Extrem stromsparender Prozessor

Intel Atom: Die 2-Watt-CPU im Detail

Mittwoch den 02.04.2008 um 05:31 Uhr

von Michael Schmelzle

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Für Mini-Computer wie den Asus EEE PC und Geräte für die mobile Internet-Nutzung ist Intels Atom-Prozessor gedacht. Wir haben für Sie die wichtigsten Details über die kleinste CPU des Chipriesen zusammengetragen.
Mobile Internet Device: Eines der ersten lauffähigen
Prototypen von Lenovo
Vergrößern Mobile Internet Device: Eines der ersten lauffähigen Prototypen von Lenovo
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Klein und extrem sparsam: Mit den Abmessungen von 3,1 x 7,8 Millimeter nimmt Intels Atom-Prozessor lediglich die Fläche einer Centmünze ein. Auf der Fläche von knapp 25 Quadratmillimetern tummeln sich sage und schreibe 47 Millionen Transistoren.

Nach Angaben des Herstellers verbraucht der Einkern-Prozessor, je nach Taktfrequenz, bei Vollauslastung nur zwischen 0,6 bis 2,6 Watt. Dabei soll die Rechenleistung von Atom deutlich höher sein als bei vergleichbaren Mikrochips, wie sie etwa bei Smartphones zum Einsatz kommen.

CPU-Architektur des Atom-Prozessors: Blockdiagramm mit den
einzelnen Funktionseinheiten
Vergrößern CPU-Architektur des Atom-Prozessors: Blockdiagramm mit den einzelnen Funktionseinheiten
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Zudem möchte der Hablleitergigant mit dem Atom eine völlig neue Geräteklasse etablieren: die Mobile Internet Devices (MID) . Zahlreiche Hersteller haben inzwischen MID-Prototypen entwickelt, die vom einfachen Media-Player mit Internetanschluss bis hin zum vollwertigen Mini-Computer reichen. Während auf der CeBIT 2008 nur so genannte Mock-ups - nicht funktionsfähige Geräte, die häufig nur aus einem Gehäuse ohne Innereien bestehen - zu sehen waren, zeigen auf dem Intel Developer Forum schon einige Firmen lauffähige MIDs.

Siliziumplättchen (Die) des Atom-Prozessor: Farblich
abgegrenzt sind die Funktionseinheiten (siehe auch Blockdiagramm
unten)
Vergrößern Siliziumplättchen (Die) des Atom-Prozessor: Farblich abgegrenzt sind die Funktionseinheiten (siehe auch Blockdiagramm unten)
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Den Atom-Prozessor stattet Intel mit insgesamt 56 KB L1-Cache (32 KB Befehls- und 24 KB Datenpuffer) sowie 512 KB L2-Cache aus. Die Anbindung an den Atom-Chipsatz, Codename „Poulsbo“ erfolgt über einen bis zu 133 (effektiv 533) MHz schnellen Front Side Bus. Der x86-Prozessor beherrscht auch gängigen Funktionen wie die Befehlssatz-Erweiterung SSE3, unterstützt 32- und 64-Bit-Betriebssysteme und -Programme sowie die Virtualisierung in Hardware.

Allerdings arbeitet der Atom-Prozessor nicht mit der sonst üblichen Out-of-Order-Pipeline, die eingehende Befehle in den Schedulern bündelt und kombiniert, um sie in einer möglichst effizienten Reihenfolge in die Pipeline zu schicken, sondern bearbeitet die Befehle ganz schlicht in der eingehenden Reihenfolge ab (Fachbegriff: In-Order-Pipline). Weitergehende Informationen zur Prozessor-Architekur des Atom finden Sie bei unserer Online-Schwester Tecchannel .

Mittwoch den 02.04.2008 um 05:31 Uhr

von Michael Schmelzle

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