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Erfolgsgeheimnis – so nutzen Sie Kickstarter & Co optimal

21.01.2014 | 09:37 Uhr |

Nur seine Idee auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com zu veröffentlichen genügt längst nicht, um genügend Kapital einzusammeln. Doch wo steckt das Erfolgsgeheimnis für die Startup-Finanzierung aus der Wolke?

Wo liegt der Grund, ob ein Projekt auf Kickstarter , Startnext.de oder einer anderen Crowdfunding-Plattform viele Unterstützer findet und damit genügend Kapital einsammelt?

Das hängt vor allem von der Produktidee selbst ab: Dabei spielen das Innovationspotential, die Praxistauglichkeit, die Notwendigkeit für die Erfindung und die Qualität der Umsetzung eine entscheidende Rolle – neben anderen Kriterien wie Produktionszeitraum und Endverkaufspreis. Doch die Produktidee kann noch so perfekt sein: Wenn die Präsentation auf der im Web nicht ebenso perfekt ist, lässt sich kaum jemand zu größeren Investitionen überreden.

Finanzstark: Kickstarter.com ist die weltweit bekannteste und erfolgreichste Crowdfunding-Plattform im Netz.
Vergrößern Finanzstark: Kickstarter.com ist die weltweit bekannteste und erfolgreichste Crowdfunding-Plattform im Netz.

Wichtig: Die Idee ins Rampenlicht rücken

Keine Videoproduktion, keine Fotoserie, kein Text kann zu aufwändig sein, um eine Produktidee über Kickstarter & Co zu bewerben. Neugierige Besucher und potenzielle Investoren legen großen Wert auf eine perfekte Präsentation dessen, was sie mit ihrem Kapital unterstützen sollen. Wer glaubt, einfach eine Idee mir nichts dir nichts online zu stellen und dafür Geld einzusammeln, wird keinen Cent ergattern.

Beim Betrachten erfolgreicher Crowdfunding-Projekte erkennt man wichtige Gemeinsamkeiten: So werden alle Projekte mit aussagekräftigen Videos gezeigt, in denen beinahe immer die Unternehmensgründer zu sehen sind, die persönlich für ihre Ideen werben. Je nach Produkt darf die Präsentation mehr oder weniger lässig sein – der moderne YouTube-Stil kommt besser an als althergebrachte Fernsehbilder.
 
Phänomen Crowdfunding -Geld aus der Wolke
 
Wichtig ist auch, die Produkte in ihrer Anwendung und in der passenden Umgebung zu zeigen. Viele Firmen zeigen auf Crowdfunding-Plattformen funktionierende Prototypen, weil die Produkte meist noch nicht verfügbar sind – sie müssen ja erst noch finanziert werden. Das kommt immer gut an. Hingegen ist es auf Kickstarter.com nicht erlaubt, 3D- oder andere Simulationen von Produkten zu präsentieren.

Niemals die Zielgruppe vergessen

Für Gründer und junge Unternehmen ist es zudem besonders wichtig, sich eine Zielgruppe zu schaffen und deren Bedürfnisse zu pflegen. Jedes erfolgreiche Neuprodukt sollte eine Zielgruppe haben, auf die es besonders ausgerichtet ist. Wer das Produkt entsprechend bewirbt, hat bessere Finanzierungschancen als jemand, der ein Jedermanns-Projekt finanzieren will.
Nichtsdestotrotz sollten auch Neugierige, die nicht im Fokus des Projekts stehen, die Möglichkeit haben, sich über die Idee zu informieren und sich eine Meinung zu bilden. Im Idealfall werden so aus Nebenbei-Interessenten spätere Kunden. Das setzt jedoch eine in jeder Hinsicht allgemeinverständliche Darstellung voraus – ein ganz wichtiger Punkt. Ein Produkt muss mit einfachen Worten, klaren Bildern und verständlichen Videos so erklärt werden, dass sein Sinn und Zweck und seine Funktionsweise für jedermann nachvollziehbar ist. Und schließlich darf man natürlich über die sozialen Netzwerke wie Facebook kräftig für sich selbst die Werbetrommel rühren.

1A-Marketing: Das Weltraumteleskop Arkyd schießt Fotos von Menschen, die Kapital für das Projekt spenden.
Vergrößern 1A-Marketing: Das Weltraumteleskop Arkyd schießt Fotos von Menschen, die Kapital für das Projekt spenden.

Mit attraktive Prämien locken

Auch dank Prämien werden aus Interessenten Unterstützer. vom Fan-T-Shirt für ein paar Dollar bis hin zum fertigen Produkt bieten Unternehmen beinah alle Arten von Prämien an, um Kapitalgeber für ihre Ideen zu finden. Ein herausragendes Beispiel ist das Weltraumteleskop Arkyd : Wer mindestens 25 US-Dollar für das Projekt spendet, erhält später ein Foto von sich mit der Erde im Hintergrund. Dieses Foto knipst Arkyd während seiner Flüge in der Erdumlaufbahn. Wie das funktioniert, erklärt am besten dieses Video .
Was im wahrsten Sinne des Wortes abgehoben klingt, ist in Wirklichkeit perfektes Marketing. Je attraktiver Prämien gestaltet sind, desto mehr Crowdfunding-Unterstützer finden sich. Wichtig ist dabei auch, dass es sinnvolle Steigerungen gibt – je nachdem, wie viel Geld gespendet wird. Das Arkyd-Projekt macht auch das gut vor: Wer mehr als 5.000 US-Dollar spendet, erhält ein Modell des Weltraumteleskops in Original-Größe.

Social Marketing: Viele erfolgreiche Kickstarter-Projekte werden von einer Facebook-Seite begleitet – hier die Seite des 3D-Stiftes 3Doodler.
Vergrößern Social Marketing: Viele erfolgreiche Kickstarter-Projekte werden von einer Facebook-Seite begleitet – hier die Seite des 3D-Stiftes 3Doodler.

Soziales Marketing: alle Vermarktungskanäle nutzen

Was nützt die schönste Kickstarter-Präsenz, wenn sie keiner besucht, niemand auf sie aufmerksam wird? Soziale Netzwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Vermarktung. Ein Twitter-Channel und eine Facebook-Seite gehören für Startups ohnehin zum guten Ton, wenn es um das Marketing ihrer Produktideen geht. Darüber hinaus sollte jedes Projekt eine eigene Website besitzen, die nicht nur eine bloße Kopie der Crowdfunding-Präsenz ist, sondern zusätzliche Informationen bereithält. Auch ein Blog, das den Finanzierungs- und Entwicklungsprozess aktiv begleitet, hat sich in der Praxis bewährt.
 
Wer wird Millionär? Die besten Kickstarter-Projekte
 
Spätestens mit der geglückten Finanzierung des Projekts dient die Website zudem als zentrale Anlaufstelle für Kunden, aber auch für andere Interessenten wie beispielsweise Pressevertreter. Oft kann man die Produkte direkt über die Website bestellen oder vorbestellen – eine wertvolle Option, um schon früh Kunden zu generieren.

Für ständige Aktualität sorgen

Marketing-Experten wissen: Besser gar keine Website als eine, die nicht aktuell ist. Das gilt auch fürs Crowdfunding! Eine kaum oder nie aktualisierte Kickstarter-Präsenz ist zum Scheitern verurteilt. Wer will schon in ein Projekt investieren, bei dem sich die Macher nicht regelmäßig um die Investoren kümmern? Ständige Aktualität ist oberstes Gebot für einen gelungenen Crowdfunding-Prozess.
Freilich bringt das gerade junge Unternehmen in eine Zwickmühle. Während der Startphase haben viele Firmen mit ihren Produkten genug zu tun und kaum Kapazitäten, um auch noch Internet-Seiten und Social Media zu pflegen. Doch daran führt kein Weg vorbei.
Wichtig zu wissen ist: Die kritischste Phase liegt in der Mitte des Förderungszeitraums. Ein neues Projekt erzeugt erst einmal großes Interesse, das dann allmählich abflaut. Kurz vor dem Ende der Finanzierungsphase werden Crowdfunding-Projekte noch einmal stärker beachtet. Für die Initiatoren bedeutet das, gerade in der Mitte des Förderungszeitraums besonders für ihre Ideen zu werben.
Wer immer am Ball bleibt und sich um seine Investoren und Kunden in spe gleichermaßen bemüht, kann mit Crowdfunding viel Erfolg haben – immer vorausgesetzt, die Produktidee stimmt.

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