16.03.2012, 12:55

Johann Baumeister

VMware, VirtualBox & Co.

Vorteile der Virtualisierung im SMB-Bereich

Virtualisierung in kleinen Unternehmen ©iStockphoto.com/byryo

Virtualisierung wird bis dato meist mit dem Betrieb in Rechenzentren in Verbindung gebracht. Virtuelle Techniken helfen aber auch dem Kleinunternehmen und im SOHO. Wir zeigen die Gründe dafür und geben Tipps beim Umgang mit virtuellen Systemen.
Die Virtualisierung von Serversystemen hat sich etabliert und gehört zum Alltag in der IT. Nach neuesten Untersuchungen von Marktforschern ist mittlerweile circa die Hälfte aller Server virtualisiert. Tendenz weiter steigend. Anzutreffen sind die virtualisierten Server fast ausschließlich in den Rechenzentren. Doch die Technik ist mitnichten auf Server und Rechenzentren beschränkt.
Sie lässt sich ebenso auf andere Bereiche der IT-Nutzung ausdehnen und dort zu mehr Effizienz verhelfen. Dies gilt auch für kleinere Unternehmen und für das Homeoffice.
 
Die Eingrenzung der Virtualisierung auf Server hat mehrere Ursachen. Virtualisiert wird zunächst einmal nicht ein Server, sondern genaugenommen eine x86-Rechner. Bekanntlich dienen x86-Systeme sowohl für Server aber auch für jegliche Clientdesktops als Hardware-Basis. Hinzu kommt, dass die Virtualisierung und ihre Werkzeuge ursprünglich alles andere als einfach war. Der Einsatz dieser Technik war daher dem IT-Profi im Rechenzentrum vorbehalten.
Ferner waren die Rechnersysteme (genauer gesagt deren Hardware) der früheren Jahre ohnehin gut ausgelastet. Da blieb schlichtweg keine Kapazität für die Virtualisierung übrig. Und als letztes Argument sprachen oftmals die zusätzlichen Kosten gegen die Virtualisierung. All diese Hindernisse haben sich mittlerweile größtenteils aufgelöst oder zumindest erheblich abgeschwächt. Dies eröffnet auch für das Homeoffice und für Kleinunternehmen neue Möglichkeiten.

Gründe für die Virtualisierung für den KMU-Markt

Worin liegen aber die möglichen Einsatzszenarien für die Virtualisierung, insbesondere für die Unternehmen, die man dem KMU/SMB-Bereich zuordnet? Gerade im KMU-Umfeld finden sich viele Systeme, die eigentlich nicht ausgelastet sind. Wenn beispielsweise spezielle Abrechnungsprogramme oder Statistiktools nur gelegentlich, wie etwa am Monatsende benötigt werden, so besteht keine Notwendigkeit diese immerwährend  bereit zu halten. Viele dieser Programme fordern außerdem eigene Datenbanken die nicht immer mit anderen Systemen verträglich sind. Oder aber zwei Programme benötigen unterschiedliche Bibliotheken und Umgebungen. Windows XP-Programm sind mitunter unter Windows 7 nicht zu betreiben und umgekehrt.
In der Vergangenheit ist man daher dazu übergegangen, für jede dieser Anwendung einen eigenen Rechner bereit zu stellen. Als Resultat erhält man so beispielweise einen Rechner mit dem Mailsystem, einen mit dem Buchhaltungssystem einen weiteren, der als Fileserver die Dokumente und Arbeitsblätter bereit hält. Jedes zusätzliche Programm verlangt oftmals nach einer eigenen Laufzeitumgebung und nach einer speziellen Variante des Betriebssystems. 
Der Nutzen der Virtualisierung
Wenn schon unterschiedliche Umgebungen für die Programme benötigt werden, so müssen das nicht zwingenderweise verschiedene Rechner sein. Bei der Virtualisierung werden mehrere ehemals physische Systeme in einem zusammen gefasst. Durch die Virtualisierungssoftware werden dabei mehrere Systeme logisch – also virtuell – nachgebildet. Hierbei spricht man meist auch von den virtuellen Gästen des Hosts (Wirt). Die Gäste residieren in den virtuellen Hüllen. In diesen virtuellen Hüllen, den virtuellen Maschinen, laufen dann die Server, so wie sie vorher auf einer physischen Serverhardware ausgeführt wurden.
Als Ergebnis wird eben nur ein Rechner statt mehrerer einzelner Maschinen benötigt. Er trägt die Last aller Systeme vorher. Dass dies auch hinsichtlich der Leistung machbar ist, dafür sorgt die laufenden Verbesserung der Hardware. Heutige Systeme sind in der Lage, ein Vielfaches dessen zu stemmen, was noch vor wenigen Jahren als Obergrenze galt.
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