03.04.2012, 17:30

Verena Ottmann

WLAN-Karte Eye-Fi

Bilder kabellos von der Kamera übertragen

Eye-Fi: Die SD-Karte, die Bilder kabellos übertragt ©Eye-Fi

Mit Eye-Fi verschicken Sie Ihre Fotos per WLAN - auch, wenn Ihre Digitalkamera eigentlich kein WLAN hat. Denn die Spezial-SD-Karte verbindet sich mit einem kabellosen Netz und bietet darüber hinaus bis zu 8 GB Speicherplatz.
Wer im Urlaub viel mit der Digitalkamera fotografiert, möchte seine Bilder auch mit der Familie oder Freunden zuhause teilen. Eine Facebook-Seite oder ein Online-Album bei Diensten wie Picasa oder Flickr ist dabei der schnellste Weg, die Daheimgebliebenen mit Schnappschüssen zu versorgen.
Das Bestücken der Internet-Fotowand bleibt jedoch umständlich, vor allem, wenn Sie unterwegs sind: Die Bilder lassen sich nur mit Umweg über das Notebook auf Facebook, Picasa & Co hochladen. Und da die wenigsten Digitalkameras einen integrierten WLAN-Adapter besitzen, kommt bei jedem Transfer zwangsläufig ein Kartenleser oder das USB-Kabel zum Einsatz, um Kamera und Notebook miteinander zu verbinden.
Viel schneller und unkomplizierter geht der Transfer dagegen mit Eye-Fi, einer WLAN-Karte im SD-Karten-Format. Mit ihrer Hilfe lassen sich Fotos ohne USB-Kabel direkt aufs Notebook übertragen, vorausgesetzt, es besteht eine WLAN-Verbindung. Dann wandern die Daten mit dem schnellen IEEE-802.11b/g/n-Standard (2,4 GHz) auf den Rechner. Neben ihrer kabellosen Transferfähigkeiten ist Eye-Fi eine normale SD-Karte, die bis zu 8 GB Speicherplatz für Ihre Bilder bietet.

Eye-Fi: So funktioniert die kabellose Verbindung

Damit sich Bilder kabellos per Eye-Fi übertragen lassen, müssen Sie die Karte zuerst in das gewünschte WLAN-Netz einbinden. Sie benötigen dazu den Namen und das Passwort des WLAN-Netzes. Maximal kann eine Eye-Fi-Karte 32 WLAN-Netze speichern. Die Konfiguration erfolgt bequem über das Notebook und den beiliegenden USB-Kartenleser. Die dafür nötige Software, die Sie auf dem Notebook installieren müssen, bringt die Karte ebenfallsmit. Sie benötigt 100 MB freien Festplattenplatz.
Während des Einrichtens bestimmen Sie den Speicherort der übertragenen Bilder - also einen Ordner auf Ihrem Notebook oder eine Foto-Website. Derzeit unterstützt Eye-Fi unter anderem die Übertragung zu Evernote, Facebook, Flickr, Kodak Gallery, Nikon MyPicturetown, Photobucket, Picasa, Snapfish, Walmart Digital Photo Center und YouTube. Denn mit Eye-Fi lassen sich auch Videos kabellos übertragen.
Ist das WLAN-Netz eingerichtet, der Speicherort bestimmt und die Karte in die Digitalkamera eingelegt, müssen Sie sich um nichts mehr kümmern: Jedes Mal, wenn Sie sich in Reichweite des WLAN-Netzes befinden, werden alle Bilder automatisch hochgeladen. Alternativ können Sie auch die "Schützen"-Funktion Ihrer Kamera nutzen und nur die geschützten Bilder hochladen lassen.
Was die Kompatibilität anbelangt, so kann jede Digitalkamera, die einen SDHC-Steckplatz besitzt, mit einer Eye-Fi-Karte umgehen. Manche Hersteller wie Casio, Nikon, Olympus und Sony bieten zudem spezielle Modelle an, die eigens für Eye-Fi ausgelegt sind:  Sie haben einen Menüpunkt namens "Eye-Fi", über den Sie die Eye-Fi-Funktion an- und ausschalten können. Außerdem bleiben die Eye-Fi-Digitalkameras so lange eingeschaltet, bis der Datentransfer beendet ist, und zeigen den Fortschritt grafisch an.
Eye-Fi: Diese Modelle sind verfügbar
Derzeit sind vier Eye-Fi-Modelle direkt vom Hersteller verfügbar, die zwischen 40 und 85 Euro kosten: Connect X2, Geo X2, Mobile X2 und Pro X2. Alle vier arbeiten nach dem WLAN-Standard IEEE-802.11b/g/n im 2,4-GHz-Band und entsprechen der SDHC-Geschwindigkeitsklasse 6. Interessant ist der Direkt-Modus: Befinden Sie sich außerhalt des WLAN-Netzes, senden die Karten die Bilder direkt an Ihr iPhone, iPad oder ein Android-Endgerät, vorausgesetzt, die haben die entsprechende App installiert. Zudem sorgt die Funktion "Endless Memory" dafür, dass automatisch die ältesten, bereits übertragenen Bilder gelöscht werden.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Eye-Fi-Modellen sind schnell erklärt: Die Connect X2 bietet 4 GB Kapazität, die Mobile X2 kommt mit 8 GB. Die Geo X2 mit 4 GB speichert zu jeder Aufnahme automatisch die Geo-Daten. Die Pro X2 tut dies auch, hat jedoch 8 GB Kapazität und kann als einzige Eye-Fi-Karte auch RAW-Aufnahmen kabellos übertragen. Die anderen Modelle kommen nur mit JPG-Bildern und zurecht.
Auf der IFA 2011 haben Eye-Fi und Kartenhersteller Sandisk eine Kooperation angekündigt: Demnach werden die Eye-Fi-Karten in Deutschland unter dem Namen Sandisk angeboten. Die Original-Eye-Fi-Karten sollen hierzulande langsam auslaufen. Allerdings entsprechen die Eye-Fi-Karten von Sandisk, die es mit 4 oder 8 GB gibt, nur der SD-Geschwindigkeitsklasse 4. Und sie bieten keine Extras wie die Übertragung der Geo-Daten oder die RAW-Unterstützung. Da die Sandisk-Karten jedoch auch mit der Eye-Fi-Software arbeiten, bleiben der Direkt-Modus und auch die Endless-Memory-Funktion weiter nutzbar.

Toshiba Flash Air: Alternative zu Eye-Fi

Letztes Jahr hat Toshiba mit seiner Flash-Air-Karte ein Konkurrenzprodukt zu Eye-Fi vorgestellt. Die Eckdaten klingen auf den ersten Blick ähnlich wie bei Eye-Fi: Flash Air entspricht der SD-Geschwindigkeitsklasse 6 und ist mit 8 GB zu haben. Allerdings kommt die Karte mit einer Vielzahl an Formaten zurecht, darunter etwa JPG, MPG und RAW. Und sie kann auch Daten empfangen, so dass sich beispielsweise Bilder zwischen zwei Kamera tauschen lassen.
Zur sicheren Übertragung nutzt Flash Air die Verschlüsselungsprotokolle WEP, WPA und WPA2 mit TKIP beziehungsweise AES. Einen Preis die die WLAN-Karte hat Toshiba noch nicht genannt, allerdings ist sie auch noch nicht in Deutschland erhältlich. Gerüchten zufolge soll die Flash-Air-Karte jedoch bei 50 Euro liegen - was sie hinsichtlich des Funktionsumfangs sehr attraktiv macht.
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