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Erster Blick auf Microsoft Office 2016

08.04.2015 | 10:08 Uhr |

Wir haben die Office 2016 Preview für Entwickler und IT-Professionals getestet. Wir stellen die Neuerungen vor und sagen, worauf Sie sich freuen dürfen.

Zwar findet man durchaus auch interessante neue Anwenderfunktionen in Office 2016. Aber die richtig großen Verbesserungen befinden sich unter der Haube. Sie werden für Unternehmen die meisten Vorteile bringen.

Installationsproblematik

Bei unseren Tests gab es trotz der vorherigen Deinstallation von Office 2013 Probleme beim Aufsetzen der neuen Suite.

Der Fortschrittsbalken schien immer wieder bei 85 Prozent stehenzubleiben. Dennoch erschien im Windows 8 Startbildschirm ein Symbol für die Word 2016 Preview, allerdings für keine der anderen Anwendungen. Word funktionierte zwar sehr gut, aber die anderen Office-Anwendungen blieben vorerst verschollen…

Bei Office 2016 hat jede Anwendung ihre eigene Farbe – in diesem Fall Rot für PowerPoint.
Vergrößern Bei Office 2016 hat jede Anwendung ihre eigene Farbe – in diesem Fall Rot für PowerPoint.

Mit Hilfe des Microsoft Supports konnten die übrigen Office Anwendungen im Ordner C:\Windows\Program Files (x86)\Microsoft Office\root\Office 16 gefunden werden. Auch diese funktionierten problemlos.

Was gibt’s Neues für den Nutzer?

Es gibt in dieser Vorabversion sehr wenig Neues verglichen mit Office 2013. Das ist keine große Überraschung, weil Kirk Koenigsbauer, bei Microsoft Verantwortlich für die Office-365-Anwendungen und -Service-Teams, in einem Blog-Post mitteilte: „Um eines klarzustellen, diese frühe Version beinhaltet noch nicht alle Features, welche wir für das finale Produkt geplant haben.“ Und behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Version für Entwickler und nicht für Anwender bestimmt ist.

Die Veränderung, welche am meisten ins Auge sticht ist: Jede Office-Anwendung hat ihr eigenes unverwechselbares Farbschema. Blau für Word, Grün für Excel und Rot für PowerPoint, wobei Outlook und Visio in etwas hellerem Blau gehalten sind. Die Farbe ist am besten in der Leiste über dem Programm und in der Titelzeile erkennbar. Sie können jederzeit zurück zum Weiß der vorherigen Office-Version gehen, falls Sie das möchten.

Die Menüleisten sind weitestgehend gleich – keine neuen Tabs und keine größeren Veränderungen an den bestehenden Tabs. Dennoch gibt es eine angenehme Neuerung, welche in der Ribbonleiste von Excel, Word, PowerPoint, Project und Visio verfügbar ist: Ein Kasten am rechten Rand mit dem Text, „Sag mir, was du machen möchtest.“

Geben Sie eine Aufgabe ein und Sie erhalten eine Liste mit potentiellen Treffern. Klicken Sie auf einen Treffer in der Liste und Ihnen werden Anweisungen dazu angezeigt, wie Sie Ihre Aufgabe lösen können. Diese führen Sie durch den Prozess, den sie in der Titelzeile angeben.

Eine neue Such-Box im Menü einiger Anwendungen (in diesem Fall bei Word) hilft Ihnen schnell Möglichkeiten oder Menüs zur Lösung spezieller Aufgaben zu finden.
Vergrößern Eine neue Such-Box im Menü einiger Anwendungen (in diesem Fall bei Word) hilft Ihnen schnell Möglichkeiten oder Menüs zur Lösung spezieller Aufgaben zu finden.

Dieses neue Feature spart kostbare Zeit, die sonst durch die Suche im Ribbonmenü verschwendet wird. Es merkt sich zudem die Features, welche Sie kürzlich in dem Kasten angeklickt haben, und hebt diese in der Liste hervor. Dadurch sind die Aufgaben, welche Sie häufig benötigen, immer schnell griffbereit.

Auch hier gab es hin und wieder noch Probleme. Zum Beispiel waren bei manchen Suchbegriffen die Ergebnisse ausgegraut und konnten nicht verwendet werden. Ein paar Macken müssen eben noch ausgearbeitet werden. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass dieses Feature in der finalen Version auch auf Outlook ausgeweitet wird.

Ebenfalls nützlich: Im "Backstage Area" sehen Sie alle Cloud-basierten Dienste, die mit Ihrem Konto verbunden sind. Darunter SharePoint und OneDrive. Das ist zwar nicht neu – das Feature gab es bereits in der 2013 Version von Office – was aber neu ist, ist dass jede davon die damit verbundene Mail-Adresse anzeigt. Das ist sehr nützlich, wenn Sie einen Cloud-Dienst mit mehr als einer Mail-Adresse verwenden, zum Beispiel mit einer privaten und einer geschäftlichen.

Veränderungen bei Outlook

Auch bei Outlook sind in dieser frühen Phase schon ein paar Veränderungen zu erkennen. Wenn Sie zum Beispiel eine Mail verfassen und auf Einfügen > Datei anhängen klicken, sehen Sie eine Liste mit all den Dateien, die Sie kürzlich in Office verwendet haben. Davon ausgehend, dass Sie eine Datei versenden möchten, an der Sie kürzlich gearbeitet haben, ist das eine wirkliche Bereicherung.

Es ist nun einfacher Dateien in Outlook anzuhängen, Dank des neuen Features, welches kürzlich verwendete Office-Dateien auflistet.
Vergrößern Es ist nun einfacher Dateien in Outlook anzuhängen, Dank des neuen Features, welches kürzlich verwendete Office-Dateien auflistet.

Outlook passt seine Benutzeroberfläche an die Größe des Fensters, in dem Sie es ausführen, an. Normalerweise hat es eine Drei-Spaltenansicht: Ordner in der linken, eine Liste der Mails in der mittleren und den Mailtext in der rechten Spalte. Wenn Sie es in einem kleinen Fenster ausführen, wird es auf eine Zwei- oder Ein-Spaltenansicht reduziert, je nach Fenstergröße.

Was gibt’s neues für die IT-Experten?

Für Mitarbeiter in der IT ist die wichtigste Neuerung von Office 2016 die Data Loss Protection DLP gegen Datenverlust für Word, PowerPoint und Excel. Bis jetzt gab es DLP nur bei Kommuniktions-orientierten Tools, darunter Exchange, SharePoint, Outlook und OneDrive für Unternehmen. IT-Administratoren werden damit kontrollieren können, welche Art von Informationen verschiedene Nutzer und verschiedene Gruppen in Dokumente integrieren können und zudem welche Dokumente geteilt werden können.

Änderungen bei der Outlook-Performance sollen die Outlook-Stabilität in instabilen Netzwerken verbessern und die Downloadzeit von Mails verringern. Microsoft verbessert zudem Outlooks Suchgeschwindigkeit, ein überarbeitetes MAPI-HTTP-Protokoll ist ebenfalls mit an Bord. Nutzer können nun auch den Speicherplatz, welchen Outlook nutzt, reduzieren, indem sie angeben, wie lange Mails auf einem Gerät gespeichert bleiben sollen.

Ein neuer Dienst, welcher Background Intelligence Transfer Service (BITS) heißt, wurde entwickelt um Netzwerküberlastung vorzubeugen. Es gibt zudem eine bessere Integration des System Center Configuration Managers (SCCM), wodurch Administratoren effektiver monatliche Office-Updates durchführen und deren Anzahl und Häufigkeit kontrollieren können.

Natürlich ist nichts davon ist in der Vorabversion äußerlich zu sehen. Aber für Administratoren könnten diese Änderungen deutlich wichtiger als alle kosmetischen und Feature-seitigen Änderungen sein, die Microsoft an der Office-Benutzeroberfläche machen könnte.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation PC-World.

 

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