Router

Funktionen von Routern für Privatkunden

Sonntag den 19.08.2012 um 07:19 Uhr

von Michael Brown

Eine Funktion, die Sie bei teuren Endkunden-Routern erwarten können, sind ein oder zwei USB-Anschlüsse. Über diese Anschlüsse können sich mit dem Netzwerk verbundene Computer einen USB-Drucker oder eine USB-Festplatte teilen. Auch wenn das wie eine attraktive Funktion erscheint, werden nur die allerkleinsten Unternehmen mit dieser Lösung zufrieden sein. Alle anderen Unternehmen sind mit Druckern und NAS-Geräten, die über integrierte Netzwerkfunktionen verfügen, besser bedient. Ein Drucker mit integrierten Netzwerk-Funktionen wird beispielsweise nicht durch die Länge des USB-Kabels eingeschränkt. USB-Speicher auf der anderen Hand sind langsam und können maximal 2 TB groß sein, während gute NAS genauso Leistungsfähig wie kleine Server sein können und über einen wesentlich größeren Speicher verfügen.

Hier stellen wir Ihnen ein paar andere Funktionen vor, die Sie bei einem typischen Endkunden-Router finden:

Quality of Service (QoS):
Dieser Begriff beschreibt die Fähigkeit des Routers unterschiedliche Arten des Datenverkehrs zu priorisieren. Wenn beispielsweise ein Daten-Paket beim Transfer verloren geht, kann der Router dieses Paket so oft wieder versenden, bis Sie die gesamte Datei erhalten haben. Es mag etwas länger dauern, aber letztendlich werden Sie die vollständige und intakte Datei erhalten. Und meistens ist es nicht wichtig, wie viele Pakete unterwegs verloren gegangen sind, solange diese letztendlich ankommen. Wenn Pakete jedoch bei Musik-, Video-Streams oder während Sie telefonieren verloren gehen, dann bemerken Sie unschöne Ausfälle und Störungen. Router mit guten QoS-Fähigkeiten können den wichtigen, verzögerungsempfindlichen Multimedia-Übertragungen und dem VoIP-Verkehr eine hohe Priorität zuweisen und die unempfindlicheren Daten erst später verschicken. QoS ist eine wichtige Funktion, wenn Sie über VoIP anstatt über eine Telefonleitung telefonieren.

Kindersicherung:
Diese Funktion beschränkt den Zugriff der Client-PCs auf bestimmte Seiten im Internet. Wenn Sie Kinder haben, werden Sie die Kindersicherung des Routers so einstellen wollen, dass diese beispielsweise nicht auf Porno-Seiten zugreifen können. Außerdem können Sie den Kindern das Spielen von Online-Games zu bestimmten Zeiten verbieten, beispielsweise wenn diese eigentlich noch ihre Hausaufgaben erledigen sollten.

Gästenetzwerk:
Hierbei handelt es sich um ein virtuelles Netzwerk, das den Gästen den Zugriff auf das Internet ermöglicht, ohne dass diese auf Ihre Computer, Drucker, NAS-Boxen oder andere Netzwerk-Geräte zugreifen können (bei manchen Routern können Sie das Gästenetzwerk ganz ohne irgendwelche Sicherheiten betreiben, aber das ist dennoch keine gute Idee). Ein Gästenetzwerk kann auch für kleine Unternehmen beziehungsweise deren Kunden nützlich sein.

Eingebauter Media-Server:
Die Endkunden-Router fokussieren sich immer weiter auf das Streamen von Daten, sodass es sinnvoll ist, dass diese für diesen Zweck über integrierte Server verfügen. UPnP (Universal Plug & Play) ist das Minimum. Bessere Modelle fügen DLNA (Digital Living Network Alliance) und sogar iTunes-Server hinzu.

Einfache VPN-Unterstützung:
Ein VPN (Virtual Private Network) ermöglicht es den Nutzern aus der Ferne auf das Netzwerk über eine sichere Internet-Verbindung zuzugreifen.

Integrierte Firewall:
Eine Firewall ist ein Sicherheitsmechanismus, der verhindern soll, dass Eindringlinge aus dem Internet auf Ihr Netzwerk zugreifen können.

WiFi Protected Setup (WPS):
Ein Netzwerk ohne Verschlüsselung zu betreiben, ist fahrlässig. WPS hilft den Kunden dabei ein sicheres WLAN einfach einzurichten: Sie betätigen lediglich einen Knopf auf dem Router und einen beim Client, um eine sichere Verbindung über WPA oder WPA2 (siehe unten) einzurichten. Vor kurzem hat man jedoch festgestellt, dass ein Brute-Force-Angriff diesen Sicherheitsmechanismus innerhalb von ein paar Stunden überwinden kann. Wenn Ihr Router WPS unterstützt, sollten Sie diese Funktion, wenn möglich, deaktivieren, egal ob Sie diesen Router zu Hause oder im Unternehmen verwenden.

WEP/WPA/WPA2:
Diese drei Verschlüsselungsmethoden basieren darauf, dass der Router und die Clients vorher vereinbarte Schlüssel (PSK) austauschen. WEP (Wired Equivalent Privacy) und das schwächere WPA (Wi-Fi Protected Access) haben sich als anfällig für Brute-Force-Angriffe herausgestellt. WPA2, welches AES (Advanced Encryption Standard)-Verschlüsselung verwendet, ist weiterhin relativ sicher, solange Sie ein komplexes Passwort verwenden.

RADIUS:
Nur wenige der Endkunden-Router unterstützen RADIUS (Remote Authentication Dial-In User Service). Wir werden später genauer darauf eingehen.

Sonntag den 19.08.2012 um 07:19 Uhr

von Michael Brown

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
1522963