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Facebook-Gesichtserkennung auf dem Prüfstand

06.07.2011 | 11:05 Uhr |

Der neue Gesichtserkennungsdienst von Facebook versetzt die Nutzer in Aufruhr - doch warum eigentlich, wo der Service doch sowieso nicht richtig funktioniert?

In letzter Zeit gab es jede Menge Tumult um den neuen Online-Dienst von Facebook: die Gesichtserkennung auf Fotos. Tausende Nutzer bangen um ihre Privatsphäre und Identität. Unsere US-Schwester PC World hat sich der Sache angenommen und überprüft, ob die Gesichtserkennung wirklich so gefährlich ist, wie alle befürchten. Die kurze Zusammenfassung: die Gesichtserkennung von Facebook funktioniert aktuell noch viel zu schlecht, als dass sie eine echte Bedrohung darstellen könnte.

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Nach Aussagen von Facebook ist die neue Gesichtserkennung vor allem deswegen bequem, weil sie verschiedene Fotos ein und derselben Person auf Wunsch in einer Gruppe zusammenfasst. So müsste man beispielsweise nur noch den Namen der Person bei Facebook eingeben und schon spuckt einem das Netzwerk alle Bilder aus, die zu der Person gehören. Tatsächlich eine bequeme Funktion - würde sie denn wirklich funktionieren.

Die US-Kollegen haben ein paar Experimente durchgeführt um zu überprüfen, wie Facebook auf dem aktuellen Stand der Gesichtserkennung die Gesichter identifiziert. Sie haben sowohl Bilder von Personen hochgeladen, die noch nicht auf Facebook getagged wurden, als auch von Personen, die schon mehrfach auf Facebook getagged wurden. Sogar Fotos, die es in identischer Form bereits getagged auf Facebook gibt - nur um zu sehen, was die Gesichtserkennung wirklich herausfinden kann und was nicht.

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Momentan scheint die Gesichtserkennung von Facebook vor allem in einer Sache gut zu sein - und streng genommen auch nur darin: zu erkennen, dass ein Gesicht ein Gesicht ist - und eben keine Orange, Schleierwolke oder Puddingmasse. Wenn man allerdings bedenkt, dass schon die meisten Digitalkameras über diese Art der Gesichtserkennung verfügen, ist das kein wirklich beeindruckendes Ergebnis. Auch mit Gesichtsformen hat Facebooks Gesichtserkennung derzeit keine Probleme. Allerdings damit, ein und dieselbe Gesichtsform auch ein und derselben Person zuzuordnen. Der Grund: die Gesichtserkennung von Facebook erkennt nur dann ein und dieselbe Person auf verschiedenen Fotos, wenn die Lichtverhältnisse ähnlich sind, die Farbgebung ähnlich ist, der Aufnahmewinkel nahezu übereinstimmt und sich die Gesichtsausdrücke nicht zu stark unterscheiden. Einziger Pluspunkt: Bärte spielen bei der Gesichtserkennung keine wesentliche Rolle und sind daher eine eher schlechte Verkleidung.

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