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Virtualisierungs-Grundlagen: Varianten und Unterschiede

09.04.2016 | 08:37 Uhr |

Die Möglichkeiten und Vorteile zur Server-, Netzwerk- und Storage-Virtualisierung sind vielfältig. Dieser Artikel klärt die grundlegenden Fragen rund um das Thema Virtualisierung.

IT-Abteilungen kommen heute kaum noch an Techniken zur Virtualisierung vorbei. Die theoretischen Vorteile und die damit verbundenen Auswirkungen für eine effizientere und flexiblere IT-Infrastruktur sind überzeugend. Mit den Möglichkeiten der Virtualisierung wächst allerdings auch die Begriffsvielfalt rund um die diversen Virtualisierungsvarianten und Software-Tools. Zu Beginn der Entwicklung wurden hauptsächlich Server im Data Center virtualisiert . Längst hat die Virtualisierung aber auch in Netzwerke , Storage - und Desktop-Systeme Einzug gehalten.

Wir klären, was hinter den Schlagworten steckt und beleuchten die Vor- und Nachteile der vielen unterschiedlichen Virtualisierungsformen.

Wann lohnt sich Server-Virtualisierung?

Virtualisierung trennt Software (Anwendungen etc.) von der darunter liegenden Hardware (Server, Speicher) durch eine logische Schicht. Besteht die IT-Infrastruktur nur aus ein oder zwei Systemen, dann ist die Virtualisierung und Konsolidierung von Servern und deren Peripherie nicht besonders interessant. Betreibt ein Unternehmen hingegen Dutzende oder Hunderte Server , lassen sich je nach Virtualisierungslösung realistische Konsolidierungsraten von 1:5 bis 1:100 erzielen. Dadurch sinken die Betriebskosten (Energie, Platz, Klimatisierung) sowie der Wartungs- und Administrationsaufwand für die Hardware erheblich. Darüber hinaus wird der Lifecycle von Applikationen von der Hardware entkoppelt und erhöht somit die Laufzeit von Systemen. Die hohen Konsolidierungsraten sind auf die geringe durchschnittliche Auslastung physikalischer Server zurückzuführen, die mit nur einem Betriebssystem und meist sehr wenigen Applikationen betrieben werden.

Wie kann Virtualisierungssoftware die Hardware optimal nutzen?

Mit Hilfe so genannter Resource-Manager können sowohl virtuelle Maschinen (VM) gegenüber anderen VMs priorisiert als auch die physikalische Hardware nach vielen verschiedenen Kriterien partitioniert werden. Manche Produkte erlauben es sogar, VMs - abhängig von der Last des physikalischen Basissystems (Host) - im aktiven Zustand auf andere, weniger belastete Systeme zu verschieben. Durch intelligente Ressourcenverwaltung lässt sich demnach eine Symbiose zwischen Ressourcenkonsolidierung und gleichzeitiger Leistungsoptimierung der Anwendungen erreichen.

Welche zusätzlichen Vorteile bietet die Server-Virtualisierung?

Ein weiteres Plus ist die durch Einführung einer Virtualisierungsschicht zwischen physikalischer Hardware und den logischen Teilen (Gast-Betriebssystem und Applikation) erzielte Hardwareunabhängigkeit. Sie eröffnet neue Backup-Möglichkeiten und vereinfacht die Wiederherstellung (Recovery) der Gast-Betriebssysteme erheblich. Letztere ist räumlich nicht beschränkt, so dass virtuelle Systeme auch über das Internet verteilt (Virtual Appliances) werden können.

Die Nutzung von Templates beziehungsweise das schnelle Klonen oder Erstellen von VMs ist ein weiterer wichtiger Vorteil virtueller Umgebungen. Wichtig ist dabei aber ein Regelwerk beziehungsweise ein Lifecycle-Management für VMs, damit ein Wildwuchs verhindert wird und Unternehmen jederzeit Herr ihrer Infrastruktur sind.

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