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Worauf es bei Open Source ankommt

21.10.2008 | 10:01 Uhr |

Open Source verspricht viele Vorteile gegenüber proprietärer Software. Bevor Unternehmen ihre Server- oder Desktop-Anwendungen auf quelloffene Alternativen umstellen, sollten sie sicher sein, dass es nicht doch einen Haken gibt.

Open Source ist schon lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Heute setzen Firmen und Organisationen ganz selbstverständlich auf quelloffene Software und machen sich die Vorzüge dieser Anwendungen zunutze. Doch bevor IT-Administratoren den Wandel einleiten, müssen sie prüfen, ob die Open Source der Wahl auch für den Unternehmenseinsatz geeignet ist. Es gilt, einige Kriterien zu erfüllen, die eine Unternehmenssoftware von einem Tool für den Privateinsatz unterscheidet und sie für geschäftskritische Bereiche qualifiziert.

Gleichgültig ob es um die Einführung einer Open-Source-Anwendung geht oder um die Entwicklung eigener Software auf Basis von quelloffenen Komponenten: ein Open-Source-Software-Projekt kann sich als anspruchsvoller herausstellen, als es zunächst den Anschein hat. Zunächst müssen die Anforderungen definiert und geeignete Kandidaten ermittelt werden.

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Je nachdem, ob bereits eine kommerzielle Software im Einsatz ist, die durch Open Source ersetzt werden soll, oder ob die Einführung einer brandneuen Software geplant ist, verfügt der Projektleiter über unterschiedliche Erfahrungen, die ihm bei der Suche nach einer vollwertigen Alternative helfen: Welche Features fehlen bei der derzeit vorhandenen Anwendung? Wo hapert es es bei der Bedienung? Wie kann eine neue Software die Geschäftsprozesse straffen? Und nicht zuletzt: Welche Sorgen und Wünsche haben die Anwender?

Lizenzbestimmungen klären

Neben den üblichen Projektanforderungen kommen bei Open Source noch weitere Punkte hinzu, die vorab abgeklopft werden müssen. So erlauben zum Beispiel nicht alle Open-Source-Projekte die kommerzielle Nutzung ihrer Software. Bei einer Serversoftware, die im Unternehmensnetzwerk läuft, sollte das natürlich der Fall sein. Bei Desktop-Tools ist dagegen die Nutzung im Unternehmen oft untersagt oder nur unter einer anderen Lizenz und gegen Gebühr erlaubt. Ein Blick in die Lizenzbestimmungen ist also unverzichtbar.

Aber auch bei Programmen, die als Basis für eigene Software-Entwicklungen dienen sollen, müssen sich Unternehmen versichern, dass die Veränderung und gegebenenfalls die Weitergabe unter einer kommerziellen Lizenz überhaupt möglich ist. Heute stecken in vielen Business-Anwendungen unter der Haube auch Open-Source-Tools. Wer selbst auf den Zug aufspringen will und sich Entwicklungsarbeit sparen möchte, kann mit Open Source bestimmte Funktionen schnell implementieren. Aber ob die so entstehende Lösung auch beliebig vertrieben werden darf, ist unbedingt zu klären.

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