden soll. Reichen etwa all diese Mittel doch nicht aus, um einen Militärbeamten davon abzuhalten, hochsensible Daten an die Öffentlichkeit zu bringen?
 
Gemäss einem Video auf CBS News hat sich der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten - Robert M. Gates - wie folgt für diese Umstände gerechtfertigt:
 
"Nach dem 11. September wurde festgestellt, dass es den Institutionen an einem Informationsaustausch gefehlt hatte. Hätten alle Institutionen ihre Informationen zusammen getragen und geteilt, hätte der 11. September möglicherweise verhindert werden können. Als Reaktion wurde von der Regierung beschlossen, dass Informationen grundsätzlich einem möglichst großen Kreis von Nutzern zur Verfügung gestellt werden müssen. Ziel: Niemandem an der Front soll der Zugang zu Informationen verweigert werden, die ihm möglicherweise hilfreich sein könnten."

Streng gesehen müsste man sich nun fragen, ob diese gelockerte Art des Informationsaustausches schlussendlich nicht die Sicherheit einer ganzen Nation gefährden könnte. Auf jeden Fall sollte nun jedoch allen Unternehmungen, welche geheime Informationen oder einfach grundsätzlich vertrauensvolle Daten in ihren Netzwerken haben, Folgendes klar geworden sein: Im sogenannten "Cyber Age" in dem wir uns befinden, darf der Zugriff auf kritische Daten nicht so salopp gehandhabt werden.

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (3)
  • EBehrmann 16:07 | 22.12.2010

    Zitat: zornigeprophet
    war eine wirklich heroische Tat der Öffentlichkeitsaufklärung.

    Diese "Aufklärung" gab es schon, da wusste noch niemand, wie man Internet schreibt. Schon mal etwas von dem Watergate Skandal gehört?
    Er hat dies für die Weltöffentlichkeit getan
    Das glaube ich wiederum nicht. Es steckte doch wohl Berechnung dahinter und letztendlich geht es auch um den schnöden Mammon Geld.
    Wer kannte denn schon vorher WL? Jetzt ist WL in aller Munde. Es hat halt so einen "Skandal" gebraucht.

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  • kalweit 15:10 | 22.12.2010

    Zitat: zornigeprophet
    Das was der Gründer von WL und seine Gehilfen getan haben war eine wirklich heroische Tat der Öffentlichkeitsaufklärung.


    Geklaute Dokumente haben schon vorher Leute der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ich sehe da nichts Historisches.

    Er hat nichts dazugedichtet und nichts verfälscht sondern rein Orginaldokumente veröffentlicht.


    Was nur die beurteilen können, die die originalen Dokumente gesehen haben. Ich habe das nicht und vermutlich alle die hier lesen auch nicht. In so fern ist die Aussage nicht beweisbar.

    Ihr Bericht hat übrigens Recht das der sorglose Umgang
    mit vertraulichen TopSecret Material vielleicht eine wirkliche Gefährdung ist. Doch niemand stellt sich die Frage warum es dieses Material überhaupt in der Form gibt?


    Auf welcher rosa Wolke lebst du denn? Jeder Geheimdienst dieser Welt hat solche und ähnliche Datensammlungen. Die meisten sind nur nicht so blöd, sie sich klauen zu lassen.

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  • zornigeprophet 13:11 | 22.12.2010

    Gemischte Gefühle

    Das was der Gründer von WL und seine Gehilfen getan haben
    war eine wirklich heroische Tat der Öffentlichkeitsaufklärung.

    Er hat nichts dazugedichtet und nichts verfälscht
    sondern rein Orginaldokumente veröffentlicht.

    Er hat dies für die Weltöffentlichkeit getan
    und muss nun um sein Leben fürchten - nach Aussage der Weltmedien.

    Ihr Bericht hat übrigens Recht das der sorglose Umgang
    mit vertraulichen TopSecret Material vielleicht eine wirkliche Gefährdung ist. Doch niemand stellt sich die Frage warum es dieses Material überhaupt in der Form gibt?

    Interessant aber dennoch gefährlicher ist jedoch was die Regierung unternommen hat
    um die Veröffentlichung zu verhindern und zu erschweren.

    Diese Rechtsbeschneidung betrifft eigentlich jeden Internetbenutzer auf dieser Welt
    und beschreibt dass das Internet doch in jeder Form reglementiert und zensiert werden kann
    wenn die Meinung eines anderen jemanden nicht gefällt.

    Wer übrigens solche Massnahmen ergreift und dazu noch Firmen wie Visa und Paypal
    mehr oder weniger einschüchtert und auch die eigenen Medien nutzt um eine Art Hetze zu betreiben
    dazu weiterhin über einen internationalen Haftbefehl über ein anderes Land die Festsetzung erreicht -
    hat zweifelsfrei bewiesen wieviele Menschenrechte man brechen kann ohne eine Strafe.

    Dies sollte uns ein klares Warnzeichen sein.

    Übrigens:
    Als Teenager in den 80ern startete er mit "Hacking" und wechselte in den 90igern auf die gute Seite.

    Er wechselte auf die gute Seite.
    Welches ist die wirkliche gute Seite?

    Bei dem Satz kann man gemischte Gefühle haben.

    Ansonsten sehr gute Berichterstattung

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