Externe Speicher

Boot 2 Go: Windows auf USB-Laufwerke packen

Mittwoch, 27.06.2012 | 09:23 von Thorsten Eggeling
Windows 7 passt theoretisch sogar auf einen Stick - wenn dieser mindestens 32GB groß ist.
Vergrößern Windows 7 passt theoretisch sogar auf einen Stick - wenn dieser mindestens 32GB groß ist.
© iStockphoto.com/PetrMalyshev800
Windows 7 auf einer USB-Festplatte installieren geht nicht? Geht doch! Wir zeigen, wie sich Windows auf einem externen Speicher installieren und starten lässt.
Windows 7 lässt sich standardmäßig nur auf einer Festplatte installieren, die am IDE- oder SATA-Controller der Hauptplatine hängt. Die Auswahl eines USB-Laufwerks wird vom Setup-Programm verweigert. Dabei bieten USB-2.0- oder -3.0- Anschlüsse genügend Geschwindigkeit, um Windows darüber zu starten. Das Betriebssystem auf der USB-Platte würde sich gut als Reserve- oder Notfall-Windows einsetzen lassen, und man könnte es auch auf anderen PCs nutzen, wenn Windows einmal streikt.

Mit einem Trick ist die Installation auf einem USB-Laufwerk dennoch möglich. Der Artikel zeigt die erforderlichen Schritte, um Windows auf ein USB-Laufwerk zu kopieren und dann davon zu starten. Windows 8 lässt sich einfacher auf einer USB-Platte installieren als Windows 7. Wie das mit der Windows 8 Consumer Preview funktioniert, lesen Sie ab Punkt 8.


1. Voraussetzungen für die Installation schaffen

Ein 32-Bit-Windows benötigt auf der Festplatte etwa 10 GB. Die 64-Bit-Version bringt es auf ungefähr 20 GB.

Wenn Sie noch einige Programme installieren wollen, brauchen Sie daher eine externe Festplatte mit einer minimalen Kapazität zwischen 20 GB (32 Bit) und 30 GB (64 Bit). Mehr Platz ist natürlich besser, weil Sie dann noch Reserven haben. Ein USB-Stick ab einer Kapazität von 32 GB wäre für ein 32-Bit-Windows ebenfalls ausreichend.

Externe Laufwerke werden seit Jahren immer schneller. Die
angegebenen Transferraten sind aber nur theoretisch
erreichbar.
Vergrößern Externe Laufwerke werden seit Jahren immer schneller. Die angegebenen Transferraten sind aber nur theoretisch erreichbar.

Eine USB-2.0-Festplatte bietet genug Geschwindigkeit, damit Windows 7 davon in etwa einer Minute startet. Wenn PC und Festplatte über USB 3.0 verfügen, erhöht sich die Startgeschwindigkeit entsprechend. Gut geeignet sind auch ältere, sonst nicht mehr benutzte Festplatten, die Sie über einen USB-2.0- oder einen USB-3.0-Adapter an den PC anschließen können. Passende IDE/SATA-USB-Adapter gibt es ab etwa 20 Euro, beispielsweise bei Conrad .

Wenn Sie eine Festplatte mit einem E-SATA-Anschluss (External SATA) besitzen, ist die Windows-Installation besonders einfach. Das Installationsprogramm behandelt eine E-SATA-Festplatte wie eine interne Platte. Allerdings startet das darauf installierte Windows nicht, wenn Sie die Festplatte über USB verbinden. Dazu sind vorher die in Punkt 6 beschriebenen Schritte erforderlich.

Bei einer Festplatte am USB-Anschluss verweigert das Windows-Setup-Programm die Installation. Sie müssen daher entweder die Festplatte vorübergehend in den PC einbauen (Punkt 6) oder ein bereits installiertes Windows über eine geeignete Software auf die USB-Festplatte kopieren (Punkt 3).


Eine externe Festplatte mit USB-2.0-Anschluss bietet genug
Geschwindigkeit, um Windows davon zu starten.
Vergrößern Eine externe Festplatte mit USB-2.0-Anschluss bietet genug Geschwindigkeit, um Windows davon zu starten.
© ADATA

2. Neuinstallation auf USB-Festplatte

Die schnellste und einfachste Methode ist, Windows neu auf der USB-Festplatte zu installieren. Sichern Sie alle darauf befindlichen Daten an einem anderen Ort, denn diese gehen bei der Windows-Installation verloren.

Bauen Sie die Festplatte aus dem Gehäuse aus und schließen Sie sie am SATA-Controller im PC an. Sollte das nicht möglich sein, etwa weil das Gehäuse versiegelt ist und Sie beim Öffnen die Garantie verlieren würden, müssen Sie Windows auf einem anderen Weg auf die Platte kopieren (Punkt 5). Deaktivieren Sie auch die anderen Festplatten, indem Sie deren SATA-Kabel abziehen. Installieren Sie Windows dann wie gewohnt auf der Festplatte. Danach bauen Sie die Festplatte wieder in das Gehäuse ein. Bevor Sie den PC davon starten können, müssen Sie die Schritte aus Punkt 6 ausführen.

Lizenzbedingungen beachten: Die Windows-Installation auf einer externen USB-Festplatte ist aus rein technischen Gründen nicht möglich. Microsoft hat hier einfach nicht die nötigen Voraussetzungen geschaffen. Wenn Sie die Installation trotzdem vornehmen, müssen Sie die üblichen Lizenzbedingungen beachten. Sie dürfen nur so viele Windows-Versionen gleichzeitig verwenden, wie Sie Lizenzen erworben haben. Wenn Sie die USB-Festplatte an einen anderen PC hängen, ist außerdem wahrscheinlich eine erneute Aktivierung bei Microsoft erforderlich. Die Aktivierung ist zwar beliebig oft durchführbar, nach etwa zehnmal aber nur noch telefonisch.

Mittwoch, 27.06.2012 | 09:23 von Thorsten Eggeling
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