10.11.2013, 09:44

JR Raphael

Social-Media-Netiquette

Goldene Benimm-Regeln für Facebook & Co.

©iStockPhoto/franckreporter

Damit soziale Netze nicht zum Wilden Westen werden, haben wir zehn goldene Regeln für den Social-Media-Gebrauch für Sie zusammengestellt. Wenn Sie sich daran halten, treten Sie garantiert nie wieder in virtuelle, soziale Fettnäpfchen.

Regel 1: Verraten Sie Ihren Freunden nicht zu viel!

Soziale Netzwerke öffnen Ihnen Fenster und Türen in das Leben Ihrer Freunde – doch manchmal spielt sich hinter diesen Fenstern und Türen mehr ab, als Sie eigentlich wissen wollen. Sie wissen schon, was wir meinen: Schauerliche Geständnisse über sexuelle Defizite, Körperfunktionen oder persönliche Hygiene-Unfälle. Können wir in Zeiten von Facebook, Twitter und Co. denn nicht einfach mal ein paar Dinge für uns behalten?
Das Konzept von "TMFI", kurz für "Too Much Facebook Information" – zu Deutsch: Zu viele Facebook-Informationen – dreht sich aber nicht nur um peinliche Pinnwandeinträge und Status-Updates. Das übermäßige Teilen von Informationen umfasst auch das Posten nahezu jedes Gedankengangs und jeder Aktion – egal, ob es sich dabei um Details zur täglichen Jogging-Runde oder ein Foto des Lieblings-Burritos handelt. Wir haben verstanden: Sie mögen also Guacamole (ein Avocado-Dip aus der mexikanischen Küche). Wir haben vorher auch schon mal Käse und Bohnen gesehen. Also ersparen Sie uns doch den fotografischen Beweis...

Regel 2: Soziale Netzwerke sind nicht Ihre persönliche Redekanzel!

Die gelegentliche Phrasendrescherei einiger Teilnehmer in sozialen Netzwerken kann ja manchmal ganz unterhaltsam sein. Wer Facebook und Co. aber dauerhaft dazu nutzt, seine moralische oder politische Einstellung kundzutun, fängt sich schneller Freundschaftskündigungen ein, als er sein nächstes Status-Update posten kann. Beherzigen Sie deshalb eine Faustregel: Was Ihre Freunde und Familie schon in natura nicht von Ihnen hören wollen, wollen sie vermutlich auch nicht in schriftlicher Form auf Facebook von Ihnen lesen. Man denke nur an all die selbstgerechten Veganer-Posts jeden Tag... Außerdem: Wegen jedem Kommentar gleich eine Diskussion über neue politische Agendas vom Zaun zu brechen, überzeugt Ihre Facebook-Bekanntschaften seltener von Ihrer politischen Meinung, als vielmehr davon, sich von Ihnen fernzuhalten.
Regel 3: Soziale Netzwerke sind kein Beschwerdebuch!
Kaum besser als ein virtueller Moralprediger ist der Social-Media-Querulant – also eben jenes Individuum, das Facebook, Twitter und Google+ als Ersatz für eine Psychotherapie verwendet. Wenn mehr als zehn Prozent Ihrer Pinnwand-Einträge und Status-Updates so aussehen, als wären sie direkt einem Beschwerdebrief an Ihren Chef entsprungen, könnten Sie genau zu dieser Gruppe Nutzer gehören. Sich dann und wann mal über den eigenen Job zu beschweren, ist vollkommen natürlich. Ihre Familie und Freunde nonstop mit Negativismus zu bombardieren hingegen nicht.
Regel 4: Tun Sie nicht so, als wären Sie CNN, N24, Eurosport oder die Glamour!
Wissen Sie, was das Tolle am Internet ist? Es hat tonnenweise brandaktuelle Informationen über Nachrichten, Sport und Stars und Sternchen, jeden Tag, rund um die Uhr. Wissen Sie, was dagegen nicht so toll am Internet ist? Dass manche Leute denken, die Welt würde sich stattdessen eher für ihre persönliche Zusammenfassung alles News, Sport-Ereignisse und TV-Sendungen interessieren. Ist doch schön für Sie, wenn Sie sich gerade die zweite Halbzeit vom Spiel Deutschland gegen Togo ansehen. Aber glauben Sie uns: Wenn wirklich jemand das Endergebnis wissen oder über jeden noch so tollen Elfmeter und Eckball informiert werden will, dann schaut er sich das Spiel selbst an. Fast ebenso schlimm sind die beliebten Retweets von Status-Updates berühmter Persönlichkeiten. Wenn wir also wirklich wissen wollen, wann Emma Stone heute Morgen ins Fitnessstudio gegangen ist, dann folgen wir ihr auf Twitter selbst...
Regel 5: Schluss mit angeblichen Lebensweisheiten!
Hobby, Gewohnheit oder wirklich persönliche Eingebung? Egal, denn niemand interessiert sich wirklich für irgendwelche Zitate von irgendwelchen angeblich berühmten Leuten, die manch einer tagtäglich als "Inspirationsquelle" auf Facebook postet. Nicht gegen Inspiration, wirklich nicht! Aber gefühlte 40.000 Mal am Tag irgendwelche Zitate von Einstein zu lesen, inspiriert die meisten wohl höchstens dazu, ihre Stirn mehrfach auf die Tastatur schlagen zu lassen.
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