25.04.2012, 09:13

Sven Hähle

Sicherheit

Facebook - so schützen Sie sich vor Datenspionen und falschen Freunden!

Vorsicht vor Datenspionen: Nicht jede Freundschaftsanfrage auf Facebook ist wirklich freundschaftlich. ©iStockPhoto.com / gmutlu

Mehr als 23 Millionen Deutsche machen bei Facebook mit. Damit ist das soziale Netzwerk nicht nur für Unternehmen wertvoll, die ihre Produkte bewerben und mit Kunden in Kontakt bleiben wollen. Auch Gauner wissen, dass sie auf Facebook leichte Beute machen können. Datenspione und Spam gehören inzwischen zum Facebook-Alltag.
Facebook kämpft ohnehin gegen den schlechten Ruf, der Datenschutz spiele eine nebensächliche Rolle. Die firmeneigene Sammelleidenschaft für Nutzerdaten ist jedoch harmlos gegen das, was Datenspione treiben . Sie tarnen sich als freundliche Zeitgenossen, stellen höfliche Freundschaftsanfragen und klauen anschließend die privaten Daten nichtsahnender Nutzer.
Solche Datenspione heißen Social Bots. In Wahrheit sind es gar keine Facebook-Nutzer. Hinter ihnen stecken nicht Menschen, sondern heimtückische Programme. Diese sammeln Informationen echter Facebook-Nutzer und missbrauchen diese für kriminelle Zwecke. Beispielsweise verhökern sie Telefonnummern und E-Mail-Adressen an Spam-Versender – ein lukratives Geschäft. Entsprechend programmierte Social Bots könnten aber auch Bankdaten oder Kreditkarteninformationen stehlen, warnen Sicherheitsexperten.
Mit diesen Tipps nutzen Sie Facebook sicher
 
Social Bots: gefährliche Freundschaften
Social Bots sind schwierig zu erkennen. Die neuesten Varianten schreiben sogar selbstständig Status-Updates oder ändern in regelmäßigen Abständen ihr Profilbild, damit sie nicht als Spionage-Tools auffallen. Markant ist, dass die falschen Freunde viele Freundschaftsanfragen innerhalb kurzer Zeit verschicken, um möglichst schnell an viele private Daten der Opfer zu gelangen. Dabei kämpfen die Social Bots gegen das Frühwarnsystem von Facebook, das verdächtige und offensichtlich gefälschte Profile erkennen kann, dafür allerdings Zeit benötigt. Das „Facebook Immune System“ (kurz: FIS) prüft täglich rund 25 Milliarden Nutzeraktivitäten und eingestellte Parameter – und trotzdem bleiben manche Datenspione für längere Zeit unbemerkt.
Wenn Sie eine Freundschaftsanfrage von einer unbekannten Person erhalten, reagieren Sie besonnen! Anstatt die Freundschaftsanfrage sofort zu bejahen, prüfen Sie mit der Funktion „Nachricht senden“, wer die Person ist und welche Beweggründe es für die Freundschaftsanfrage gibt. Fragen Sie einfach nach: Wenn Sie keine Antwort erhalten, handelt es sich vermutlich um einen Social Bot – oder die Person ist an einer Konversation mit Ihnen nicht wirklich interessiert. In beiden Fällen sollten Sie die Freundschaftsanfrage nicht bestätigen. Erhalten Sie hingegen eine Antwort, können Sie in aller Ruhe entscheiden, ob Sie die Freundschaft wünschen oder nicht.
 
Facebook-Spam: Anwendungen als Übeltäter
Nicht nur falsche Freunde sind schuld, wenn Facebook-Nutzer immer wieder mit unerwünschten Nachrichten und Werbung bombardiert werden. Auch etliche Facebook-Apps haben den einzigen Zweck, Anwenderdaten zu sammeln. Darum sollten Sie nur absolut vertrauenswürdige und notwendige Anwendungen nutzen. Spam-Anwendungen erkennen Sie meist daran, dass sie unzählige Genehmigungen fordern.
Skepsis ist angesagt, wenn zum Beispiel die Genehmigung „An meine Pinnwand posten“ verlangt wird. Auch die Forderung „Auf meine Daten zugreifen, wenn ich die Anwendung nicht verwende” sollte bei Ihnen die Alarmglocken läuten lassen: Klicken Sie deshalb nie leichtfertig auf „Zulassen“. Viele Horoskope, Ranglisten und Statistiken über Facebook-Freunde, Chats sowie virtuelle Geschenke sind in Wahrheit Spam-Tools. Facebook hatbereits reagiert, um das Spam-Problem einzudämmen.
Inzwischen erkennen aktuelle Browser einige Spammer auf Facebook und warnen, wenn eine Webseite unsichere Inhalte enthält. Außerdem kooperiert Facebook mit der Security-Anwendung Web of Trust. Mit Hilfe von Web of Trust können Anwender die Sicherheit und die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten bewerten. Plug-ins für alle wichtigen Browser zeigen die Bewertungen an, so dass der Anwender über mögliche Gefahren rechtzeitig informiert ist.
Was tun nach einem falschen Klick?
Sie haben aus Versehen eine Spam-Anwendung installiert oder auf einen vermeintlichen Gutschein geklickt ? Zunächst sollten Sie Ihren Verdacht melden, damit Facebook darüber informiert ist. Bewegen Sie den Mauszeiger über das letzte Posting der spammenden App und klicken Sie auf den kleinen Pfeil, der oben rechts erscheint. Klicken Sie dann auf „Meldung oder Spam melden“. Damit wird der Spam im Stream verborgen. An seiner Stelle steht nun „Diese Meldung wurde als Spam markiert“. Gleich darunter gibt es den Link „melde ihn“. Ein Klick darauf bietet Ihnen eine Auswahl von Gründen, weshalb Sie die Anwendung als Spam einschätzen. Geben Sie einen Grund an und klicken Sie auf „Absenden“.
Verbergen Sie nun alle Postings der App, indem Sie bei einer früheren Meldung auf den Pfeil klicken und „Alle Beiträge von ... verbergen“ auswählen. Anschließend entfernen Sie noch die Anwendung selbst: Klicken Sie in der blauen Leiste ganz oben rechts auf den Pfeil und rufen Sie die „Privatsphäre-Einstellungen“ auf. Neben „Anwendungen und Webseiten“ klicken Sie auf „Einstellungen bearbeiten“ und dann bei „Anwendungen, die Du verwendest“ nochmals auf „Einstellungen bearbeiten“. Suchen Sie daraufhin die App in der Liste heraus und klicken Sie auf das kleine „x“ dahinter. Bestätigen Sie mit „Entfernen“. Extra-Tipp: In den detaillierten „Anwendungseinstellungen“ finden Sie den Link „Anwendung entfernen“, mit dem sie Apps ebenfalls losbekommen.
Schließlich machen immer wieder Postings wie „ Sarah und Pietro haben Sex“ oder „Dieser Junge isst die schärfste Chili der Welt“ bei Facebook die Runde. Ignorieren Sie solche Postings! Denn ein einziger Klick genügt und Sie fangen sich einen Facebook-Wurm ein, der Daten stiehlt oder Ihr Profil zum Posten missbraucht, um weitere Opfer zu finden. Der Fachbegriff dafür lautet Clickjacking oder auch Likejacking. Oft verstecken sich hinter den vermeintlich interessanten Links zu Bildern und Videos sogar Viren, die den PC infizieren.
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Browser-Plug-in WOT erkennt zahlreiche Facebook-Würmer und warnt vor verseuchten Webseiten mit einer roten Markierung, die eindeutig signalisiert: Hände weg! Über neue Facebook-Würmer und Spam-Anwendungen informiert eine Warnseite bei Facebook.
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