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Visual Studio 2008

09.06.2008 | 11:45 Uhr |

Mit Visual Studio 2008 hat Microsoft eine neue Version seiner integrierten Entwicklungsumgebung veröffentlicht. In diesem Update sind bisher fehlende Bausteine in das Paket aufgenommen.

von Peter Monadjemi
Der Nachfolger von Visual Studio 2005 steht in den Startlöchern, als Download in deutscher Version hat Microsoft das Update seiner integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) bereits Mitte Januar ins Netz gestellt. Auch wenn es sich bei Visual Studio 2008 insgesamt nur um einen kleineren Release-Wechsel handelt, so bietet er doch für Entwickler in allen Bereichen erfreuliche Verbesserungen. Mit Linq to SQL kommt sogar eine echte Neuerung. Das mit dem Update verbundene Ziel lässt sich auf die einfache Formel bringen: mehr Komfort und Möglichkeiten für Entwickler. Erreicht wird dies nicht zuletzt damit, dass einige der bisherigen Baustellen geschlossen wurden. So hat Microsoft mit den Designern für Windows Workflow Foundation (WF) und Windows Presentation Foundation (WPF) sowie mit dem bereits seit Januar offiziell verfügbaren Ajax ASP.NET jene fehlenden Bausteine in das Paket aufgenommen, die bislang nur als Vorabversionen oder einzeln verfügbar waren.

Vom Hobbyisten bis zum Unternehmensentwickler
Bei Visual Studio kann man inzwischen nicht mehr von einer Anwendung sprechen, es handelt sich um eine komplette Produktfamilie aus zehn Editionen. Die IDE deckt die Interessen des gesamten Anwenderspektrums ab, vom Hobbyisten bis zum Unternehmensentwickler, der in einem größeren Team arbeitet. Wer die bislang ausgelieferten Versionen von Visual Studio .NET, angefangen hat es mit Release 2002, der Reihe nach aufrufen würde, dürfte bei oberflächlicher Betrachtung keine gravierenden Unterschiede feststellen. Genau das ist die Qualität von Visual Studio, indem es die in diesem Punkt sensiblen Entwickler nicht mit modischen Spielereien verärgert. Die zahlreichen Verbesserungen liegen im Detail und führen zu beachtlichen Produktivitätsgewinnen. Dank eines deutlich beschleunigten Hintergrund-Compilers gibt es beispielsweise einen reaktionsfreudigeren Code-Editor, der Eingabehilfen schneller anzeigt und für Visual-Basic-Befehle eine Auswahlliste bietet.

Verstecktes Feature: Die Wahl der .NET-Laufzeit
Eine sehr wichtige Neuerung der IDE lässt sich allerdings auch schnell übersehen: Beim Anlegen eines neuen Projekts kann die Version der .NET-Laufzeit (zur Auswahl stehen 2.0, 3.0 und 3.5) ausgewählt werden. Entsprechend werden Verweise auf die .NET-Bibliotheken gesetzt und Vorlagen angeboten. Entwickler müssen daher ihre aktuellen Projekte beim Umstieg auf Visual Studio 2008 nicht sofort auf .NET 3.5 umstellen. Wird ein VS-2005-Projekt unter der neuen Version geladen, wird es zwar von einem Konvertierungs-Assistenten "umgestellt", Inkompatibilitäten sind jedoch nicht zu befürchten, zumal als "Ziel" das .NET-Framework 2.0 beibehalten wird.

Endlich unter einem Dach vereint
Wer auf der Microsoft-Plattform entwickelt, ist daran gewöhnt, mit offiziell noch nicht freigegebenen Werkzeugen arbeiten zu müssen. In den letzten zwei Jahren hatte man in Redmond den Entwicklern in diesem Punkt einiges zugemutet. Über das im November 2006 eingeführte .NET 3.0 kamen mit der Windows Presentation Foundation und der Windows Workflow Foundation zwar wichtige neue Techniken hinzu, die dafür angebotenen Designer blieben aber auf dem Stand eines Community Technical Preview (CTP). Mit Visual Studio 2008 und .NET 3.5 reduziert sich die Zahl der Baustellen deutlich, denn WPF- und WF-Designer, Ajax ASP.NET und das Language Integrated Query Framework (Linq) sind endlich ein offizieller Teil der IDE. Dennoch bleibt einiges offen: Sowohl die O/R-Mapping-Technologie Entity Framework als auch der Silverlight-Designer glänzen durch Abwesenheit und sollen im Sommer zusammen mit anderen Verbesserungen wie einem Multitier Linq to SQL im Rahmen eines 2008-Updates nachgeliefert werden.

Überaus erfreulich ist der Umstand, dass in der Professional Edition von Visual Studio eine Unterstützung für Unit-Testing fest eingebaut ist, auch für mobile Geräte. Damit gehören Werkzeuge, mit denen sich Unit-Tests erstellen, ausführen und auswerten lassen, endlich zum festen Bestandteil des regulären Visual Studio. Microsoft möchte damit nach eigener Aussage eine "Kultur des Testens" im Bewusstsein auch jener Entwickler verankern, die mit dem automatisierten Testen ihres Codes bislang nicht viel am Hut hatten. Einen Testrahmen für ein Projekt anzulegen könnte einfacher nicht sein. Über einen Klick mit der rechten Maustaste in das Codefenster wird der Befehl zum Anlegen eines Komponententests ausgewählt. Die IDE fügt daraufhin ein neues Testprojekt hinzu, in das für jede der zuvor in einem Dialogfeld ausgewählten Methoden entsprechende Testverfahren angelegt werden. Sind alle Tests einsatzbereit, werden sie durch Starten des Testprojekts zur Ausführung gebracht und das Ergebnis in einem eigenen Fenster zusammengefasst.

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