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Expression Studio

25.09.2007 | 10:06 Uhr |

Seit einiger Zeit ist die deutschsprachige Version von Expression Studio im Handel erhältlich. Dieses Softwarepaket ist Microsofts Kampfansage an Adobe. Wir stellen Ihnen den Inhalt von Expression Studio im Detail vor: Heute sind Blend, Design, Media und Encoder an der Reihe, übernächste Woche Expression Web.

Die Entwicklersuite Expression Studio umfasst die Interface-Design-Software Expression Blend , das Webdesign-Programm Expression Web und das Vektorgrafik-Programm Expression Design . Außerdem gibt es mit Expression Media ein Verwaltungstool für Bilder und Videos sowie mit Expression Encoder ein Konvertierungsprogramm, mit dem sich zum Beispiel aus Quicktime-Filmen, WMV- und AVI-Videos Silverlight-kompatibler Content erstellen lässt. Um die mit Blend erstellten Oberflächen mit Quellcode hinterlegen zu können, ist außerdem die Entwicklungsumgebung Visual Studio 2005 (Standard-Version) in Expression Studio enthalten.

Das Herzstück von Expression Studio bilden Blend und Web. Letzteres ist der neue Webeditor von Microsoft. Expression Web ist somit der Nachfolger von Frontpage. Mit Blend lassen sich dagegen interaktive Oberflächen für Desktop -Anwendungen erstellen.

Beide Programme haben ihre Beschreibsprachen: Expression Web nutzt für die Darstellung HTML und CSS, Blend setzt auf XAML (eXtensible Application Markup Language), Microsofts XML-Sprache zur Beschreibung von Oberflächen, die auf der Windows Presentation Foundation des .net-Framework 3.0 basieren. Bei diesem technischen Ansatz werden Oberflächenbeschreibung (in XAML) und der eigentliche Programmcode (in einer .net-Sprache wie beispielsweise C# erstellt) strikt getrennt. Mit WPF hat Microsoft eine neue Methode vorgestellt um Windows-Oberflächen zu erstellen. WPF ersetzt insofern die bekannten WinForms, mit denen bis zum .net-Framework 2.0 gefensterlt wurde. Das .net-Framework 3.0 samt WPF ist Bestandteil von Vista, für XP kann man das .net-Framework 3.0 separat nachinstallieren.

Farbverlauf mit Blend festlegen
Vergrößern Farbverlauf mit Blend festlegen
© 2014

Blend dürfte in der Tat die Zusammenarbeit zwischen Designer und Programmierer deutlich erleichtern. Bisher lief das in der Regel so ab: Der Designer bastelt in einem Bildearbeitungs- oder Layoutprogramm einen Entwurf für eine Programmoberfläche und gibt diese - nach Genehmigung durch die Vorgesetzten - an die Entwickler weiter. Diese "ahmen" dann die Vorlage mit ihren Mittel nach und hinterlegen das Ganze mit dem erforderlichen Quellcode. Diese Vorgehensweise kostet nicht nur Zeit, sondern geht oft auch ganz schön an die Nerven, wenn die fertige Umsetzung dann doch nicht exakt dem Designentwurf entspricht. Genau hier will Microsoft mit Blend ansetzen. Der neue Workflow sieht dann so aus:

Die Arbeitsfläche von Blend
Vergrößern Die Arbeitsfläche von Blend
© 2014

Der Designer entwirft mit Blend die Oberfläche (im Rahmen eines Projekts, unter dem alle für eine Oberfläche erforderlichen Einzeldateien zusammengefasst werden - dieses Projektdateien-Prinzip ist von Visual Studio her hinlänglich bekannt) und gibt diese an den Programmierer weiter. Der kann die fertige Oberfläche dann direkt mit seinem mit Visual Studio erstellten Code hinterlegen. Ein Nachbasteln der Oberfläche ist nicht mehr erforderlich: Das spart Zeit und vermeidet Abstimmungsprobleme.

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