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Startmenü, Suche, Backup, Cleaner, Updates & Co.: Die besten Alternativen zu Windows-Bordmitteln

30.08.2016 | 10:40 Uhr |

Windows bringt bereits von Haus aus viele Funktionen mit. Aber nicht alles läuft so optimal oder komfortabel wie gewünscht. Doch was Windows fehlt, können Sie mit cleveren Tools ausgleichen.

Betriebssysteme befinden sich in ständiger Entwicklung. In jede neue Windows-Version hat Microsoft kleinere oder größere Verbesserungen eingebaut, die das System an den Stand der Technik anpassen oder Benutzerwünsche berücksichtigen. Für Windows 10 gilt das in besonderer Weise, weil Microsoft das System fortlaufend aktualisiert. Teilnehmer am Windows Insider-Programm erhalten regelmäßig Upgrades und können die neuen Funktionen ausprobieren. Wenn alles stabil läuft, wird das Upgrade an alle Benutzer von Windows 10 ausgeliefert, etwa das Windows 10 Anniversary Update.

Viele Neuerungen in Windows 10 betreffen Interna des Systems oder bieten kleine Verbesserungen, etwa für das Startmenü, die Suche oder den Browser Edge. Nicht alles, was Anwender bei Windows vermissen, will oder kann Microsoft liefern. Was fehlt, lässt sich jedoch schnell über meist kostenlose Tools und Anwendungen nachrüsten. Fast alle Programme eignen sich auch für Windows 7 oder 8.1.

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1. Das bessere Startmenü für Windows 8 und 10

Trotz der Änderungen in Windows 10 sind nicht alle Anwender vom neuen Startmenü überzeugt. Classic Shell bietet die von Windows 7 gewohnten Funktionen ? und sogar noch einige mehr.
Vergrößern Trotz der Änderungen in Windows 10 sind nicht alle Anwender vom neuen Startmenü überzeugt. Classic Shell bietet die von Windows 7 gewohnten Funktionen ? und sogar noch einige mehr.

Für viele Windows-Nutzer ist das Startmenü unverzichtbarer Bestandteil des Systems. In Windows 7 lassen sich darüber häufig genutzte Anwendungen direkt per Mausklick starten. Über „Alle Programme“ navigieren Sie zur gewünschten Anwendung. In Windows 8 hat Microsoft das Startmenü durch die Kacheloberfläche ersetzt. Das ist zwar für Geräte mit Touchscreen praktisch, bei Desktop-Anwendern jedoch unbeliebt.

Bei Windows 10 hat sich Microsoft wieder für ein Startmenü entschieden, das auch auf Geräten ohne Touchscreen zu gebrauchen ist. Es unterscheidet sich jedoch immer noch deutlich vom Vorgänger in Windows 7. Die alphabetische Darstellung unter „Alle Apps“ beispielsweise ist nicht besonders übersichtlich, wenn viele Anwendungen installiert sind. Standardmäßig können Sie hier keine neuen Ordner anlegen, um Programme etwa in individuellen Gruppen zu organisieren. Das ist nur bei den Kacheln des Windows-10-Startmenüs möglich, die aber wiederum auf dem Bildschirm viel Platz einnehmen und es deshalb erschweren, das gewünschte Programm zu finden.

Die bessere Alternative: Das kostenlose Tool Classic Shell rüstet ein Startmenü ähnlich dem von Windows 7 nach. Es eignet sich für Windows 7 bis 10, und es bietet sogar mehr Optionen als das Microsoft-Original.

Installieren Sie Classic Shell und folgen Sie dabei den Anweisungen des Assistenten. Das Tool startet danach automatisch. Per Klick auf das Windows-Logo links unten im Bildschirm klappen Sie das neue Startmenü auf.

Zur Konfiguration von Classic Shell klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Startmenü-Icon und wählen „Einstellungen“. Auf der ersten Registerkarte „Startmenü Design“ bestimmen Sie das Aussehen des Startmenüs.

Auf der Registerkarte „Grundlegende Einstellungen“ legen Sie fest, was bei einem Mausklick auf das Startmenü-Icon geschieht. Voreingestellt ist „Classic Shell-Startmenü“. Bei einem Klick mit gleichzeitig gedrückter Shift-Taste öffnet sich das Original-Startmenü.

In den „Einstellungen“ sind noch viele weitere nützliche Optionen zu finden. Um diese zu sehen, setzen Sie ein Häkchen vor „Alle Einstellungen anzeigen“. Unter „Hauptmenü“ beispielsweise können Sie bei „Herunterfahren-Befehl“ festlegen, welche Funktion die Schaltfläche rechts unten im Startmenü haben soll. Standardmäßig ist das „Herunterfahren“. Sie können aber auch „Neustarten“ oder „Ruhezustand“ definieren. Klicken Sie auf „OK“, um die Einstellungen zu speichern.

Im Startmenü sehen Sie nach einem Klick auf „Alle Programme“ Ordner und Verknüpfungen zu den Programmen. Die Reihenfolge lässt sich durch Ziehen mit der Maus ändern. Über das Kontextmenü erstellen Sie neue Ordner oder Verknüpfungen. Darüber können Sie die Einträge individuell gruppieren und organisieren.

2. Schneller kopieren mit mehr Komfort

Teracopy arbeitet ? wenn nötig ? Kopieraufträge nacheinander ab. Das entlastet die Festplatte und sorgt für einen schnelleren Datentransfer.
Vergrößern Teracopy arbeitet ? wenn nötig ? Kopieraufträge nacheinander ab. Das entlastet die Festplatte und sorgt für einen schnelleren Datentransfer.

Der Explorer in Windows 8 und 10 hat gegenüber Windows 7 einige Verbesserungen erfahren. Die Fortschrittsanzeige ist informativer, und Kopiervorgänge lassen sich pausieren. Noch besser geht’s jedoch mit dem kostenlosen Tool Teracopy . Es ist für die schnelle Übertragung größerer Datenmengen über das Netzwerk, auf USB-Laufwerke und auf interne Festplatten optimiert. Mit Teracopy können Sie außerdem Dateien aus verschiedenen Quellen nacheinander kopieren, etwa aus einer MP3-Sammlung auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte. Teracopy wartet jeweils, bis der vorherige Kopierauftrag abgearbeitet ist, und fährt dann mit dem nächsten fort. Wenn Sie die Dateien gleichzeitig über den Windows-Explorer kopieren, würde der Vorgang deutlich länger dauern, weil die Köpfe der Festplatten dabei ständig hin und her fahren müssten. Teracopy bietet außerdem die Möglichkeit, Kopiervorgänge zu pausieren, und warnt rechtzeitig, wenn nicht genug Speicherplatz vorhanden ist. Unterbrochene Aktionen lassen sich wiederaufnehmen.

Teracopy integriert sich bei der Installation in den Windows-Explorer. Sie können also wie gewohnt per Drag & Drop oder mit den Tastenkombinationen Strg-C und Strg-V kopieren und einfügen. Dabei erscheint ein Fenster, in dem Sie die Wahl zwischen „Copy with Teracopy?“ und „Copy with Explorer?“ haben. Wenn Sie Teracopy standardmäßig verwenden wollen, entfernen Sie das Häkchen vor „Show this Dialog next time“.

3. Dateien schneller suchen und finden

Windows 7, 8.1 und 10 besitzen zwar eine brauchbare Suchfunktion, die aber nur bei indexierten Verzeichnissen ausreichend schnell arbeitet. Besser geht’s mit dem Tool Everything . Beim ersten Start erstellt es eine kleine Datenbank mit den Laufwerksinhalten. Das geht relativ schnell, weil das Tool nicht die komplette Festplatte durchsucht, sondern die NTFS-MFT (Master File Tabel) nutzt. Änderungen im Dateisystem landen in Echtzeit in der Datenbank, sodass auch neue Dateien sofort gefunden werden. Tippen Sie einfach den Suchbegriff in die Eingabezeile ein. Über das Menü „Suchen“ können Sie die Suche auf bestimmte Dateitypen beschränken, etwa „Dokumente“ oder „Audio“.

Video-Tutorial: Windows-Start beschleunigen - so geht's

4. Dateien und Ordner nach Muster umbenennen

Eine aussagekräftige Benennung hilft bei der Suche nach Dateien. Mit Advanced Renamer ändern Sie Dateinamen nach einem individuell benennbaren Muster.
Vergrößern Eine aussagekräftige Benennung hilft bei der Suche nach Dateien. Mit Advanced Renamer ändern Sie Dateinamen nach einem individuell benennbaren Muster.

Über den Windows-Explorer lassen sich mehrere Dateien auf einen Schlag umbenennen. Dazu markieren Sie die gewünschten Dateien, drücken die Taste F2 und geben eine neue Bezeichnung ein. Besonders intelligent geht der Explorer dabei aber nicht vor. Die Dateien haben danach alle den gleichen Basisnamen und eine fortlaufende Nummer dahinter.

Die bessere Alternative: Advanced Renamer ermöglicht fast beliebig komplexe Umbenenn-Aktionen. Geben Sie über die Schaltfläche „Hinzufügen“ unter „Umbenennen Dateien“, die Dateien an, die Sie bearbeiten möchten. Klicken Sie auf der linken Seite des Fensters auf „Methode hinzufügen -> Neuer Name“. Tragen Sie unter „Neuer Name“ beispielsweiseUrlaub_2016_<Name> ein. Das Ergebnis können Sie im rechten Teil des Fensters in der Spalte „Neuer Name“ kontrollieren. Es stehen zahlreiche weitere Platzhalter zur Verfügung, die Ihnen das Tool bei den Umbenennungsmethoden anzeigt. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf „Starte Batch-Vorgang“ und dann auf „Umbenennen“.

5. Windows gründlich aufräumen

IObit Uninstaller hilft bei der Deinstallation von Programmen. Das Tool entdeckt auch unerwünschte Anwendungen und zeigt Bewertungen an.
Vergrößern IObit Uninstaller hilft bei der Deinstallation von Programmen. Das Tool entdeckt auch unerwünschte Anwendungen und zeigt Bewertungen an.

Die „Datenträgerbereinigung“ starten Sie unter allen Windows-Versionen über die Tastenkombination Windows-R und die Eingabe voncleanmgr.exe. Über das Tool beseitigen Sie beispielsweise temporäre Dateien. Nach einem Klick auf „Systemdateien bereinigen“ zeigt das Tool noch mehr Optionen. Es lassen sich zusätzlich etwa die Downloads von Windows-Updates löschen. Viel mehr hat Windows von Haus aus aber hier nicht zu bieten.

Die bessere Alternative: Die Datenträgerbereinigung arbeitet bei Weitem nicht so gründlich wie CCleaner . Installieren Sie das Tool, starten Sie es aber nicht. Entpacken und starten Sie zusätzlich das Tool CCenhancer . Klicken Sie auf „Download latest“. CCEnhancer lädt aktualisierte Regelsätze herunter und macht CCleaner damit fit für neue Programme. Beenden Sie jetzt alle laufenden Programme, insbesondere Webbrowser und E-Mail-Programm. Starten Sie CCleaner und gehen Sie im Programm zuerst auf „Einstellungen“. Unter „Cookies“ legen Sie die Domains fest, von denen Sie Cookies behalten möchten. Nach einem Klick auf „Erweitert“ sehen Sie einige Optionen, mit denen Sie das Verhalten des Programms beeinflussen können. Sie können hier beispielsweise „Lösche nur Dateien älter 24 Stunden aus dem Papierkorb“ aktivieren.

Gehen Sie auf „Cleaner“. Prüfen Sie die Einstellungen auf den Registerkarten „Windows“ und „Anwendungen“. Setzen Sie ein Häkchen vor die Funktionen, die Sie verwenden möchten, und klicken Sie dann auf „Analysieren“. Sie sehen anschließend eine Liste mit Aktionen, die CCleaner durchführen will. Prüfen Sie diese Liste genau, damit nichts entfernt wird, was Sie noch benötigen. Danach klicken Sie auf „Starte CCleaner“.

Ein weiteres nützliches Aufräumtool ist IObit Uninstaller . Es entfernt überflüssige Programme und nervige Toolbars. Wählen Sie über die Navigation auf der linken Seite die gewünschte Rubrik, etwa „Alle Programme“ oder „Toolbars & Plug-ins“. Klicken Sie das Programm an, das Sie loswerden wollen, und dann auf „Entfernen“. Bestätigen Sie mit „Entfernen“. Bei Bedarf setzen Sie ein Häkchen vor „Erstelle einen Wiederherstellungspunkt“. Über das Menü und „Wiederherstellen“ können Sie bei Bedarf den letzten Wiederherstellungspunkt auswählen und auf „Ausführen“ klicken. Bestätigen Sie die Wiederherstellung per Klick auf „Ja“.

6. Linux-Programme unter Windows nutzen

Das Windows-Subsystem für Linux funktioniert unter Windows 10 bisher nicht wie gewünscht. Einige Programme, etwa Apache, wollen nicht starten.
Vergrößern Das Windows-Subsystem für Linux funktioniert unter Windows 10 bisher nicht wie gewünscht. Einige Programme, etwa Apache, wollen nicht starten.

Eine Neuerung des Windows 10 Anniversary Updates ist das Windows-Subsystem für Linux (WSL). Es ist vor allem für Anwender gedacht, die typische Linux-Anwendungen aus dem Serverbereich nutzen wollen, etwa den Webserver Apache, Perl, PHP und Rails. Das alles gibt es zwar auch für Windows, die Installation ist jedoch kompliziert und fehleranfällig. Unter Linux ist dagegen die Einrichtung über den Paketmanager des Systems schnell geschehen. WSL ist in Zusammenarbeit mit Canonical entstanden, dem Unternehmen hinter Ubuntu. Technisch gesehen handelt es sich um eine Ubuntu-Umgebung, in der native Linux-Programme im ELF-Format (Executable and Linking Format) laufen. Die von den Programmen erwarteten Linux-Kernel-Schnittstellen übersetzt WSL für den Windows-Kernel.

Der Wunsch, Linux-Programme unter Windows auszuführen, ist nicht neu, und er wurde bereits auf vielfältige Weise erfüllt. Von Microsoft gibt es schon seit Längerem die Services for Unix (SFU) und den Nachfolger Subsystem for UNIX-based Applications (SUA). Enthalten sind hier unter anderem GNU-Tools für die Kommandozeile, die Kornshell und Perl. Die wichtigsten Anwendungen für Linux, etwa Libre Office , Firefox und Gimp , gibt es ohnehin auch für Windows, und Linux-Tools wie Wget, Tar und Sed sind seit Langem bei http://gnuwin32.sourceforge.net erhältlich.

Ob WSL langfristig einen Ersatz dafür bieten kann, ist offen. Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass sich Ubuntu/Debian-Nutzer in einer gewohnten Umgebung wiederfinden. Mit

sudo apt-get update

lässt sich die Paketdatenbank aktualisieren, und mit

sudo apt-get install Paketname

die SoftwarePaketname installieren.

Die von uns getestete WSL-Beta-Version aus dem Windows 10 Build 14372 scheiterte allerdings bei Aufgaben, für die sie eigentlich gedacht ist. Weder Apache2 noch der Openssh-Server ließen sich starten.

Über das Cygwin-Setup wählen Sie die gewünschten Programme aus. Die Installation lässt sich jederzeit durch erneuten Aufruf des Setups ändern.
Vergrößern Über das Cygwin-Setup wählen Sie die gewünschten Programme aus. Die Installation lässt sich jederzeit durch erneuten Aufruf des Setups ändern.

Die bessere Alternative: Wer auch jenseits von Webdiensten und Entwicklungsaufgaben mit Linux-Tools unter Windows Erfahrungen sammeln möchte, ist in der Regel mit dem kostenlosen Cygwin besser bedient. Ihnen stehen eine Bashshell sowie fast alle Tools für die Kommandozeile zur Verfügung, die es auch für Linux-Systeme gibt. Bei Bedarf lässt sich auch eine grafische Oberfläche (Xserver) einrichten, in der Linux-Anwendungen unter Windows im eigenen Fenster laufen.

Zur Installation starten Sie das Setup-Programm von Cygwin in der passenden Variante für die Architektur Ihres Betriebssystems, also 32 oder 64 Bit. Im ersten Schritt wählen Sie die Option „Install from Internet“. Danach legen Sie fest, wo sich der Stammordner der Installation befinden soll und ob Sie den Zugriff auch anderen Nutzern des Windows-Systems erlauben wollen. Das Setup möchte anschließend noch wissen, wo die heruntergeladenen Dateien abgelegt werden. Dieser Ordner bleibt dann auch später der Zielort für die Programm-Pakete. Jetzt suchen Sie sich einen – im Prinzip beliebigen – Mirror-Server aus, von dem Sie die Programme herunterladen.

Über den Cygwin-Xserver lassen sich auch Linux-Anwendungen für die grafische Oberfläche in einem eigenen Fenster starten.
Vergrößern Über den Cygwin-Xserver lassen sich auch Linux-Anwendungen für die grafische Oberfläche in einem eigenen Fenster starten.

Danach gelangen Sie zur Auswahl der Programmpakete. Wählen Sie beispielsweise die Pakete „xorg-server“, „xinit“ und „abiword“ per Klick auf „Skip“ bei dem jeweiligen Paketnamen. Danach zeigt Ihnen das Setup-Programm die Versionsnummer an. Über die Suchfunktion links oben im Fenster finden Sie die Software am schnellsten. Klicken Sie auf „Weiter“. Sie erhalten eine Meldung, die Sie über weitere erforderliche Programme informiert, die schon automatisch ausgewählt wurden. Klicken Sie auf „Weiter“, und warten Sie, bis die Installation abgeschlossen ist. Zusätzliche Programme installieren Sie, indem Sie das Cygwin-Setup erneut aufrufen.

Sie können jetzt über das Startmenü oder die Suche im Startmenü „Cygwin Terminal“ starten. Dabei handelt es sich um eine Bashshell, die sich wie unter Linux nutzen lässt. Mit der Befehlszeile

startxwin &

starten Sie den Xserver im Hintergrund. Das zugehörige Icon sehen Sie im Infobereich rechts unten neben der Uhr. Klicken Sie das Icon an, um ein Menü einzublenden. Darüber starten Sie die installierten Programme, die jeweils in einem eigenen Fenster erscheinen.

Windows-10-Backup ohne Drittsoftware - so geht's

7. Backups des kompletten Systems erstellen

Windows 10 bietet mehrere Möglichkeiten der Datensicherung, beispielsweise die Sicherung über den „Dateiversionsverlauf“ und „Sichern und Wiederherstellen“, wie es aus Windows 7 bekannt ist. Sie finden beides per Suche in der Systemsteuerung. Was fehlt, ist eine Methode, Backups regelmäßig und platzsparend zu erstellen.

Die bessere Alternative: Das kostenlose Paragon Backup & Recovery Free ist eine unkomplizierte Backup-Lösung. Nach der Installation klicken Sie auf „Sicherung“. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Sie wählen dabei die Festplatte oder Partition aus, die Sie sichern möchten. Danach geben Sie den Sicherungsort an. Das kann eine zweite Festplatte, eine externe Festplatte oder ein Netzwerklaufwerk sein. Für weitere Backups klicken Sie auf „Inkrementell“ und wählen den Backup-Container der ersten Sicherung aus. Dann werden nur Dateien gesichert, die neu hinzugekommen sind oder geändert wurden.

Um für die Wiederherstellung vorbereitet zu sein, klicken Sie auf „Rettungsdisk Konfigurator“. In der Regel genügt es, einfach den Anweisungen des Assistenten zu folgen und eine Rettungs-DVD oder einen bootfähigen USB-Stick auf der Basis von Windows oder Linux zu erzeugen. Probieren Sie das Wiederherstellungssystem aus und testen Sie, ob Sie auf das Sicherungs-beziehungsweise Netzwerklaufwerk zugreifen können.

8. Updates herunterladen und offline installieren

Mit Wsus Offline Update archivieren Sie die Update-Dateien. Nach einer Windows-Neuinstallation müssen Sie die Dateien nicht erneut herunterladen.
Vergrößern Mit Wsus Offline Update archivieren Sie die Update-Dateien. Nach einer Windows-Neuinstallation müssen Sie die Dateien nicht erneut herunterladen.

Das automatische Update ist bei Windows eine wichtige Funktion. Das System lässt sich darüber stets aktuell halten, und Sie sind so gut wie möglich vor Angriffen geschützt, die über Sicherheitslücken erfolgen. Die Update-Downloads haben teilweise einen Umfang von mehreren hundert Megabyte für jeden PC, den Sie aktualisieren müssen. Auch nach einer Neuinstallation müssen Sie die Updates erneut herunterladen. Eine Archivierung ist nicht vorgesehen.

Die bessere Alternative: Mit Wsus Offline Update laden Sie alle sicherheitsrelevanten Updates für Windows 7, 8.1 oder 10 herunter. Entpacken Sie das Tool, und starten Sie Updategenerator.exe. Wählen Sie auf der Registerkarte „Windows“ das gewünschte System und die Plattform. Setzen Sie etwa unter „Windows 10“ ein Häkchen bei „x64 Global (mehrsprachige Updates)“ (64 Bit). Unter „Optionen“ setzen Sie Häkchen bei zusätzlichen Update-Paketen, etwa „Windows Defender-Definitionen einschließen“ oder „C++ Laufzeitbibliotheken und .Net Frameworks einschließen“. Auf der Registerkarte „Office“ aktivieren Sie den Update-Download für Microsoft Office 2010 oder 2013. Danach klicken Sie auf „Start“. Die Windows-Updates liegen anschließend im Verzeichnis von Wsus Offline Update unter „client\w100-x64“, die Office-Updates unter „client\ofc\glb“. Verwenden Sie das Tool regelmäßig, um neue Updates herunterzuladen.

Sichern Sie das Verzeichnis mit den Downloads auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte. Auf einem anderen PC oder nach einer Neuinstallation starten Sie Updateinstaller.exe aus dem Ordner „client“, um die Updates zu installieren.

Hinweis: Bei Windows 7 und 8.1 können Sie in der Systemsteuerung bei „Windows Update -> Einstellungen ändern“ unter „Wichtige Updates“ den Eintrag „Nach Updates suchen, aber den Zeitpunkt zum Herunterladen und installieren manuell festlegen“ einstellen. Der Download erfolgt dann nicht automatisch, und Sie können die Aktualisierungen über Updateinstaller.exe nutzen. Sie erhalten von Windows-Update eine Meldung, wenn noch Updates fehlen. Windows 10 hingegen lädt Updates immer herunter. Es gibt keine Option, mit der sich das abstellen lässt. Sie sollten daher die heruntergeladenen Updates kurz nach dem Start installieren oder vorübergehend die Netzwerkverbindung unterbrechen.

9. Audio-und Video-wiedergabe unter Windows

Kodi bietet eine Multimedia-Oberfläche für Windows, die sich am TV-Gerät bequem bedienen lässt. Die Steuerung kann per Fernbedienung erfolgen.
Vergrößern Kodi bietet eine Multimedia-Oberfläche für Windows, die sich am TV-Gerät bequem bedienen lässt. Die Steuerung kann per Fernbedienung erfolgen.

Windows 10 bietet mit der App Filme & TV und dem Windows Media Player gleich zwei Programme an, über die Sie Audio-und Videodateien abspielen können. Die meisten gängigen Formate werden unterstützt. Bei Video-DVDs müssen jedoch beide Player passen. Wer Filme bequem über den PC am TV-Gerät sehen will, erhält bei Windows 10 standardmäßig ebenfalls keine passende Software mehr. Das Windows Media Center wird nicht weiter unterstützt und geht – wenn vorhanden – bei einem Upgrade auf Windows 10 verloren.

Die bessere Alternative: Der VLC-Media Player bringt eigene Codecs mit und gibt so gut wie alle bekannten Audio-und Videoformate inklusive Video-DVDs wieder. Bei der Installation können Sie wählen, für welche Dateitypen VLC zuständig sein soll. Eine Video-DVD spielen Sie über den Menüpunkt „Medien -> Medium öffnen“ ab. Wählen Sie das Laufwerk, in dem die DVD liegt, und klicken Sie auf die Schaltfläche „Wiedergabe“.

Wenn Sie Ihren PC als Mediacenter nutzen möchten, greifen Sie zu Kodi . Über Kodi verwalten Sie Ihre Musik-und Filmsammlungen. Die Software gibt alle verbreiteten Formate wieder, auch Video-DVDs. Die Oberfläche ist so gestaltet, dass sie sich auch über ein TV-Gerät bequem steuern lässt. Zur Erstkonfiguration am PC können Sie Tastatur und Maus verwenden. Später kann die Steuerung über die Infrarotfernbedienung des TV-Geräts erfolgen, wenn der PC mit diesem per HDMI-Kabel verbunden ist. Auf einem Android-Smartphone können Sie beispielsweise die Fernbedienungs-App Yatse oder Official Remote for Kodi verwenden.

Windows 10 - Anniversary Update
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