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Sicherheits-Chat mit Norton - die Zusammenfassung

PC-WELT hatte Stefan Wesche zum Experten-Chat eingeladen. Der Norton Technical Security Expert beantwortete die Fragen der PC-WELT-Leser zum Thema WLAN-Sicherheit. Hier finden Sie die Zusammenfassung des Chats.

Am 3. August fand auf pcwelt.de ein Sicherheits-Chat statt. Stefan Wesche, Norton Security Expert/Technical Reviews Manager von Symantec, beantworte die Fragen der PC-WELT-Leser zum Thema Sicherheit. Auf dieser und den folgenden Seiten haben wir den Inhalt des Chats für Sie in einer etwas leichter lesbaren Artikel-Form aufbereitet.

Stefan Wesche (Norton): 
Hallo mein Name ist Stefan Wesche und ich stehe heute gerne für Fragen zur Verfügung.
 
Kommentar von Mika 
Wohin geht die Reise in Sachen Viren? Auf was muss man sich zukünftig einstellen?
 
Stefan Wesche (Norton):  
In Sachen Viren setzt sich die Reise so fort, dass immer mehr Angriffe stattfinden per Drive-by Downloads mit dem Ziel unbemerkt persönliche Daten zu stehlen.
 
Kommentar von Kunibert 
Wie gefährlich ist die Nutzung von WLANs im Hotel?
 
Stefan Wesche (Norton): 
Man muss in öffentlichen WLANs wie auch z.B. in Hotels davon ausgehen, dass alle eingehenden und ausgehenden Daten von anderen Nutzern des Netzwerks mitgelesen werden können. Man kann offene WLANs aber schon für unkritische Surf-Aktionen oder ähnliches benutzen.
 
Alle vertraulichen Aktionen sollte man lieber daheim oder über UMTS machen, da hier das Risiko für Man-in-the Middle (und Sniffing) und Phishing Angriffe geringer ist. Zusätzlich sollte man wenn möglich auf eine verschlüsselt https Verbindung achten (auch schon beim Login).
 
Eine gute Möglichkeit für mehr Sicherheit in WLANs ist auch ein VPN zu benutzen. Entweder zum eigenen Router zuhause oder zu einem vertrauenswürdigen VPN-Anbieter. Mit einem VPN werden alle Daten verschlüsselt durch den Hotspot getunnelt und können so nicht mitgeschnitten werden.
 
Kommentar von Kunibert 
Aber wenn da https steht, ist es sicher mit dem WLAN im Hotel?
 
Stefan Wesche (Norton): 
Nicht unbedingt. Es kommt darauf an. Es könnten auch gefälschte Zertifikate zum Einsatz kommen. Also sollten Sie keine vertraulichen Transaktionen ohne VPN machen.
 
Kommentar von Thomas 
Gibt es für mich zuhause eine Möglichkeit zu merken, wenn ein Nachbar mein WLAN mitbenutzt?
 
Stefan Wesche (Norton): 
Ja, das kann man typischerweise über die Benutzeroberfläche des eigenen Routers sehen, dieser logt alle Geräte, die verbunden sind und einmal verbunden waren. Hier kann ich auch MAC Address Filterung anschalten, um fremde User auszuschließen.
Außerdem sollte der Router eh Verschlüsselung verwenden und zwar WPA2, dann kommt der Nachbar nicht rein.
 
Kommentar von Ruprecht 
Kann ich Onlinebanking via WLAN machen??
 
Stefan Wesche (Norton): 
Im Prinzip schon. Wichtig ist aber, dass der Router entsprechend abgesichert ist (dazu gleich mehr) und dass der PC up to date ist mit neusten OS- und Browser-Versionen und dann natürlich noch eine gute Sicherheitssoftware, die sicherstellt dass keine Trojaner im Hintergrund laufen
 
Zur Routerabsicherung empfiehlt sich folgendes:
• Router auf neueste Firmware updaten
• Standard Netzwerk Password durch sicheres Passwort ersetzen
• Standard Router Password durch anderes sicheres Password ersetzen
• Standard SSID Name durch anderen ersetzen 
• MAC Adressen Filterung anschalten (damit nur vom User freigegebene Geräte auf das Netzwerk zugreifen können 
• WPA2 oder zumindest bestmögliche unterstützte Verschlüsselung (gesetzlich vorgeschrieben)
• Routerfirewall anschalten (ersetzt aber nicht Firewall in Security Suite, kostet aber auch keine zusätzliche Performance)
• Evtl. Sendeleistung auf den tatsächlichen Bedarf begrenzen, damit niemand außerhalb des Gebäudes Empfang hat
• UPnP und Fernwartung wenn nicht benötigt abschalten
• Evtl. sicheren DNS-Server verwenden wie NortonDNS (kostenlos -  www.NortonDNS.com )

Kommentar von Martha 
Hallo Herr Wesche, ich habe eine Frage. Und zwar wohne ich in einer Studenten-WG mit 3 Mitbewohnern und wir teilen uns die Internetverbindung. Was würde denn eigentlich passieren, wenn einer meiner Mitbewohner z.b. Raubkopien downloaden würde? Wie ist denn da die Haftungsfrage?
 
PCWELT: 
Wir können natürlich keine Rechtsberatung machen und keinen Rechtsanwalt ersetzen. Aber Herr Wesche kann selbstverständlich aus seiner Erfahrung schöpfen und wird Ihnen sofort antworten.
 
Stefan Wesche (Norton): 
Falls eine Ermittlung stattfinden würde, würde zuerst der Verdacht vermutlich auf den "Besitzer" des DSL-Anschlusses fallen und dieser müsste erst einmal nachweisen, dass er es nicht war. Im Zweifelsfall ist das natürlich sehr ärgerlich.

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