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Erste Hilfe, wenn am PC nichts mehr geht

25.08.2014 | 14:05 Uhr |

Wenn der PC nicht mehr startet oder sich mit einem Bluescreen verabschiedet, geht es zuerst darum, die streikende Komponente heraus zufinden – mit oder ohne Tools.

Verabschiedet sich die Festplatte mit einem lauten Knattern oder explodiert ein Elektrolytkondensator auf der Grafikkarte, bedarf es keiner umfangreichen Diagnose – der Fehler für den funktionsuntüchtigen PC ist klar. Weit schwieriger ist eine Analyse, wenn Windows im laufenden Betrieb abstürzt und man weder einen Verdacht auf eine fehlerhafte Komponente hat noch die Windows-eigenen Reparaturversuche eine Lösung bringen.

Einfache Checkliste: Einfache Hardware-Probleme selbst lösen

Startet der PC nicht mehr, ist das noch kein Grund, nervös zu werden. Gehen Sie die einzelnen Punkte unserer Checkliste durch. In vielen Fällen können unsere Tipps bereits helfen.

1. Stromversorgung prüfen

Ist der PC richtig eingeschaltet und ist das Kaltgerätekabel richtig im Netzteil eingesteckt? Prüfen Sie die Steckerleiste und auch, ob andere Geräte im gleichen Stromnetz mit Spannung versorgt werden.

2. Warntöne auswerten

Gibt der PC beim Einschalten nur noch Töne oder Tonfolgen von sich, hat das Bios bei seinem Power-On-Self-Test Fehler festgestellt. Schauen Sie im Handbuch des Mainboards nach, welche Ursache die Töne haben können.

3. PC-Innenleben inspizieren

Öffnen Sie das Gehäuse und schauen Sie auf dem Mainboard beziehungsweise auf der Grafikkarte nach defekten Elektrolytkondensatoren (Elkos). Diese können aufgeplatzt sein und verbrannt riechen. Sind die Elkos defekt, muss das entsprechende Bauteil getauscht werden.

Erste Hilfe nach dem Virenbefall

4. Anschlüsse kontrollieren

Sehen Sie nach, ob alle Steckkarten fest in den dafür vorgesehen Slots sitzen und ob die Festplatten korrekt verkabelt sind. Oft lösen sich nämlich beim Transport des PCs oder beim Verrücken im Büro locker sitzende Kabel von ihren Anschlüssen – und nichts geht mehr.

5. Aufrüstungen prüfen

Will der Computer nach dem Einbau einer neuen Hardware-Komponente nicht mehr starten, entfernen Sie diese wieder und prüfen Sie die Tauglichkeit der Komponente für den Einsatz in Ihrem PC. Probleme machen insbesondere neue RAM-Bau steine. Weichen deren Spezifikationen von den bisherigen ab, ist ein Mischbetrieb in der Regel nicht möglich.

6. Reicht das Netzteil noch aus?

Viele Standard-PCs kommen mit 350-Watt-Netzteilen. Baut man nun weitere Festplatten oder eine stärkere Grafikkarte ein, ist das vorhandene Netzteil zu schwach. Ein 500- bis 650-Watt-Netzteil reicht in aller Regel für einen PC mit durchschnittlicher Leistung aus.

7. Hitzestau

vermeiden Sind die Lüftungsgitter mit Staub zugesetzt und die Ventilatoren vor lauter Staub kaum noch gängig, kann die Hitze im Gehäuseinnern zu groß werden. Dann greift in der Regel der Selbstschutz des PC – und er schaltet sich aus.

8. Auf Geräusche achten

Ein Festplattenschaden kann sich mit leichten Klopfgeräuschen ankündigen. Ein lauter Knall weist auf einen geplatzten Elektrolytkondensator hin. Ein ständig hoch drehender Lüfter lässt auf zu große Hitze schließen.

Fehlerursache finden

Typische Zeichen für ein Hardware-Problem sind plötzliche Komplettausfälle während des Betriebs und akustische Fehlercodes des Bios beim Einschalten. Wenn der PC nach dem Einschalten überhaupt keine Reaktion zeigt, überprüfen Sie den Kaltgerätestecker auf der Rückseite sowie eine eventuell vorhandene Steckerleiste. Viele PC-Netzteile haben auf der Rückseite zudem einen eigenen Netzschalter. Kann das alles als Fehlerquelle ausgeschlossen werden, geht die Suche im Gehäuseinneren weiter: Ziehen Sie das Stromkabel vom Netzteil ab, öffnen Sie das Gehäuse des PCs, und überprüfen Sie, ob der Einschaltknopf am Gehäuses mit der richtigen Panel-Steckbrücke der Hauptplatine verbunden ist – denn schlecht sitzende Steckverbindungen können sich von alleine lösen. Wenn die Hauptplatine eine Stand-by-LED oder eine numerische LED-Anzeige zur Fehlersuche bietet, schließen Sie das Netzteil an, und beobachten Sie dann die LED: Eine grün leuchtende LED oder eine orangefarbene Power-Taste zeigen, dass die korrekte Standby-Spannung von fünf Volt anliegt. Wenn die LEDs nicht leuchten, die Verkabelung aber in Ordnung ist, ist meist das Netzteil hinüber.

Um die Stand-by-Spannung selbst zu kontrollieren, ziehen Sie die Stecker des Netzteils an der Hauptplatine ab. Die Kabel sind farblich kodiert: Schwarze Kabel sind Masse, und das einzelne, grüne Kabel sorgt für eine Spannung (DC) von 4,5 bis 5 Volt für Stand-by, sobald das Netzteil am Strom hängt. Mit einem Multimeter können Sie das messen – ganz ohne Risiko.

Achtung, Hochspannung! Das Öffnen des Netzteils ist auch für versierte Bastler keinesfalls zu empfehlen und mit der Gefahr eines Stromschlags verbunden, auch wenn das Netzteil von der Stromversorgung getrennt ist. Denn die eingebauten Kondensatoren stehen noch längere Zeit unter Hochspannung. Ein weiterer Hinweis auf ein defektes Netzteil ist, wenn dessen Lüfter nicht mehr läuft.

Notebook-Probleme selbst lösen

Geplatzte Elektrolytkondensatoren, erkennbar an dem geöffneten Sollbruchventil, sind ein häufiger Grund für den Ausfall von Elektronikbauteilen.
Vergrößern Geplatzte Elektrolytkondensatoren, erkennbar an dem geöffneten Sollbruchventil, sind ein häufiger Grund für den Ausfall von Elektronikbauteilen.

Mainboard: Fehlercodes beachten

Ist das Netzteil in Ordnung, nehmen Sie als Nächstes die Hauptplatine des PCs unter die Lupe. Dabei ist der erste Schritt, nach physikalischen Beschädigungen auf der Platine zu suchen. Deutliche Zeichen sind verschmorte Elektronikbauteile und aufgeblähte Kondensatoren der Spannungsregelung neben der CPU. Wenn nichts zu finden ist, dann bauen Sie das Mainboard aus, um Einbaufehler auszuschließen. Häufige Probleme sind Kurzschlüsse durch verbogene Bleche sowie lose Schrauben, die hinter die Hauptplatine gerutscht sind. Der nun folgende Schritt ist ein Rückbau des Systems, bis nur noch die notwendigen Komponenten auf der Hauptplatine verbleiben. Dabei handelt es sich um den Prozessor, ein RAM-Modul im ersten Slot und eine Grafikkarte, wenn kein Grafikchip auf dem Mainboard vorhanden ist. Für den Fall, dass sich auch in der Minimalkonfiguration nichts tut, obwohl das Netzteil in Ordnung ist, weist dies auf einen Defekt der Hauptplatine hin.

Aktuelle Mainboards machen die Fehlerdiagnose mit Debug-LEDs auf der Platine viel einfacher: Eine zweistellige Anzeige zeigt beim Einschalten einen POST-Code, der Aufschluss über den Systemstatus und mögliche Fehler gibt. Darüber hinaus geben alle Mainboards beim Einschalten über das Bios Tonsignale aus, um Probleme über Beep-Codes akustisch zu signalisieren. Die Erklärung der POST- und Beep-Codes steht im Handbuch des Mainboard-Herstellers. Wenn sich dieses nicht mehr auftreiben lässt, finden Sie es auch als PDF auf den Support-Seiten des Herstellers. Diese Codes sind das wichtigste Werkzeug bei der weiteren, detaillierten Fehlersuche. Treten Fehler nach einem Bios-Update oder nach Änderungen der Bios-Einstellungen auf, sollten Sie das Bios über den dafür vorgesehenen Jumper auf der Hauptplatine zurücksetzen.

Mit einem Multimeter kann man leicht überprüfen, ob das Netzteil Spannung liefert oder ob es defekt ist.
Vergrößern Mit einem Multimeter kann man leicht überprüfen, ob das Netzteil Spannung liefert oder ob es defekt ist.
© RioPatuca Images - Fotolia.com

Beschädigter Prozessor

Probleme mit der CPU lassen sich vergleichsweise leicht über die jeweiligen POST-Codes des Bios, über die LEDs auf der Platine oder über die Beep-Codes identifizieren. Die Codes sind bei jedem Mainboard-Hersteller unterschiedlich und im Handbuch dokumentiert. Überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch den Sitz des Prozessors: Nehmen Sie zuerst den Kühlkörper ab, entfernen Sie die Wärmeleitpaste mithilfe eines fusselfreien Tuches und entriegeln Sie dann die CPU-Halterung, um den Prozessor vorsichtig herauszunehmen. Verfärbungen auf der Vorder- und Rückseite sind Anzeichen dafür, dass der Prozessor Schaden genommen hat – etwa durch schlechte Kühlung, einen Kurzschluss oder auch aufgrund eines defekten Spannungsreglers.

Durch eine höhere Taktung das Maximum an Leistung aus der CPU herauszukitzeln, ist eine verlockende Methode für fortgeschrittene Anwender, um gratis an noch mehr Tempo zu kommen. Überhöhte Taktfrequenzen zerstören zwar bei neuen CPUs selbige nicht mehr, da sich das System bei einer Prozessortemperatur von 100 Grad Celsius abschaltet. Trotzdem können spontane Windows-Abstürze zu Datenverlusten führen. Achten Sie beim Prozessor- Tuning darauf, den Takt immer nur in kleinen Schritten zu erhöhen und einen Stresstest vorzunehmen, bevor Sie den PC wieder im Produktivbetrieb nutzen.

Fehlerquelle Grafikkarte

Sollte der PC nach dem Einschalten erst korrekt starten, danach jedoch über Beep-Codes oder Debug-LEDs auf ein Problem mit der Grafikkarte hinweisen, kontrollieren Sie den Sitz der Karte im Steckplatz. Da Monitorkabel häufig mit den DVI/VGA-Ports der Grafikkarte verschraubt sind, kann ein Ziehen am Kabel die schlecht befestigte Grafikkarte teilweise aus dem Slot ziehen. In den allermeisten Fällen verläuft diese Panne glimpflich, und die Karte nimmt keinen Schaden. Achten Sie darauf, die Karte besser im Gehäuse zu befestigen und mit dem Slotblech zu verschrauben.

Startet der PC zwar, aber Sie sehen kein Bild, dann kann die Grafikkarte beschädigt sein. Die auf der Grafikkarte fest aufgelöteten Elektrolytkondensatoren (kurz: Elkos) können nämlich platzen. Das sind meist Alterserscheinungen oder Überspannungen, die von einem defekten Netzteil stammen. Wenn ein Kondensator platzt, ist die Karte defekt, auch wenn sie noch funktionieren sollte. Je nach Grafikkarte können bis zu 10 solcher Elkos vorhanden sein. Ist einer defekt, übernehmen andere Kondensatoren seine Aufgabe, sofern sie parallel geschaltet sind. Die verbleibenden Elkos haben dann eine höhere Last zu bewältigen und verabschieden sich in der Regel ebenfalls innerhalb kürzester Zeit.

Was beim Prozessor gilt (voriger Abschnitt), gilt auch für die Grafikkarte. Ein Übertakten kann dazu führen, dass der Stromverbrauch steigt und die Grafikkarte zu heiß wird. Bei zu geringer Kühlung schaltet sie dann ab.

Besitzt die CPU auf der Hauptplatine des PCs selbst einen Grafikprozessor (englisch: Graphics Processing Unit – GPU), dann bauen Sie die vermutlich defekte Grafikkarte zur weiteren Fehlersuche aus und schließen den Monitor am Grafikausgang der Hauptplatine an. Besitzt der Prozessor keine GPU, dann bauen Sie eine ältere oder ausgeliehene Ersatzgrafikkarte ein und starten das System.

Übrigens: Auch der Monitor kann seinen Geist aufgeben. Um ihn zu überprüfen, sollten Sie ein vorhandenes Notebook oder einen DVD-Player anschließen. Haben Sie einen zweiten Monitor zur Hand, schließen Sie ihn an den PC an und booten das System. So können Sie einen Defekt der Grafikkarte ausschließen.

Windows retten - mit der PC-WELT Notfall-DVD

Mit Crystaldiskinfo behalten Sie den Zustand von herkömmlichen Festplatten und SSDs immer im Auge und können einen drohenden Ausfall rechtzeitig erkennen.
Vergrößern Mit Crystaldiskinfo behalten Sie den Zustand von herkömmlichen Festplatten und SSDs immer im Auge und können einen drohenden Ausfall rechtzeitig erkennen.

Ist es doch die Festplatte?

Alternde Festplatten machen mit ungewöhnlichen Geräuschen auf ihr baldiges Ableben aufmerksam, SSDs sterben dagegen still und leise. Mit das Schlimmste, was einer Festplatte widerfahren kann, ist ein Head-Crash. Darunter versteht man die direkte Berührung der sich drehenden Magnetscheibe (Platter) einer Festplatte durch den Schreib-Lese-Kopf. Das führt zu einer mechanischen Beschädigung der Speicherschicht. Im Extremfall kann der Schreib-Lese-Kopf bei einem Head-Crash auch auf der Platter-Oberfläche kleben bleiben und dann durch die Rotation der Platter abgerissen werden. Nach einem Head-Crash ist die Festplatte meist nicht mehr startfähig oder läuft nur noch kurze Zeit, bis sie endgültig aussetzt. Dies wird in den meisten Fällen durch abgeriebenes Material verursacht, welches sich als dünner Film absetzt und so die Köpfe und die Oberfläche der Platter zusätzlich schädigt. Die Daten auf einer so beschädigten Festplatte können nach einem Head-Crash oft nur durch Datenrettungsunternehmen wiederhergestellt werden.

Wird eine Festplatte nicht mehr vom Betriebssystem erkannt, sehen Sie im Bios nach, ob der Datenträger noch angezeigt wird. Falls nicht, überprüfen Sie die Kabelverbindungen zum Laufwerk im PC. Gerade ältere SATA-Stecker sitzen locker und können allein durch verdrehte Kabel unvermittelt abrutschen. Wenn Windows selbst noch bootet, überprüfen Sie den Status der Festplatte oder SSD über deren SMART-Werte (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology), die für die Selbstdiagnose Leistungswerte aufzeichnen. SMART muss im Bios des PCs für jedes Laufwerk aktiviert sein – das ist standardmäßig eingestellt. Mit der Freeware Crystaldiskinfo können Sie die Lebenserwartung von herkömmlichen Festplatten und Solid State Drives ermitteln und sich so rechtzeitig vor einem drohenden Ausfall schützen. Zudem überwacht das Programm die Temperatur der Laufwerke und warnt bei zu großer Hitzeentwicklung. Den Gesundheitszustand der Festplatten visualisiert Crystaldiskinfo über Ampelfarben.

Eine geöffnete Festplatte nach einem Head-Crash: Der schadhafte Schreib-Lese-Kopf hat deutlich sichtbare Schleifspuren auf der Magnetscheibe hinterlassen.
Vergrößern Eine geöffnete Festplatte nach einem Head-Crash: Der schadhafte Schreib-Lese-Kopf hat deutlich sichtbare Schleifspuren auf der Magnetscheibe hinterlassen.

SSD-Lebenserwartung berechnen: Um einschätzen zu können, wie lange Ihre Solid State Drive wahrscheinlich noch durchhält, müssen Sie zunächst einmal herausfinden, für wie viele Schreibzyklen die verbauten Flashspeicherchips überhaupt ausgelegt sind. Das erfahren Sie beispielsweise auf den Herstellerseiten im Internet. Bei Modellen mit dem gängigsten NAND-Typ (25 nm MLC) vertragen die Bausteine zwischen 3000 und 5000 Schreibzyklen. Multiplizieren Sie diese Zahl mit der nutzbaren Kapazität – so bekommen Sie die Gesamtlebensdauer. Bei einer typischen 120-GB-SSD wären dies 360 bis 600 Terabyte. Diesen sogenannten TBW-Wert (Tera Bytes Written) zeigt Crystaldiskinfo rechts oben unter „Lebenszeit-“ an. Steht dort ein Wert von bereits mehreren hundert TB, droht die SSD bald auszufallen.

Festplatten-Lebenserwartung einschätzen: Bei ferromagnetischen Laufwerken prognostizieren die Hersteller die Lebenserwartung über die Annualized Failure Rate (AFR). Die AFR errechnet sich aus der Anzahl der Stunden, die die Festplatte unter bestimmten Bedingungen (etwa Temperatur, Einschaltvorgänge) durchschnittlich pro Jahr läuft, und dem MTBF-Wert (Mean Time Between Failures), eine statistische Herstellerangabe für die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen. Ein typischer AFR-Wert liegt meist unter einem Prozent, bei knapp 9000 Stunden Einschaltdauer und 10.000 Start-Stop-Zyklen. Wie viele Stunden Ihre Festplatte schon auf dem Buckel hat, verrät Crystaldiskinfo ebenfalls rechts oben unter „Betriebsstunden“. Hier brauchen Sie aber nicht wie bei SSDs einen Wert zu ermitteln. Das Tool bezieht alle relevanten Parameter in eine automatische Berechnung mit ein und warnt vor dem Totalausfall der Festplatte.

Memtest86+ kann den Arbeitsspeicher mittels eines Stresstests auf Fehler überprüfen und gegebenenfalls die Speicheradresse von fehlerhaften oder defekten Speicherzellen in einer Liste anzeigen.
Vergrößern Memtest86+ kann den Arbeitsspeicher mittels eines Stresstests auf Fehler überprüfen und gegebenenfalls die Speicheradresse von fehlerhaften oder defekten Speicherzellen in einer Liste anzeigen.

Speicherprobleme erkennen

Schwierigkeiten mit RAM-Modulen treten vergleichsweise oft auf. Gerade beim Aufrüsten ist es wichtig, den korrekten und gleichmäßigen Sitz der Module in den Slots zu prüfen. Für einzelne Tests entfernen Sie zunächst alle Module und starten den Rechner mit nur einem RAM-Modul. Wiederholen Sie die sen Test anschließend mit aufsteigender Bestückung. Wenn der Rechner nicht korrekt bootet, bauen Sie den Speicher wieder aus und testen das zuletzt eingebaute Modul erneut einzeln.

RAM-Bausteine unterschiedlicher Hersteller oder mit voneinander abweichenden Spezifikationen können zu uneinheitlichen Fehlerbildern und zu spontanen Abstürzen führen. Ein systematischer Test von einzelnen Modulen und Kombinationen zeigt hier allerdings schnell inkompatible RAM-Bausteine.

Achten Sie bei einer Speicheraufrüstung auf kompatible RAM-Bausteine, und schauen Sie, dass Sie den exakten Typ der bereits verbauten Modelle bekommen.

Zum Check des Speichers empfehlen wir das Tool Memtest86+ . Die Freeware startet mit einem eigenen Minibetriebssystem von einer bootbaren CD oder einem USB-Stick.

Eine Memtest86+-CD erstellen Sie, indem Sie das ISO-Image Memtest.iso auf eine CD brennen. Nach dem Booten beginnt das Tool damit, den Speicher zu prüfen, bis man das Programm beendet. Dazu beschreibt Memtest86+ jede Speicheradresse mit einer Reihe von Testmustern und liest sie danach wieder aus. Stimmt das ausgelesene Muster mit dem vorher geschriebenen nicht überein, ist der Speicherbaustein defekt. Am Monitor wird angezeigt, wie oft Memtest86+ seine Prüfroutinen durchgeführt hat – ein kompletter Test kann mehrere Stunden dauern.

Festplatten-Fitness messen und analysieren

Mit Easeus Partition Master Professional diagnostizieren Sie Festplattenfehler und stellen verlorenen Partitionen wieder her.
Vergrößern Mit Easeus Partition Master Professional diagnostizieren Sie Festplattenfehler und stellen verlorenen Partitionen wieder her.

Erkennen und reparieren - Windows-Start-Probleme

Wenn Windows nicht starten will, kann ein fehlerhafter Bootsektor die Ursache sein. Die Reperatur ist unter Windows 7 und 8 mit der Windows-Setup-DVD schnell erledigt: Booten Sie von der DVD, und gehen Sie zur „Problembehandlung“. Öffnen Sie dort die Eingabeaufforderung in den erweiterten Optionen. In der Konsole geben Sie zunächst „bootrec.exe /fixboot“ ein, um den alten Bootsektor zum Starten des Betriebssystems zu überschreiben. Mit der Eingabe von „bootrec.exe /fixmbr“ ersetzen Sie den Master Boot Record, der die Partitionstabelle des Systems enthält. Im Anschluss starten Sie den PC neu.

Mit dem Easeus Partition Master können Sie Partitionen verwalten, erzeugen und löschen, zusammenfügen und trennen, verschieben, kopieren, formatieren sowie ihre Größe anpassen. Außerdem kann das Programm komplette Laufwerke oder Partitionen kopieren und gelöschte Partitionen wieder regenerieren. Auch Probleme mit dem MBR (Master Boot Record) und einer GPT (GUID Partition Table) sollen sich mit dem Programm beheben lassen.

Mit dem Tool Partition Find and Mount scannen Sie Datenträger nach verlorenen Partitonen. Vorhandene, aber unter Windows nicht mehr zugängliche Partitionen bindet das Tool für den Lesezugriff ins System ein. Dann lassen sich die Daten sichern.

Checkliste: Einfache Hardware-Probleme selbst lösen

Startet der PC nicht mehr, ist das noch kein Grund, nervös zu werden. Gehen Sie die einzelnen Punkte unserer Checkliste durch. In vielen Fällen können unsere Tipps bereits helfen.

1. Stromversorgung prüfen

Ist der PC richtig eingeschaltet und ist das Kaltgerätekabel richtig im Netzteil eingesteckt? Prüfen Sie die Steckerleiste und auch, ob andere Geräte im gleichen Stromnetz mit Spannung versorgt werden.

2. Warntöne auswerten

Gibt der PC beim Einschalten nur noch Töne oder Tonfolgen von sich, hat das Bios bei seinem Power-On-Self-Test Fehler festgestellt. Schauen Sie im Handbuch des Mainboards nach, welche Ursache die Töne haben können.

3. PC-Innenleben inspizieren

Öffnen Sie das Gehäuse und schauen Sie auf dem Mainboard beziehungsweise auf der Grafikkarte nach defekten Elektrolytkondensatoren (Elkos). Diese können aufgeplatzt sein und verbrannt riechen. Sind die Elkos defekt, muss das entsprechende Bauteil getauscht werden.

4. Anschlüsse kontrollieren

Sehen Sie nach, ob alle Steckkarten fest in den dafür vorgesehen Slots sitzen und ob die Festplatten korrekt verkabelt sind. Oft lösen sich nämlich beim Transport des PCs oder beim Verrücken im Büro locker sitzende Kabel von ihren Anschlüssen – und nichts geht mehr.

5. Aufrüstungen prüfen

Will der Computer nach dem Einbau einer neuen Hardware-Komponente nicht mehr starten, entfernen Sie diese wieder und prüfen Sie die Tauglichkeit der Komponente für den Einsatz in Ihrem PC. Probleme machen insbesondere neue RAM-Bau steine. Weichen deren Spezifikationen von den bisherigen ab, ist ein Mischbetrieb in der Regel nicht möglich.

6. Reicht das Netzteil noch aus?

Viele Standard-PCs kommen mit 350-Watt-Netzteilen. Baut man nun weitere Festplatten oder eine stärkere Grafikkarte ein, ist das vorhandene Netzteil zu schwach. Ein 500- bis 650-Watt-Netzteil reicht in aller Regel für einen PC mit durchschnittlicher Leistung aus.

7. Hitzestau

vermeiden Sind die Lüftungsgitter mit Staub zugesetzt und die Ventilatoren vor lauter Staub kaum noch gängig, kann die Hitze im Gehäuseinnern zu groß werden. Dann greift in der Regel der Selbstschutz des PC – und er schaltet sich aus.

8. Auf Geräusche achten

Ein Festplattenschaden kann sich mit leichten Klopfgeräuschen ankündigen. Ein lauter Knall weist auf einen geplatzten Elektrolytkondensator hin. Ein ständig hoch drehender Lüfter lässt auf zu große Hitze schließen.

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