22.08.2011, 09:34

Tobias Weidemann

Facebook-Konto absichern

Facebook: So schützen Sie Ihre Privatsphäre

©iStockphoto.com/gmutlu

Facebook und Privatsphäre: Das muss kein Widerspruch sein – wenn Sie das Kontaktnetzwerk in seine Schranken weisen. Wir zeigen, wie Sie Ihre Profildaten schützen.
Wenige Unternehmen stehen so am Pranger wie Facebook. Kaum eine Woche vergeht, in der rund um das Freundenetzwerk nicht von Sicherheitslücken, Schnüffeleien und neuen Funktionen zum Sammeln von Daten die Rede ist. Und in der Tat: Facebook ist einer der unübersichtlichsten und am schlechtesten zu bedienenden Internetdienste, wenn es um Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen geht. In diesem Ratgeber erfahren Sie, mit welchen Einstellungen Sie Facebook das Schnüffeln abgewöhnen und wie Sie Informationen nur gezielt an die eigenen Kontakte weitergeben.
Facebook sammelt gerne und ausführlich Daten. Das geht, so paradox dies klingt, schon vor der Anmeldung los. Denn jedes Mitglied hat die Möglichkeit, sein E-Mail-Adressbuch bei der Anmeldung oder später nach Bekannten durchsuchen zu lassen, die bereits beim Netzwerk registriert sind. Die werden ihm dann als mögliche Freunde vorgeschlagen. Facebook hebt diese Daten für später auf und weiß so etwa auch von Beziehungen, bei denen erst einer der Partner Mitglied ist.
Wenn Sie sich mit einer E-Mail-Adresse anmelden, die Facebook bereits aus dem Adressbuch eines anderen Mitglieds gespeichert hat, kommen Sie auch sofort mit der Datensammelwut des Netzwerks in Berührung. Es schlägt Ihnen gleich eine Reihe von Kontakten vor: nämlich alle Mitglieder, die Ihre Adresse gespeichert haben, von denen also klar ist, dass Sie bereits miteinander Kontakt hatten.
Wer Facebook bei der eigenen Anmeldung seine gesamten Adressbücher anvertraut hat, kann das aber rückgängig machen: Melden Sie sich bei Facebook an. Dann rufen Sie die Seite www.pcwelt.de/fbdelete auf beseitigen per Knopfdruck die dort hinterlegten Daten.

Verschleierungsstrategie für Google & Co.

Immer häufiger melden sich Neumitglieder nicht mit ihrem Vor- und Nachnamen an, sondern verfremden ihn in irgendeiner Form. Beispielsweise kombinieren sie zwei Vornamen oder einen Spitz- und den Vornamen. So treffen Suchmaschinen nicht auf Anhieb das Facebook-Profil. Von guten Bekannten werden Sie anhand des verfremdeten Mitgliedsnamens und des Fotos erkannt. Wissen sollte man aber, dass Facebook Namentricks nicht gerne sieht und sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sogar untersagt. Doch für Sanktionen müsste das Netzwerk sie erst einmal bemerken – unwahrscheinlich, wenn es den zweiten Vornamen auch als Nachnamen geben könnte.
Facebook behauptet zwar, dass das Netzwerk an sich nicht in den Google-Suchergebnissen auftaucht. Das gilt allerdings nur für die Bereiche, die tatsächlich nur für Ihre Kontakte vorgesehen sind. Per Standardeinstellung ist die Startseite jedes Mitglieds jedoch öffentlich. Auch die meisten Facebook-Gruppen oder -Fanseiten lassen sich über Google finden. So können auch Nichtmitglieder erfahren, was Sie etwa in einer Gruppe geschrieben haben.

Richtig filtern: Infos für alle oder nur für enge Freunde

Was andere von Ihnen sehen, legen Sie in den Privatsphäre-Einstellungen fest. Die finden Sie, indem auf Ihrer Profilseite rechts oben auf „Konto“ klicken und dort die „Privatsphäre-Einstellungen“ aufrufen. Bei den Inhalten, die man anderen zugänglich macht, stehen vier Einstellungen zur Wahl. Standardmäßig aktiviert ist „Empfohlen“, eine eher amerikanisch-offenherzige Variante: Hier sieht jedes Facebook-Mitglied beispielsweise Details zu Ihrer Biografie, zu wem Sie in familiären Beziehungen stehen und eventuell diverse Fotos, auf denen Sie markiert wurden.
PC-WELT rät zur Einstellung „Freunde von Freunden“, einem guten Kompromiss zwischen Auffindbarkeit und Diskretion. Für Ihre Freunde sowie deren Kontakte liegen die Details offen, so dass sie feststellen können, ob Sie die gesuchte Person sind. Ihre Privatsphäre sichern Sie aber damit ausreichend ab. Wer noch zurückhaltender sein will, wählt den Punkt „Nur Freunde“. Dann sehen nur die eigenen Kontakte, was Sie Facebook anvertrauen. Bei jeder Option finden Sie außerdem die Option „Benutzerdefinierte Einstellungen“, mit der Sie individuelle Werte festlegen können.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, was man bei Facebook überhaupt zugänglich macht. Während es in den USA durchaus üblich ist, sich zu seiner politischen Meinung oder Religion zu bekennen, legt man in Deutschland oder anderen europäischen Ländern solche Informationen allenfalls den persönlichen Kontakten offen. Angaben zu Wohn- und Studienort, Hobbys und Interessen sind dagegen Geschmackssache. Auf das Öffentlichmachen der eigenen Interessen verzichten sollte man allerdings, wenn man sich damit als Fan einer Risikosportart, als Befürworter der Legalisierung von Hanf oder Ähnliches outet. Denn nicht vergessen: Auch der Geschäftspartner, der künftige Arbeitgeber oder die neue Bekanntschaft kann das öffentliche Profil einsehen.
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Kommentare zu diesem Artikel (11)
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