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Neuer Stromspar-Standard für PCs und Notebooks

07.02.2008 | 15:46 Uhr |

Seit Juli 2007 gelten die neuen Richtlinien des „Energy Star“ für PCs und Notebooks. Rechner, die diese Auszeichnung erhalten wollen, müssen deutlich strengere Auflagen bei Leistungsaufnahme und Energieeffizienz erfüllen.

Im Juni 2007 schlossen sich Intel, Google sowie die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) zur „Climate Savers Computing“-Initiative zusammen. Mit dabei sind weitere namhafte Hersteller wie Dell, Microsoft, Hewlett-Packard, IBM sowie AMD und Sun. Das Ziel der Initiative: Rechner sollen energieffizienter werden. Denn nach Angaben der Initiative vergeuden PCs die Hälfte der Energie, die sie verbrauchen. Computer seien für rund zwei Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich.

Die Hersteller der Initiative gehen die Verpflichtung ein, Systeme und Komponenten zu produzieren, die neuen Stromsparzielen entsprechen. Die bisherigen Regelungen des Energy Star bezüglich der Leistungsaufnahme von PCs ließen sich nämlich mehr oder minder problemlos erfüllen. Dort fand sich beispielsweise lediglich eine Begrenzung für die Leistungsaufnahme im Ruhezustand.

Für den neuen Standard „Energy Star 4.0“ ist der 20. Juli der Stichtag. Alle betroffenen Produkte, die nach diesem Datum hergestellt werden, müssen die neuen Richtlinien erfüllen, wenn sie sich mit dem Energy Star schmücken wollen.

Der Energy Star wurde 1992 durch die EPA in Kooperation mit dem US-Energieministerium ins Leben gerufen. In den USA beschränkt sich der Energy Star keineswegs auf IT-Produkte, sondern berücksichtigt insbesondere auch Haushaltsgeräte. Der Energy Star gehört bei vielen Ausschreibungen zum Pflichtprogramm. Zwar prüfen große Unternehmen inzwischen auch selbst die Leistungsaufnahme der zu beschaffenden Systeme. Doch kleine und mittelgroße Firmen verlassen sich auf die entsprechenden Auszeichnungen wie den Energy Star. Diese Richtlinien betreffen daher vor allem professionell eingesetzten Systeme.

Verschiedene Betriebsmodi: Bisher bezogen sich die Angaben des Energy Star lediglich auf die Leistungsaufnahme im Ruhezustand. Die dort bisher verlangten Grenzwerte standen in Relation zur Ausgangsnennleistung des Netzteils. So lag der Grenzwert für Systeme mit einem 400-Watt-Netzteil (Nennleistung) bei zehn Prozent der maximalen kontinuierlichen Ausgangsleistung. Mit der Einführung des Energy Star 4.0 unterscheiden die Richtlinien nun zwischen drei Betriebsmodi: Idle, Sleep und Stand-by.

Idle: In diesem Fall ist das Betriebssystem vollständig geladen, ebenso alle Tools oder Applikationen, die der Hersteller automatisch lädt. Das System befindet sich nicht im Sleep-Mode. Dies korrespondiert mit den ACPI-Zuständen S0/G0, sprich ein vollständig aktives System. Der Anwender kann auf alle Systemkomponenten in Echtzeit zugreifen.

Sleep: Diesen Stromsparmodus erreicht das System automatisch nach einer vorgegebenen Zeit oder er lässt sich manuell anwählen. Der Sleep-Mode korreliert in Systemen mit ACPI-Unterstützung mit dem S3 (suspend to ram-)Zustand.

Stand-by: der Modus mit der geringsten Leistungsaufnahme, der den ACPI-Zuständen S4 beziehungsweise S5 entspricht.

Außerdem schreibt der der Energy Star vor, dass die Systeme mit bestimmten Voreinstellungen der Strom-sparfunktionen auszuliefern sind. So sollte sich das Display nach spätestens 15 Minuten Inaktivität in den Stromsparmodus versetzen. Das Gesamtsystem sollte nach 30 Minuten Nichtstun in den Stromsparschlummer fallen. Und die Gbit-Netzwerkkarte sollte auf eine niedrigere Geschwindigkeit herunterschalten, wenn der Sleep-Mode aktiv ist.

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